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Leipzigs Musikszene
Kiss, Herbert Grönemeyer, Madonna, Queen, ... kennt man ja. Aber hat Leipzig eine eigene Musikszene wie Hamburg und Berlin? Brummt in den Musikmagazinen die Musik aus Leipzig in allerhöchsten Tönen? Wohl eher nicht. Doch das soll nicht heißen, dass Musiker in Leipzig weniger qualitätsvoll tönen wie anderswo. Sie werden nur nicht beachtet und wahrgenommen. Es gibt auch in der Messestadt viel zu entdecken. Die L-IZ war in Proberäumen, Clubs und Festivals unterwegs und hat so manche Geschichte hervorgeholt. Leipzigs Musikszene ist bunt und quirlig, so das Fazit.
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Schaubühne Lindenfels: Der 17. Swimmingpool lädt zur Leipziger Konzertrunde

Daniel Thalheim
"Bademeister" Peter Schneider wartet bereits auf Gäste für die 17. Ausgabe des "Swimmingpool".
"Bademeister" Peter Schneider wartet bereits auf Gäste für die 17. Ausgabe des "Swimmingpool".
Foto: Daniel Thalheim
"Swimmingpool" heißt die Konzertreihe für Leipziger Bands. Einmal monatlich finden sich auf der Ballsaalbühne der Schaubühne Lindenfels zwei Musikgruppen ein. Das schon seit über einem Jahr. Stilistische Vielfalt schreiben die Organisatoren Peter Schneider und Katja Berger mit großen Buchstaben. Das wird am Dienstag, 10. Januar, nicht anders sein.

Als Peter Schneider nach der 16. Ausgabe der Leipziger Konzertreihe "Swimmingpool" auf die L-IZ zukam und begeistert sagte, dass die Januarausgabe schon steht, war ihm Erleichterung anzumerken. "So soll es sein", meinte er damals. Nun verkündet der umtriebige Bühnentechniker mit einem Faible für Musik aus Leipzig das Konzert offiziell.

"Ein blutiger Autounfall zwischen Frank Zappa und Motörhead - so klingt Live From Las Vegas", offeriert Peter Schneider mit blumigen Worten eine ganz besondere Band. Er zitiert aus der Bandinfo. Hinter dem Namen "Live From Las Vegas" steckt nicht etwa das gleichnamige Album von Tanz- und Sangesnixe Britney Spears aus dem Jahr 2002. Live From Las Vegas ist eine Band, die aus vier Männern besteht. Sie nennen sich Syd Beck, Mike Beat, Dresen und Billy Boston. Nicht aus Las Vegas, sondern aus Leipzig stammen sie.

Aus der Veranstaltungsinfo beschreibt Peter Schneider die lauten Gesellen und ihre Musik weiter: "Ihre Shows sind aufdringlich, abscheulich und schmalzig wie ein amerikanisches Trucker-Frühstück, enden aber in den meisten Fällen mit einem Pfefferminzbonbon für jedermann." - "Pay My Bills" heißt die Single, die Live From Las Vegas im Juni 2011 gemeinsam mit der Doc Foster Band veröffentlichten.

Moderator Raschid D. Sidgi möchte wieder die Gäste am 10. Januar einheizen.
Moderator Raschid D. Sidgi möchte wieder die Gäste am 10. Januar einheizen.
Foto: Daniel Thalheim

Die auf der Single befindlichen Songs "Pay My Bills" und "Old Peruke" wurden in einem kurzen Zeitraum von 2010 bis 2011 von Jan Heinze für "Greentone Records" aufgenommen. Darauf ist die beschriebene Mischung aus Rock'n'Roll und Flittershow zu hören. Mit Sicherheit wäre die Mixtur auf jedem Soundtrack-Sampler von Filmregisseur Quentin Tarantino gelandet, wenn Live From Las Vegas schon vor 40 bis 50 Jahren existiert hätte.

Klangexperimente verspricht "Swimmingpool"-Bademeister Peter Schneider mit einer ganz anderen Truppe. Sie hört auf den Namen "Seven Sciences Of Plenty". Zu dem Vierer, deren Mitglieder sich lieber mit Namenkürzel wie M., K., S. und A. zu erkennen geben, weiß der Veranstalter: "Das Projekt ging 2003 aus der zuvor gegründeten Band Forward hervor. Die vier Jungs produzieren vor allem instrumentale Stücke. Ihre Musik erinnert stark an bekannte Künstler wie Explosions In The Sky und Godspeed you! Black Emperor."

Dazu muss man wissen, dass seit dem Auftauchen einer gewissen Kapelle namens "Mogwai" in den späten Neunzigern langsam aber sicher eine Welle losgetreten wurde. "Post Rock" nennt sich die. Deren Vertreter frönen ihren Vorlieben für ausufernde Arrangements in instrumentalen Stücken. Meist unterlegt mit elektronischen Klangschleifen und Videoinstallationen. Viele solcher Formationen kamen nach Leipzig und sorgten ständig für volle Clubs. Leipzig besaß mit "Bollo" und "O Stranger Bend My Heart Of Darkness" einige Bands dieser Art. "Kasan" ist noch aktiv und werkelt gerade an einem Album.

"Seven Sciences Of Plenty" veröffentlichte im November 2011 ein kleines Album aus vier Titeln. "One second burns like a billion years" heißt es. Die Band selbst besitzt keine Plattenfirma im Rücken. Sie spielte jüngst beim Westpaket am 16. Dezember, wird nach dem "Swimmingpool"-Auftritt am 20. Januar in der Lola-Bar auftreten. Umtriebig ist die Band, die am liebsten unerkannt sein möchte. Das wird sich spätestens dann ändern, wenn die vier jungen Herren zusammen mit "Live From Las Vegas" für 5,50 Euro zum "Swimmingpool am 10. Januar bitten. Mit Moderator Raschid D. Sidgi werden sie im Planschbecken sitzen und ganz im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Stilistische Vielfalt wird am kommenden Dienstag groß geschrieben. Lockt das auch die Leute in die Schaubühne Lindenfels? Karten können bereits vorbestellt und reserviert werden. Peter Schneider wartet bereits mit seiner Crew auf zahlreiche Gäste.

Live From Las Vegas und Seven Sciences Of Plenty beim Bandcamp mit Hörproben:

livefromlasvegas.bandcamp.com

sevensciencesofplenty1.bandcamp.com


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