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Leipzigs Musikszene
Kiss, Herbert Grönemeyer, Madonna, Queen, ... kennt man ja. Aber hat Leipzig eine eigene Musikszene wie Hamburg und Berlin? Brummt in den Musikmagazinen die Musik aus Leipzig in allerhöchsten Tönen? Wohl eher nicht. Doch das soll nicht heißen, dass Musiker in Leipzig weniger qualitätsvoll tönen wie anderswo. Sie werden nur nicht beachtet und wahrgenommen. Es gibt auch in der Messestadt viel zu entdecken. Die L-IZ war in Proberäumen, Clubs und Festivals unterwegs und hat so manche Geschichte hervorgeholt. Leipzigs Musikszene ist bunt und quirlig, so das Fazit.
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Club-Szene Leipzig: Mondhafen-Klänge zappeln für die internationale Tanzfläche

Daniel Thalheim
Moon Harbour-Künstler: Dan Drastic.
Moon Harbour-Künstler: Dan Drastic.
Bild: Dan Drastic/Presse
Die Plattenfirma gibt sich unauffällig. Über zehn Jahre gibt es "Moon Harbour" schon. Für Kenner ein Markenzeichen für elektronische Musik für die Tanzfläche. Seinen Sitz hat der "Mondhafen" mitten in Leipzig. "Mit einer starken und verblüffenden Veröffentlichung nach der anderen ist das Leipziger Moon Harbour eines der besten Labels Deutschlands!", tönte es 2010 aus New York. Bis jetzt scheint sich daran nichts geändert zu haben.

Dass Moon Harbour in Leipzig entstand, war das Verdienst zweier Männer. "Zehn Jahre ist es nun her, dass am Abend des Millennium-Silvester Matthias Tanzmann und André Quaas entschieden, ihr eigenes Label Moon Harbour Recordings zu gründen", heißt es seit 2010 aus dem Infoblatt der Plattenfirma an der Friedrich-Ebert-Straße. Für Interviews und Anfragen sei stets nie Zeit, wird aus ihren Büros mitgeteilt. So muss man sich mit ihren zahlreichen Veröffentlichungen begnügen, die sowohl mit kurzen Spielzeiten als auch mit längerer Rotationsdauer ins heimische CD-Fach geschoben werden können.

Wer an Elektro an einen Stechschritt-Marsch denkt, ist bei "Moon Harbour" nicht gut aufgehoben. Es scheint fast so, dass das 2000 ins Leben gerufene Label ein Nachbeben der Club- und Techno-Kultur der Neunziger Jahre ist - im besseren Sinn. Keinen Proll-Ausfallschritt in Richtung Discomaus-Rhythmen hört man im Verlagsprogramm von "Moon Harbour". Trotz Tempo geht's entspannt zur Sache. Hier buhlen keine drallen Damen in engen Höschen um die Männerschaft und um eine weite Verbreitung in Fernseh- und Radiokanälen. "Moon Harbour" bleibt im Untergrund. Und der ist überall.

Frisch aus dem Mondhafen Leipzig: "Noodle Stories" von Dan Drastic.
Frisch aus dem Mondhafen Leipzig: "Noodle Stories" von Dan Drastic.
Bild: Moon Harbour/Presse
34 Künstler und Projekte sind beim Leipziger "Mondhafen" inzwischen zu Hause. Musiker, die es allein oder zu zweit auf knapp um die 100 Veröffentlichungen bringen. Dazu gesellen sich DJ-Sets, Zusammenstellungen der Plattenfirma selbst und reine Künstleralben. Allen gemeinsam ist Elektronik für die Tanzfläche. Bei "Moon Harbour" soll es um Anspruch gehen. Deswegen wurden auch mehrere Schwester-Plattenfirmen gegründet, die auf "Cargo-Edition" und "Lorna" hören.

Zu "Cargo" heißt es: "Der Anspruch von Cargo Edition ist es, qualitativ hochwertigen House und Techno auf Vinyl und digital zu veröffentlichen. Cargo Edition – ursprünglich als Erweiterung des stilistischen Spektrums von Moon Harbour ins Leben gerufen – entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer eigenständigen Plattform mit einem durch den Künstlerstamm geprägten Profil." Außerdem vertritt "Moon Harbour" seine Künstler weltweit als Booking-Agentur. Zusätzlich gibt es eigene Veranstaltungen, die rund um den Erdball veranstaltet werden. Auf der "Popkomm" in Berlin war "Moon Harbour" mit seinem Programm schon. In Miami, Amsterdam und Barcelona ebenfalls.

Ein eigenes Radio, ein eigener Internetshop, eine eigene Verwaltung der Lizenz- und Urheberrechte in Kooperation mit dem unabhängigen Musikverlag "Freibank" komplettieren die Aufgaben des Leipziger Teams von "Moon Harbour". Damit ist die Plattenfirma mit Sinn für Club-Musik weitaus mehr als nur eine eigennützige Sache. Hier geht's um die Künstler. Kein Wunder, wenn weltweit Begeisterung in Worte gestanzt wird. Wie im Tagesblatt "New York Times" 2010, wo geschrieben steht: "Die Stadt [Leipzig] macht […] Furore an der Musikfront. Moon Harbour Recordings und Kann Records, zwei Indie-Labels, die innovative elektronische DJ-Musik herausbringen, kommen von hier.“

Neuestes Produkt aus dem Herzen der eigentlichen Musikhauptstadt Deutschlands ist Dan Drastic mit seiner "Noodle Stories EP", die vier Tracks umfasst und wohl demnächst im Leipziger Club "Distillery" seine Kreise drehen wird. Das Interesse bleibt so oder so hellwach, was aus Leipzig in die weite Welt strömt.

Moon Harbour zu Hause:

www.moonharbour.com

Moon Harbour Radio:

www.moonharbour.com/radio

Moon Harbour Video Channel:

www.moonharbour.com/tv

Moon Harbour Podcast:

play.fm/label/moonharbourrec


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