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Leipzigs Musikszene
Kiss, Herbert Grönemeyer, Madonna, Queen, ... kennt man ja. Aber hat Leipzig eine eigene Musikszene wie Hamburg und Berlin? Brummt in den Musikmagazinen die Musik aus Leipzig in allerhöchsten Tönen? Wohl eher nicht. Doch das soll nicht heißen, dass Musiker in Leipzig weniger qualitätsvoll tönen wie anderswo. Sie werden nur nicht beachtet und wahrgenommen. Es gibt auch in der Messestadt viel zu entdecken. Die L-IZ war in Proberäumen, Clubs und Festivals unterwegs und hat so manche Geschichte hervorgeholt. Leipzigs Musikszene ist bunt und quirlig, so das Fazit.
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In der Moritzbastei gestrandet: Die Art lässt Besucher jubeln

Daniel Thalheim
Die Art mit "Arcane" live in der MB - wieder ein runder Erfolg.
Die Art mit "Arcane" live in der MB - wieder ein runder Erfolg.
Foto: Daniel Thalheim
25 Jahre gibt es sie schon. Die Art aus Leipzig begleitet manches Leben mit ihren Studioalben und ihren Auftritten. Das neueste Liebesglück hört auf den Namen "Arcane" und das wollte die Leipziger Indierock-Band den Musikfreunden vorstellen. Wo geht das besser als in der Moritzbastei? Mit dabei ist eine Rockband aus Rostock - Mainpoint.

Am 9. Dezember folgten viele Leute einem Ruf. Die Leipziger Rockband Die Art lud zum Konzert. Einen Grund zum Hingehen gibt es schon. "Arcane" heißt er und rollt seit Oktober in musikalischer und filmischer Ausführung aus den Ladenregalen. Nur wenige Menschen trudelten am frühen Abend ins Café der Moritzbastei ein, um in die Veranstaltungstonne zu gelangen. So konnte die Vorgruppe Mainpoint nur vor einem kleinen Häuflein spielen und den Abend für Die Art eröffnen. Unter ihnen auch ein Grüppchen aus dem Leipziger Umland.

Die jungen Männer wippten mit den Füßen und nippten am Bier. "Gar nicht mal so schlecht!", ließ einer von ihnen als Bemerkung fallen. Sie blickten nach vorne und sahen eine Band, die schon lange durch die deutsche Rockszene düstert. Die Rostocker Rocker bezeichnen ihren Musikstil als "Gothic Rock", der recht zügig aus den Boxen drückte.

Hatte die Moritzbastei im Griff: Die-Art-Sänger Makarios.
Hatte die Moritzbastei im Griff: Die-Art-Sänger Makarios.
Foto: Daniel Thalheim

Die 1996 gegründete Formation begann pünktlich und sorgte für den einen oder anderen jauchzenden Aufschrei. Einer der Leipziger überlegt: Frontmann Axel K. schien jemanden zu ähneln, der vergangenes Jahr verstarb und als Fronthüne bei der amerikanischen Gothic-Rock-Kapelle Type O Negative spielte und sang. Pete Steele hieß er. Gesehen hatte er diesen schon, wie auf dem With Full Force.

Tatsächlich! Die Stimmbänder von Axel K. schwangen und vibrierten genauso wie die von Pete Steele. Der Mainpoint-Frontmann ist zwar genauso riesig wie Mr. Steele, aber nur ein Drittel so kräftig. Das war aber nicht von Gewicht. Die pumpenden Takte donnerten eine halbe Stunde lang laut aus der Veranstaltungstonne und konnten so manchen interessierten Besucher in dieselbe führen. Dann war der Auftritt auch schon vorüber. Applaus.

Mit Spaß in den Backen: Die-Art-Bassist Conrad Hoffmann.
Mit Spaß in den Backen: Die-Art-Bassist Conrad Hoffmann.
Foto: Daniel Thalheim

Bald füllte sich die Veranstaltungstonne schneller. Bis sie aber endgültig gefülltwar, lief Konservenmusik mit Rammstein-Klängen. Dann wurde eine kleine Leinwand heruntergerollt, die über der Bühne weit oben hing. Die Erwartungen hingen auch hoch. Die Art hatte die Absicht, ihr neuestes Prunkstück zu zeigen.

Ein besonderer Abend wurde angekündigt. Der Einstieg war jener Film, der bei der aktuellen CD "Arcane" beigefügt wurde und "The Arcane Story" heißt - die geheimnisvolle Geschichte. Die Leute traten ein Stück zurück. Auf dr Leinwand flimmerte Die Art Wasser schwitzend auf einer Bühne in Bad Doberan, Frontmann Makarios liebte an der Küste eine Frau. Sie ließ ihn gehen, dann fallen. Jubel braust mit dem Ende auf, Applaus folgt.

Nun lief endlich die Band auf die Bühne, für die alle kamen. "Stille ohne Trauer" wurde angestimmt, "Wahrheit oder Lüge" folgte wenig später, um schnell in eine kleine Coverversion-Runde überzugehen. Als Makarios "Primary" von The Cure ankündigte, war der Jubel unter den Anwesenden besonders groß. "Das Schiff" schipperte auch schon umher. Das Weiße blitzte in Makarios' Augen auf, er regierte mit ausladenden Bewegungen das Publikum, das inzwischen ausgelassen tanzte und hüpfte. "Alles was dein Herz begehrt" wurde ebenso freundlich aufgenommen wie "Obsession is sad passion" und das die erste Runde schließende "Heerlitz".

Was folgte, war eine lange Zugabenrunde, die noch mehr Hits aneinander reihte und die Leute nach dem Auftritt glücklich und schnell aus der "Tonne" fließen ließ. Erinnerungen an die Jubiläumsshow in diesem März wurden bei den Grüppchen aus dem Leipziger Umland beim Herausgehen laut. Dann die Entscheidung, doch noch zu bleiben oder nicht. Aber so rasch wie sich der steinerne Raum zum Anfang des Konzertes füllte, so flugs leerte er sich. Die Ordnungskräfte schlossen ihn bald ab.


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