Leipziger Bands beim Swimmingpool: Glissa verspricht Mädchenmusik im Dezember
Daniel Thalheim
13.11.2011

Franz Belger und Helge Nitzschke sind die Songwriter von Glissa.
Bild: www.glissa.de
Wer Musik auf eine gefühlvolle Weise schreibt, muss der zwangsläufig "Mädchenmusik" schreiben? Auf solche Kategorien kann man schnell verzichten, wenn man die Lieder von Glissa hört. Im Dezember sind die Talente um die beiden Komponisten Helge Nitzschke und Franz Belger in der Schaubühne Lindenfels zu sehen. Die L-IZ sprach mit den beiden.
Endlich komplett: Anfang diesen Jahres habt ihr zwei Neuzugänge zu verzeichnen gehabt. Haben sich eurer Bassist und euer Drummer auch schön eingelebt seitdem?
Helge: Sie haben sich prima eingelebt und ja...
Franz: Letztlich gäbe es Glissa in der Form ohne die beiden auch nicht. Wir vier sind jetzt ein sowohl menschlich als auch musikalisch sehr, sehr gut passendes Gefüge, man kann sagen: Der Rohstoff Glissa ist in seiner chemischen Zusammensetzung komplett und muss jetzt zuweilen mit dem Publikum oxidieren. Entweder gibt es Rost oder Flammen, ... schaunwer mal!
Nicht nur in Leipzig seid ihr in den vergangenen Monaten aufgetreten. Wie kam es eigentlich zu der Reise nach Bremen und Hamburg?
Helge: Oh, zum Glück haben wir mit unserer Managerin Sonja eine Frau, die das für uns organisiert.Es waren gerade Termine frei und Franz und ich, wir hatten Zeit. Außerdem: Bremen und Hamburg gehören zu den Städten, die wir sehr mögen, und wir glaubten auch, dass unsere Musik auch im Norden des Landes ganz gut ankommt, und wollten mal testen, ob es stimmt. Zum Glück behielten wir recht. Im nächsten Jahr wollen wir unbedingt mehr Auftritte deutschlandweit absolvieren und vorrangig mit der ganzen Band!

Tastendrücker in Aktion: Helge Nitzschke.
Bild: Andreas Krüger / Sichtkunst
Im Dezember tretet ihr bei der Konzertreihe Swimmingpool auf. Was kann man von euch auf dieser großen Bühne erwarten - bislang habt ihr eher eine Nummer kleiner musiziert....
Franz: Wir werden das Haus schon rocken. Schaubühne finden wir super!
Helge: Ich kenne sie gut als Stummfilmpianist. Die Atmosphäre ist einzigartig. Da füllen wir gern am Nikolausabend musikalisch die Stiefel.
Wollt ihr nicht bald mit dem Gewandhausorchester auftreten?
Helge: Nichts überstürzen. Die Noten sind noch nicht trocken.
Franz: Nee, also Gewandhausorchester wäre schon toll - einige der Songs eignen sich wirklich zu sinfonischer Bearbeitung, aber wer würde das nicht von den seinen behaupten ...
Wie habt ihr euch eigentlich vor fünf Jahren zusammengefunden?
Helge: Franz und ich, wir kennen uns schon seit 13 Jahren. Da waren die Rockehlchen, eine Kinderband, deren letztes Album auch schon Titel aus Franz' Feder enthielt. Dann haben wir eine Menge gemacht - gemeinsam oder allein Songs geschrieben, viele, viele Pläne geschmiedet, als Kabarettisten auf der Bühne gestanden und uns gegenseitig ob der ungeheurlichen musikalischen Fähigkeiten des anderen bewundert. Um aber die Songs auf die Bühne zu bringen und richtig loszulegen, brauchte es noch Johannes und Ralf.
Franz: ... Ja, und die sind seit Januar 2011 mit dabei. Ralf in seiner Eigenschaft als Helges Bruder war recht leicht zu finden und Johannes haben wir bei einem Umtrunk in der Skala kennen gelernt. Es ging also alles ohne Anzeige "Musiker gesucht" vonstatten (Lacht).

Sänger Franz Belger.
Bild: Andreas Krüger / Sichtkunst
Es steht auf euren Webseiten: Was ist eigentlich "Mädchenmusik"?
Helge: Also eigentlich ist es wohl schmusige, kuschlige, romantische Popmusik mit Liebestthematik. Erst wenn Mädchen bei unseren Konzerten reihenweise in Ohmacht fallen, wird es Zeit für dieses Etikett.
Franz: Naja, auch wenn wir viele Liebeslieder haben - gerade aus Helges Feder entspringen bspw. mit "Hungerland" und "Sie bauen die Stadt" auch einige Songs, deren wahrer Bedeutungshorizont auch nach mehrmaligen Hören noch nicht klar ist, sie sind einfach zu verklausuliert und was sich genau dahinter verbirgt, das weiß, wenn überhaupt...... eigentlich nicht einmal Helge selbst.
Wie hört sich Mädchenmusik auf euren Albumaufnahmen an?
Franz: Ihr dürft alle sehr gespannt sein! Es geht, wie schon gesagt, um Liebe als Indikationsfunke, über den man Brücken zu Allem bauen kann. Und soviel können wir schon sagen: Anhören wird es sich gut!
Erzählt mehr von euren Aufnahmen - immerhin plant ihr eurer erstes Album...
Franz: Wir arbeiten daran. Aber um unseren Ansprüchen und denen der Fans zu genügen, geben wir uns etwas mehr Zeit als ursprünglich geplant. Die Aufnahmen finden in unserem eigenen Tonstudio statt. Das hat den Vorteil, dass jeder weitere Tag nicht gleich 200 Euro kostet und wir in Ruhe arbeiten können. Wir laden uns auch einige Musiker aus unserem Freundeskreis ein, die die Instrumente die wir selbst nicht spielen können, wie bspw. Violine und Cello, einspielen.
Umfasst es wirklich 70 Songs? So viel habt ihr zusammen getragen, oder?
Helge: Siebzig Songs auf ein Album, das wäre mal eine avantgardistiche Idee. Am besten alle übereinander.... Aber nein, das werden wir nicht alles aufs erste Album packen, schließlich sollen dem ersten noch einige weitere folgen... Rechnet mit elf, zwölf knackigen Songs!
Wie wird eurer Album heißen?
Helge: Der Name wird dem Kinde erst nach der Geburt gegeben.
Wir sind gespannt. Vielen Dank für das Interview.
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