Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche





Leipzigs Musikszene
Kiss, Herbert Grönemeyer, Madonna, Queen, ... kennt man ja. Aber hat Leipzig eine eigene Musikszene wie Hamburg und Berlin? Brummt in den Musikmagazinen die Musik aus Leipzig in allerhöchsten Tönen? Wohl eher nicht. Doch das soll nicht heißen, dass Musiker in Leipzig weniger qualitätsvoll tönen wie anderswo. Sie werden nur nicht beachtet und wahrgenommen. Es gibt auch in der Messestadt viel zu entdecken. Die L-IZ war in Proberäumen, Clubs und Festivals unterwegs und hat so manche Geschichte hervorgeholt. Leipzigs Musikszene ist bunt und quirlig, so das Fazit.
Zur Startseite des Dossiers

Neu im Plattenregal: Grabak tüncht mit neuem Album Sünde tiefschwarz

Daniel Thalheim
Schwarzweiß gemalte Burschen mit bösem Blick - Grabak aus Leipzig.
Schwarzweiß gemalte Burschen mit bösem Blick - Grabak aus Leipzig.
Bild: www.grabak.de
"Nobody is perfect", heißt ein geflügelter Satz im Englischen. Die Leipziger Musiker von Grabak erzählen davon in ihrem neuesten Werk "Sin". Black Metal nennt sich ihr Musik- und Lebensstil. Die 1995 gegründete Formation hat kürzlich ihre fünfte Veröffentlichung unter die Leute gebracht. Was klingt in den rund vierzig sündigen Minuten an?

Grabak: Sin

Krächzen, Schreien und Brüllen gehört seit 30 Jahren zum guten Ton beim Black Metal. So manchem Leipziger Szenegänger ist dieser Klang untergekommen, den Musiker in den Achtzigern und frühen Neunzigern mit einfachsten Mitteln aufs Tonband gebannt hatten und so danach eine Masse an schwarz-weiß angemalten Männern und Frauen entfesselten. Inzwischen verwenden nur noch Puristen Rekorder oder Diktiergeräte, um den kalten Klang menschlicher Seelenpein aufzunehmen. Die Leipziger von Grabak haben wie andere Bands inzwischen das Aufnahmestudio für sich entdeckt und sind vor einigen Wochen der L-IZ über den Weg gelaufen.

Nebenbei hat die Band erzählt, dass es ihr um mehr als nur plumpe Teufelsprovokation geht. Bei "Sünde" denkt der Kenner an die sieben Todsünden in der Bibel, die aber bei den Leipziger Musikern nicht im christlichen Sinn gedeutet werden, sondern einen blasphemischen Anstrich bekommen. Und dieser Anstrich wird nicht etwa wild an die Wand getüncht, sondern mit wohl gesetzten Strichen erzählt. Hinter "Sin" steckt nämlich ein Konzept, bei dem Teufel und Gott eine Wette abschließen. Schon hier wird deutlich, wie blasphemisch das Ganze wird - Wetten ist eine Sünde und die hat der Teufel gemacht. Währenddessen werden die Protagonisten wie Menschen, Engel und biblische Figuren zu Sündern vor dem Herrn. Niemand ist fehlerfrei, steht das doch alles in der Bibel.

"Sin" heißt das Machwerk aus den Händen von Grabak.
"Sin" heißt das Machwerk aus den Händen von Grabak.
Bild: www.grabak.de
Dabei kommen auch historische Sünder wie Papst Sergius II. zu Wort. Dass dieser im 9. Jahrhundert zu den Sündern gehört haben soll, erzählt das im frühen Mittelalter geschaffene "Liber Pontificalis" nicht ganz interpretationsfrei. Aber im Gegensatz zum Renaissancepapst Alexander VI., der eigene Kinder zeugte und auch sonst nicht viel von Keuschheit hielt, Nebenbuhler ausschaltete und mehr Machtpolitik als Kirchenpolitik betrieb, war dieser Sergius noch ein Waisenknabe. So erzählt es die Geschichtsschreibung mehr oder weniger.

Mehr zum Thema:

Voller Sünde und Vodka Energy: Grabak-Frontmann Jan Klepel im L-IZ-Interview
Seit 1995 ist Jan Klepel mit seiner Band Grabak ...
Solche Gedankengänge, Assoziationen und Geschichten werden von wild hämmernden Takten untermalt, zu denen Frontmann Jan Klepel düster kreischt. Schon die ersten Töne lassen erahnen, wohin die Reise auf "Sin" geht: Aggressionen paaren sich mit Melodien, als ob Krieger wütende Hymnen aus ihren Kehlen in Richtung Feinde schleudern, während sie wild auf ihre Schilde klopfen. Der böse Blick gesellt sich wie von selbst dazu. In den neun Titeln heulen die E-Gitarren auf, ergänzt von nach vorne preschenden Trommelwirbeln, peitschenden Beckenschlägen und pumpenden E-Bass-Schlängellinien.

Nach Liebe und Trost klingt "Sin" also nicht. Auf dem Zweitling der Leipziger regiert der pure Zorn auf alles das, was von der Kanzel gepredigt wird. Grabak besudelt verbal all jene Heuchelei von Kirchenmännern, die Wasser predigten aber Wein tranken. Da kann man schon recht zornig werden. Aber warum immer nur überschäumen? In gewissem Maß gehen die Musiker auf "Sin" trotz all der Wut recht stimmungsvoll zu Werke. Raum für geigende Keyboardpassagen und trällernde Opernstimmen ist auf dem dunklen und finsteren Machwerk ebenfalls vorhanden, wird aber nicht weidlich ausgebaut, wie es ihre Musikerkollegen von Dimmu Borgir aus Norwegen seit Jahren machen.

Grabak haben sich im Unterschied zu ihrem Erstling "Agash Daeva" Zeit genommen, ihre neuen Lieder abwechslungsreich zu arrangieren und zu strukturieren. So schleichen sich die Hochgeschwindigkeitssongs mit mehr Nachdruck in die Gehörgänge. "Sin" schiebt sich entweder in die zahlreichen Veröffentlichungen dieser Art aus Skandinavien oder findet als Gegenpart von Bibel und historischen Abhandlungen seine passende Ergänzung. "Sin" verschafft so eine gewisse Freude, sich wieder mit den alten Aufzeichnungen aus dem Mittelalter zu beschäftigen und zu lesen, wie fehlbar Menschen eigentlich sind und wie schwer es ist, auf den Pfad der Tugend zurück zu kehren. Die Bibel kann dabei helfen - vielleicht.

Veröffentlichungsdaten

Album: Sin
VÖ: Bereits erschienen
Label: Kick The Flame
Webseite: www.grabak.de


Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks




Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Ausstellungseröffnung am 24. Mai: Es ‚messet’ wieder. Reclams Messestände von 1945 – 1990

Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils. mehr…

Grüne Hochschulgruppe und Grüne Jugend laden ein: Diskussion über die Preiserhöhung der LVB

Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben. mehr…

Eine Wagner-Doppel-CD aus den ETERNA-Archiven: Richard ist Leipziger ...

Doppel-CD zum 200. Geburtstag: Richard ist Leipziger ...
Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird. mehr…

Am 23. Mai: Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln ist zu Gast in Leipzig

Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln.
Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat. mehr…

Am 23. Mai in Markkleeberg: Grüner-Ring-Veranstaltung zur agra-Brücke

"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden. mehr…

Doppelstadt mit Berggeschrei: Annaberg an einem Tag

Ein Doppelstadtrundgang: Annaberg an einem Tag.
Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491. mehr…

American Football: Rostocker greifen bei den Leipzig Lions die Punkte ab

In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins (hellblau) glatt mit 0:41 geschlagen geben.
In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins glatt mit 0:41 geschlagen geben. Gegen die Greife von der mecklenburgischen Küste fanden die heimischen Löwen am Sonnabend einfach keine Mittel. Für Running Back Daniel Teubert war es zugleich das letzte Spiel im Lion-Dress. mehr…

50.000 begeisterte Zuschauer bei Neuseen Classics: Lokalmatador André Schulze gewinnt Profirennen im Zielsprint

Es ist eine Mischung aus Volksfest und hochklassigem Sportevent. Die 9. Auflage der „Sparkassen Neuseen Classics – Rund um die Braunkohle“ war auch am Sonntag, den 20. Mai, eine Erfolgsstory. Über 50.000 begeisterte Zuschauer jubelten bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen Profis wie Amateuren auf ihren Rennrädern entlang der Strecke und im Gewerbepark Zwenkau zu. mehr…

Leipziger Stalking-Mord: Chemie-Student gesteht tödliche Hammerschläge

Im Prozess um den Tod einer Leipziger Arabistik-Studentin gibt es ein Geständnis. Verteidiger Ralf Juhnke verlas zu Beginn des zweiten Verhandlungstags eine Erklärung. Sein Mandant Sebastian T. (28) habe Franziska S. (25) im Streit mit einem Hammer erschlagen. Im Studentenwohnheim in der Johannes-R.-Becher-Straße lauerte der Berliner seiner Ex-Freundin auf, um sie zur Rede zu stellen. mehr…

500 Jahre Nikolaischule: Die Veranstaltungen zum 500-jährigen kündigen sich an

Alte Nikolaischule.
Am Dienstag, 29. Mai, beginnt die große Festwoche am Neuen Nikolaigymnasium, mit der das 500-jährige Bestehen der Schule gefeiert wird. Im Gegensatz zur Thomasschule wissen die Nikolaitaner sogar recht sicher, dass ihre Schule ihre Wurzeln im Jahr 1512 hat. Und selbst das Schulgebäude existiert noch am Nikolaikirchhof. Hier könnte man in diesem Jahr auch feiern. Das tut man auch. Am 29. Mai eröffnet dort die Ausstellung "Bürgerstolz und Bildung". mehr…

Leipziger Wissenschaftler setzen Meilenstein in Glia-Zellforschung: Bald Behandlung von schweren Netzhauterkrankungen möglich?

Prof. Andreas Reichenbach.
Wissenschaftler der Universität Leipzig haben einen Meilenstein auf dem Gebiet der Erforschung von Gliazellen gesetzt. Sie konnten in einer internationalen Zusammenarbeit den Nachweis führen, dass Nervenzellen und Gliazellen ähnliche Wirkmechanismen haben. Beide setzen zur Kommunikation Botenstoffe frei. Bislang wurde den Gliazellen diese Fähigkeit abgesprochen, sie galten nur als "Stützgerüst" für die Nervenzellen. mehr…

Lok-Präsident Notzon zum Kronhardt-Rücktritt: „Wir gleiten nicht ins Chaos ab“

Michael Notzon.
Nach dem überraschenden Rücktritt von Lok-Trainer Willi Kronhardt hat beim 1. FC Lok Ernüchterung Einzug gehalten. Präsident Michael Notzon rekapituliert noch einmal für L-IZ.de die Ereignisse am Sonntagvormittag und bezieht Stellung zur Finanzsituation des Vereins. mehr…

Am 22. Mai Film und Diskussion in der naTo: „Wir weigern uns Feinde zu sein“

Wir weigern uns Feinde zu sein
Ein Film über eine einzigartige Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost ist am Dienstag, dem 22. Mai, um 19:30 Uhr der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 8, zu sehen. Für den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ begleiteten Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zwölf deutsche Jugendliche. mehr…

Am 23. Mai: Podiumsdiskussion „Todesfalle Syrien – Aufstand der Hilflosen“ und Ausstellungseröffnung „Syrien 1986“

Am Mittwoch, dem 23. Mai um 19:30 Uhr wird Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD), im BüroCafé Tiefensee, Gottschedstraße/Ecke Zentralstraße in Leipzig, mit Günter Gloser, MdB (SPD), Staatsminister a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Nahen und Mittleren Osten, über den Aufstand in Syrien und die Auswirkungen auf die Region sowie den „Arabischen Frühling“ sprechen. mehr…

Ausschreiben, so lange das Geld reicht: Schienenpersonennahverkehr mitten in der Vergabespitze

Nahverkehrszug im Leipziger Schienennetz.
Eine Riesenanspannung auf dem Markt hat Frank Sennhenn, Vorstandschef der DB Regio AG, ausgemacht. Denn der Schienenpersonennahverkehr befinde sich inmitten einer „Vergabespitze“. Zwischen 2012 und 2014 werden insgesamt 260 Millionen Zugkilometer ausgeschrieben. Zwischen 2014 und 2017 werden weitere 100 Millionen folgen. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Anzeigen.
Veranstaltungshinweise der IHK Leipzig

Veranstaltungshinweise:

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
Zur Website der IHK Leipzig
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Aktuelle Dossiers.
Anzeigen.
Leipziger Leselust Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher Leipziger Autoren und Verlage.
Link-Tipps.
Bildblog