Leipzig macht Musik: Interview mit Projektleiter Florian Schetelig
Daniel Thalheim
12.11.2011

Leipzig macht Musik 2011 geht in der Halle D des WERK 2 am Sonntag zu Ende.
Bild: www.leipzig-macht-musik.de
Am 20. November endet das soziokulturelle Projekt "Leipzig macht Musik" für dieses Jahr. Unter dem Titel "Starkult" treten Bands wie Squibs auf, Projekte wie "Die Villa" ist mit ihrer Ausstellung „Geschichte(n) aus der Kiste“ sind am Start. Die naTo präsentiert Trickfilme aus der Videowerkstatt. Projektleiter Florian Schetelig hebt im L-IZ-Interview das Ansinnen von "Leipzig macht Musik" hervor.
Wie lange gibt es "Leipzig macht Musik" schon und warum wurde es initiiert?
Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts "Leipzig macht Musik" entwickeln die neun beteiligten soziokulturellen Zentren seit 2009 jeweils zu einem Jahresthema eigene Workshop-Angebote. 2010 war das "Schumann 2.0.10" über Clara Wieck und Robert Schumann). Damit setzt sich die AG Soziokultur besonders für die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen ein und regt zur Beschäftigung mit Musik und zur kreativen Auseinandersetzung mit aktuellen und traditionellen Musikformen an.
Was ist das Ziel?
Seit Beginn, versuchen wir Angebote der musikalischen bzw. kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche kostenlos oder besonders kostengünstig anzubieten, um Zugangsmöglichkeiten für alle zu bieten - unabhängig von der finanziellen Lage des Einzelnen.
Wie fing es an?
Ausgangspunkt für diese Zielsetzung ist das Projekt "Musik macht schlau" des GeyserHaus e.V., mit dem der Verein seit 2008 eine Reihe von Projektangeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene entwickelt, die insbesondere sozial benachteiligten Menschen Zugangsmöglichkeiten zu musikalischer Bildung eröffnen
Was ist der Hintergrund dazu gewesen?
Hintergründe sind entwicklungspsychologische Untersuchungen wie z.B. die Bastian-Studie, die die Wirkungen von musikalischer Bildung eindrucksvoll belegen: Insbesondere die aktive Beschäftigung mit Musik beeinflusst die kognitiven, motorischen, kreativen und sozialen Fähigkeiten aller Kinder deutlich positiv. Gemeinsames Musizieren ist eine der komplexesten menschlichen Tätigkeiten. Neben den intellektuellen und motorischen Fähigkeiten werden besonders die Auseinandersetzung mit eigenen Emotionen, die Herausbildung sozialer Kompetenzen und die allgemeine Persönlichkeitsentwicklung gefördert.

Projektleiter Florian Schetelig.
Foto: Daniel Thalheim
Warum ist "Leipzig macht Musik" so sinnvoll?
Mit Leipzig macht Musik wird das Anliegen des Projekts "Musik macht schlau" auf weite Teile des Stadtgebiets erweitert und es werden Strukturen geschaffen für eine Vernetzung der soziokulturellen Zentren untereinander und mit kommunalen Einrichtungen und anderen Bildungseinrichtungen und Akteuren im Bereich kulturelle Bildung.
Siehst du "Leipzig macht Musik" als Teil der Leipziger Soziokultur - was macht diese aus?
Für die Arbeit der soziokulturellen Zentren gilt nach wie vor das schöne Motto: "Kultur für alle - Kultur von allen" - Es geht also darum, dass wir Menschen zur aktiven Auseinandersetzung mit kultureller Praxis bringen wollen. Das klingt erstmal trocken, es geht aber einfach darum, dass beim kreativen/künstlerischen Arbeiten eine starke Identifikation mit der eigenen Arbeit entsteht. Wenn auf eine Aufführung hingearbeitet wird, entsteht eine große Spannung und Konzentration. Die Teilnehmer erleben, dass sie Dinge selbst gestalten können, und lernen, sich auf verschiedene Art und Weise auszudrücken - das kann ein Radioworkshop sein oder eine neue Art zu tanzen und sich zu bewegen. Sie erleben, dass sie etwas gemeinsam vollbringen und dass es auch nur funktioniert, wenn alle mitspielen. Und natürlich geht es um die Freude an dem gemeinsam Geschaffenen. Das ist auch der Sinn von unserem Abschlussfest: Dass sich alle gemeinsam anschauen, was in den Workshops entstanden ist, und es auch Freunden, Familie und einer großen Öffentlichkeit präsentieren.
Nicht nur Bands stehen im Mittelpunkt des Geschehens: Welche Projekte innerhalb von "Leipzig macht Musik" haben dich persönlich beeindruckt?
Ich fand es spannend zu sehen, dass Jugendliche auch für Tanz zu begeistern sind, wenn man aktuelle Musik einbezieht. Insbesondere Jungs finden das ja erstmal uncool; wenn es dann aber um Breakdance und HipHop geht, ist das Interesse groß. Wichtig finde ich auch, dass Jugendliche frühzeitig mitbekommen, verschiedene Kanäle zu nutzen, um sich mitzuteilen. Das funktioniert heute viel über das Internet, aber es gibt eben nach wie vor auch die klassischen Medien Radio oder Theater, in denen auf eine andere Art kommuniziert wird. Die Cammerspiele nehmen hier auch Fernsehformate wie DSDS aufs Korn. Das wird sicher für einige Lacher beim Abschlussfest sorgen. Hörenswert ist genauso die Radio-Sendung auf Radio Blau, die Jugendliche am Conne Island produziert haben und die am 13. November um 14 Uhr ausgestrahlt wird. Das komplette Programm des Abschlussfest ist ab nächste Woche auf unserer webseite www.leipzigmachtmusik.de zu finden.
Du bist selbst Musiker: Wie schätzt du Leipzigs Musikszene ein?
Es gibt in Leipzig sicher eine große Anzahl von jungen Leuten, die in der Musikszene aktiv sind und auch entsprechend viele Einrichtungen, die dies unterstützen. Neben den soziokulturellen Zentren sind das Initiativen wie die Bandcommunity, die Popoolär-Band-Initiative oder die Vielzahl von Veranstaltungsorten für Live-Musik. Spannend wird es ja dann, wenn überregional etwas bewegt werden soll. Es gibt eine Vielzahl von Wettbewerben: vom Leipziger Großen Preis im Werk 2 bis zu überregionalen Wettbewerben wie Band Clash bis Local Heroes - aber auch wenn man dort erfolgreich ist, gibt es noch keine Garantie, dass die eigene Musik auch erfolgreich vermarktet werden kann. Es ist durchaus eine Frustration in der Musikszene darüber zu verspüren, dass es durch das Internet zwar leicht geworden ist, die eigene Musik zu verbreiten, aber zunehmend schwieriger, als Musiker oder Band davon zu leben.
Vielen Dank für das Interview.
Leipzig macht Musik Online
www.leipzig-macht-musik.de
Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils.
mehr…
Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben.
mehr…
Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird.
mehr…
Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat.
mehr…
"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden.
mehr…
Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491.
mehr…
In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins glatt mit 0:41 geschlagen geben. Gegen die Greife von der mecklenburgischen Küste fanden die heimischen Löwen am Sonnabend einfach keine Mittel. Für Running Back Daniel Teubert war es zugleich das letzte Spiel im Lion-Dress.
mehr…
Es ist eine Mischung aus Volksfest und hochklassigem Sportevent. Die 9. Auflage der „Sparkassen Neuseen Classics – Rund um die Braunkohle“ war auch am Sonntag, den 20. Mai, eine Erfolgsstory. Über 50.000 begeisterte Zuschauer jubelten bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen Profis wie Amateuren auf ihren Rennrädern entlang der Strecke und im Gewerbepark Zwenkau zu.
mehr…
Im Prozess um den Tod einer Leipziger Arabistik-Studentin gibt es ein Geständnis. Verteidiger Ralf Juhnke verlas zu Beginn des zweiten Verhandlungstags eine Erklärung. Sein Mandant Sebastian T. (28) habe Franziska S. (25) im Streit mit einem Hammer erschlagen. Im Studentenwohnheim in der Johannes-R.-Becher-Straße lauerte der Berliner seiner Ex-Freundin auf, um sie zur Rede zu stellen.
mehr…
Am Dienstag, 29. Mai, beginnt die große Festwoche am Neuen Nikolaigymnasium, mit der das 500-jährige Bestehen der Schule gefeiert wird. Im Gegensatz zur Thomasschule wissen die Nikolaitaner sogar recht sicher, dass ihre Schule ihre Wurzeln im Jahr 1512 hat. Und selbst das Schulgebäude existiert noch am Nikolaikirchhof. Hier könnte man in diesem Jahr auch feiern. Das tut man auch. Am 29. Mai eröffnet dort die Ausstellung "Bürgerstolz und Bildung".
mehr…
Wissenschaftler der Universität Leipzig haben einen Meilenstein auf dem Gebiet der Erforschung von Gliazellen gesetzt. Sie konnten in einer internationalen Zusammenarbeit den Nachweis führen, dass Nervenzellen und Gliazellen ähnliche Wirkmechanismen haben. Beide setzen zur Kommunikation Botenstoffe frei. Bislang wurde den Gliazellen diese Fähigkeit abgesprochen, sie galten nur als "Stützgerüst" für die Nervenzellen.
mehr…
Nach dem überraschenden Rücktritt von Lok-Trainer Willi Kronhardt hat beim 1. FC Lok Ernüchterung Einzug gehalten. Präsident Michael Notzon rekapituliert noch einmal für L-IZ.de die Ereignisse am Sonntagvormittag und bezieht Stellung zur Finanzsituation des Vereins.
mehr…
Ein Film über eine einzigartige Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost ist am Dienstag, dem 22. Mai, um 19:30 Uhr der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 8, zu sehen. Für den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ begleiteten Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zwölf deutsche Jugendliche.
mehr…
Am Mittwoch, dem 23. Mai um 19:30 Uhr wird Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD), im BüroCafé Tiefensee, Gottschedstraße/Ecke Zentralstraße in Leipzig, mit Günter Gloser, MdB (SPD), Staatsminister a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Nahen und Mittleren Osten, über den Aufstand in Syrien und die Auswirkungen auf die Region sowie den „Arabischen Frühling“ sprechen.
mehr…
Eine Riesenanspannung auf dem Markt hat Frank Sennhenn, Vorstandschef der DB Regio AG, ausgemacht. Denn der Schienenpersonennahverkehr befinde sich inmitten einer „Vergabespitze“. Zwischen 2012 und 2014 werden insgesamt 260 Millionen Zugkilometer ausgeschrieben. Zwischen 2014 und 2017 werden weitere 100 Millionen folgen.
mehr…