Neu im Plattenregal: Thomas Hanke & Plaintive Cry bluesen ohne Schmerz auf neuer CD
Daniel Thalheim
17.11.2011

Thomas Hanke.
Foto: Daniel Thalheim
Leipzig hat seinen neuen Soundtrack bekommen. Tief im Mississippi-Blues verwurzelt, erweist sich Thomas Hanke mit Plaintive Cry als Bewahrer und Fortführer einer Tradition, die weit in die Musikgeschichte zurückreicht. Schwarzer Blues ganz ohne E-Gitarre und Schmalzkiste hat auch an der Pleiße seinen Platz gefunden. "Out of pain" schlägt zu.
Thomas Hanke & Plaintive Cry: Out Of Pain
Zuschlagen ist so ein Wort, das auf "Out of pain" überhaupt nicht passt. Viel eher geht es um den Blues. Und der lächelt gelassen und ironisch voller Lebensweisheit den Hörer an. Jene werden von Mundharmonikaspieler Thomas Hanke auf eine Reise zurück zu den Wurzeln den Blues mitgenommen, der einst auf den staubigen Straßen Nordamerikas gesungen wurde. Sänger Rik Ullrich unterstützt Hanke mit Stimme und Saiten. Manfred Hellmuth ist auch dabei.
Es sind unaufgeregte Töne, die via Rum Records auf elf Titeln klagen, erzählen, erschallen. Die Plattenfirma spricht von "unkonventionell". Manchem werden die Klänge vertraut vorkommen. Wer die Hommage an den Blues namens "Blues Brothers" gesehen hat, liegt mit diesem Vergleich gar nicht so falsch. Während im Streifen Dan Aykroyd den wild zappelnden Mundharmonikaspieler mimte, dachte er an Charlie Musselwhite, der auf "Out of pain" mit dem Titel "When the rain it pours" bedacht wird. Natürlich ganz in Plaintive-Manier - dunkel, fließend, tiefschürfend.

"Out of pain" ist seit Ende Oktober im Handel.
Bild: Rum Records
Auch die Entdecker des Blues, Mick Jagger und Keith Richards, finden einen Ehrenplatz mit "Get off of my cloud". Der Rolling-Stones-Klassiker bekommt von Plaintive Cry den passenden Blues-Mantel verpasst, ist von der jugendlich auftrampelnden Wildheit befreit und schürft mit der Erkenntnis eines Erwachsenen tief im Seelenleben des Betrachters. Die Blues-Ikone Muddy Waters ist mit einer Interpretation von "Crawling Kingsnake" ebenfalls vertreten. Thomas Hanke verneigt sich vor den ganz Großen. Auch die eigenen Kompositionen haben es in sich. Und die klingen vom Firlefanz komplett entschlackt. Keine lauten Gesänge, keine Posen und Klischees - nur pure Musik.
"Out of pain" lebt durch seine Ruhe erst auf. Hanke ist mit seinem Spiel immer präsent. Warm und rau der Blues von Plaintive Cry in der knappen Stunde Spielzeit. Der ehemalige Musiker der aufgelösten Bluesband Last Fair Deal strahlt mit Mundharmonika und seinen Saiten zupfenden Mitstreitern Rik Ullrich und Manfred Hellmuth genau die Stimmung aus, die Blues so nötig braucht. Kein Vergleich mit elektronisch verzerrter Musik, die hin und wieder mal die Charts aufrollt - sei es vom unlängst verstorbenen Gary Moore oder anderen Leuten, die längst nicht mehr an den Eisenbahngleisen entlang gehen.
"Out of pain" öffnet den Blick auf das Nötigste. Blues kann man nicht besser machen. Das dachten sich auch zahlreiche Leipziger, die bei der Record-Release-Party von "Out of pain" Thomas Hanke & Plaintive Cry feierten.
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