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Leipzigs Musikszene
Kiss, Herbert Grönemeyer, Madonna, Queen, ... kennt man ja. Aber hat Leipzig eine eigene Musikszene wie Hamburg und Berlin? Brummt in den Musikmagazinen die Musik aus Leipzig in allerhöchsten Tönen? Wohl eher nicht. Doch das soll nicht heißen, dass Musiker in Leipzig weniger qualitätsvoll tönen wie anderswo. Sie werden nur nicht beachtet und wahrgenommen. Es gibt auch in der Messestadt viel zu entdecken. Die L-IZ war in Proberäumen, Clubs und Festivals unterwegs und hat so manche Geschichte hervorgeholt. Leipzigs Musikszene ist bunt und quirlig, so das Fazit.
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Campus-Fest trotz Regens wieder ein Renner: Etwa 7.500 Besucher + Bildergalerie

Sebastian Beyer
Die Alin Coen Band eröffnete den musikalischen Reigen mit ihrem verspielten Songwriter-Pop
Die Alin Coen Band eröffnete den musikalischen Reigen mit ihrem verspielten Songwriter-Pop
Foto: Sebastian Beyer
Regen am Nachmittag schreckte niemanden ab und so fanden sich auch beim diesjährigen Campus-Fest die Begeisterten in Scharen ein. „Ich hätte nie erwartet, dass sich der ganze Platz hier füllt. Schön, dass ihr alle da seid,“ begrüßte Alin Coen mit ihrer Band das Publikum. Deutlich politischer mit Kritik des StudentInnenrates an den Kürzungen der Landesregierung kam das Festival daher, unter anderem fuhr – solange die Massen es ermöglichten – ein Rasenmähtraktor und verteilte hochschulpolitische Flugblätter.

Für die Besucher dürfte trotzdem die Musik im Vordergrund gestanden haben. Spätestens beim Auftritt der Reggae und Ska-Combo „Lick Quarters“ kam aber niemand mehr am Thema vorbei. Die Musik setzte aus und über die Lautsprecher verlasen die Referenten für Hochschulpolitik des StuRa einen satirisch-kritischen Text zu den Kürzungen. „Da das Campus-Fest weniger Tickets verkaufte als im Vorjahr, sieht sich die Landesregierung gezwungen, Fördermittel zu kürzen.“ Natürlich legte der Verkauf sogar zu, genau wie die Studentenzahlen, was in den Begründungen von Bildungskürzungen ebenso keine Berücksichtigung findet.

Dann aber erlangte die Musik wirklich die Vormachtstellung und die Gewinner des Großen Preises Leipzig konnten ihre karibischen Rhythmen und lässigen Sound zu Ende spielen. Myrna brachten kurz darauf mit hartem Metalcore die sanierte Mensa nicht nur im übertragenen Sinn zum Kochen. Dank Beleuchtungstechnik und einem guten Viertel von Zuschauern, die in der „Circle Pit“ ihre Körpertemperatur hochfuhren, wurde es innen schnell sommerlich warm. Da tat die kühle Frischluft gut, die auch mehrere tausend Anhänger nutzten, um sich die Headliner Turbostaat auf der Hauptbühne anzusehen.

Kritik an den Kürzungen im Hochschulsektor fand sich auch auf zahlreichen Plakaten.
Kritik an den Kürzungen im Hochschulsektor fand sich auch auf zahlreichen Plakaten.
Foto: Sebastian Beyer

Die Zugpferde des Abends erfüllten die Erwartungen, so hatten die Flensburger das Publikum schnell auf ihrer Seite und luden es unter anderem zu „Urlaub auf Fuhferden“ ein. Mit knackigen Gitarrenriffs und intelligenten Texten beweisen sie schon länger, dass Punk nicht immer musikalisch-simpel sein muss und überzeugten so auch am Mittwochabend. Mit dem zweiten Album bei einem großen Label bewegen sie sich zunehmend in Richtung Rock, bleiben aber unverwechselbar.

Es folgten noch Auftritte von Egotronic – als Ersatz für die Schweden Slagmålsklubben eingesprungen – und zahlreicher DJs und DJanes. So schallte noch bis in die Nacht hinein abwechslungsreiche Musik über den Campus Jahnallee und damit viel länger als beim Ärzte-Konzert in der nahen Arena. Den Wettstreit um den längeren Atem wird laut Programm auch heute wieder das Festival gegen die „beste Band der Welt“ gewinnen. Tageskarten sind an der Abendkasse für 9 Euro oder ermäßigt für 6 Euro erhältlich.

Programm und weitere Infos:
www.uni-leipzig.de/~campusfest

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