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Leipzigs Musikszene
Kiss, Herbert Grönemeyer, Madonna, Queen, ... kennt man ja. Aber hat Leipzig eine eigene Musikszene wie Hamburg und Berlin? Brummt in den Musikmagazinen die Musik aus Leipzig in allerhöchsten Tönen? Wohl eher nicht. Doch das soll nicht heißen, dass Musiker in Leipzig weniger qualitätsvoll tönen wie anderswo. Sie werden nur nicht beachtet und wahrgenommen. Es gibt auch in der Messestadt viel zu entdecken. Die L-IZ war in Proberäumen, Clubs und Festivals unterwegs und hat so manche Geschichte hervorgeholt. Leipzigs Musikszene ist bunt und quirlig, so das Fazit.
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Neu im Plattenregal: Die Art meldet sich mit Kunstwerk zurück

Daniel Thalheim
"Arcane" von Die Art ist die längst überfällige Studioscheibe nach "Funeral Entertainment".
"Arcane" von Die Art ist die längst überfällige Studioscheibe nach "Funeral Entertainment".
Foto: Daniel Thalheim
Eigentlich wollte die Leipziger Kultband ihr neuestes Werk auf Rille pressen. Daraus wurde vorerst nichts. In einer rasanten Arbeitszeit von wenigen Wochen und Monaten schießt Die Art dieser Tage "Arcane" in die Umlaufbahn. Das 15. Studioalbum in der nunmehr 25-jährigen Bandgeschichte ist ein optisches und hörbares Werk geworden. Werden es die Fans auch so sehen?

Die Art: Arcane

Geheimnis bedeutet "Arkanum" im übertragenen Sinn. Kein Geheimnis ist es, dass Die Art schon einige Male an ein neues Studioalbum gedacht haben. Im März dieses Jahres hatte die Band bei ihrer Jubiläumsshow sogar einige neue Lieder gespielt und neugierig aufhorchen lassen. Dieser kleine Ausblick stellte damals eine gewohnt rockige Scheibe in Aussicht, die alle bekannten Merkmale vereint, welche Die Art seit Jahren ausmachen: getragene Stimmung, schwer klingendes Trommeln, dunkel gestimmte E-Gitarren sowie sehnsüchtige Texte. Aber auf dem neuesten Lebenszeichen der Band nach ihrem letztjährigen Karriere-Rückblick "Twenty 4" ist es nicht so ruppig geraten, wie man es vielleicht vermutet hätte. Entscheidend bei der Veröffentlichung ist etwas anderes.

Deutschsprachige Texte stehen wieder erstmals seit ihrem Comeback "Alles was dein Herz begehrt" im Mittelpunkt des musikalischen Geschehens. Ganze fünf Titel hat die in DDR-Zeiten als Die Zucht gegründete Formation auf "Arcane" verfasst. Dazwischen streut die Band einige kleine Interludien im schillernden Elektrogewand. Das Kopfkino muss der Hörer nicht gleich anschalten. Denn wenn er die CD-Packung öffnet, kullern ihm zwei CDs entgegen: eine im Design einer Vinylscheibe, die andere im Look einer Filmmagnetbandrolle.

Film und Musik in einem: "Arcane" von Die Art.
Film und Musik in einem: "Arcane" von Die Art.
Foto: Daniel Thalheim

Schon jetzt klingelt es - Die Art hat einen Film produziert. Es ist keine Aneinanderreihung von Videoclips. Vielmehr erzählt die "Arcane Story" die Geschichte des in der Menschenwelt gestrandeten Makarios, der sich in eine Menschenfrau verliebt und gerne in einem Klub in Bad Doberan mit seiner ebenso durchnässten Band spielt. Der von Claudia Weingart und Makarios Oley produzierte Streifen wird auf Kunstfilmfestivals zu sehen sein, wohl kaum auf MTV & Co. Und klar, dass die filmische Erzählung des Inhalts von "Arcane"einem ebenso geheimnisvoll entgegen spaziert kommt, wie die wundersame Zusammenführung und Trennung zweier Liebender samt Glück, Gefühl und Schmerz.

Diese Stimmungen schweben auch in den zwölf Stücken des vom Dresdner Künstler LP Krause schmuck gestalteten Doppeldeckers. Angefangen vom getragenen Einstieg "Chance Encounter", der im wummernden "Stille ohne Trauer" übergeht, bis hin zum allerletzten Stück "Im Spiegel meiner Träume", das als Bonus in die Zeit von Die Zucht zurückblickt, gelingt Die Art mit "Arcane" eine runde Sache. Die kleinen elektronischen Interludien dürfen aber als gleichberechtigte Begleitstücke aus der Feder des Die Art-Keyboarders und Bassisten Conrad Hoffmann angesehen werden. Neben den wenigen eigenen Liedern wie "Wahrheit und Lüge" reihen sich aber auch zwei Fremdkompositionen angenehm ins Gesamtbild von "Arcane" ein: Das ist zum einen der entschlackte Joy-Division-Hit "Love will tear us apart" und "Mein langsamer Tod" der Labelkollegen von Fliehende Stürme.

Das im Klanglabor Weimar und im Leipziger Kick-The-Flame-Studio innerhalb weniger Tage aufgenommene Album täuscht natürlich nicht darüber hinweg, dass die Ausbeute an eigenen Liedern seit dem 2008 erschienenen "Funeral Entertainment" äußerst gering ausfällt. Dafür bekommen Fans der Leipziger Gruppe das erste Studiowerk in die Ohren gepackt, das erstmals seit 1989 live im Studio eingespielt wurde. Man mag vielleicht grübeln, dass "Arcane" ein Puzzle der letzten beiden Jahre geworden ist, erscheint aber in Konzept, Aufmachung und Klang als hochwertige Einheit. Zusammen mit dem Filmbeitrag kommt "Arcane" im Gewand eines Gesamtkunstwerks um die Ecke, das einen bemerkenswerten Zwischenstand einer von ihren Fans als Kultband bezeichnete Kapelle zeigt.

Veröffentlichungsdaten

Album: Arcane
VÖ: 28. Oktober 2011
Label: Upart Production / Brachialpop
Webseite: www.die-art.de


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