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Leipzigs Musikszene
Kiss, Herbert Grönemeyer, Madonna, Queen, ... kennt man ja. Aber hat Leipzig eine eigene Musikszene wie Hamburg und Berlin? Brummt in den Musikmagazinen die Musik aus Leipzig in allerhöchsten Tönen? Wohl eher nicht. Doch das soll nicht heißen, dass Musiker in Leipzig weniger qualitätsvoll tönen wie anderswo. Sie werden nur nicht beachtet und wahrgenommen. Es gibt auch in der Messestadt viel zu entdecken. Die L-IZ war in Proberäumen, Clubs und Festivals unterwegs und hat so manche Geschichte hervorgeholt. Leipzigs Musikszene ist bunt und quirlig, so das Fazit.
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Schaubühne Lindenfels: Rock'n'Roll ließ Publikum in den Sesseln kleben + Bildergalerie

Daniel Thalheim
Warfen sich im Swimmingpool Bälle zu: Live From Las Vegas, Seven Sciences Of Plenty und Moderator Raschid D. Sidgi.
Warfen sich im Swimmingpool Bälle zu: Live From Las Vegas, Seven Sciences Of Plenty und Moderator Raschid D. Sidgi.
Foto: Daniel Thalheim
Sitzkonzerte können ihren Reiz haben. "Swimmingpool" ist keins. Moderator Raschid D. Sidgi hatte seine Mühen, das Publikum aus den Sesseln zu bewegen. Eine müde Veranstaltung? Kommt ganz auf die Gäste an. Seven Sciences Of Plenty und Live From Las Vegas hatten aber am Dienstag ihren Spaß.

Die 17. Ausgabe des "Swimmingpool" stieg am 10. Januar. Wieder öffnete die Schaubühne Lindenfels ihre Pforten und brachte zwei Rockbands auf die Bühne. Eine von ihnen wandte sich der Zukunft zu. Die andere schaute in die Vergangenheit zurück. Die beiden Leipziger Acts "Seven Sciences Of Plenty" und "Live From Las Vegas" versprachen die bunte Mischung, die den "Swimmingpool" seit September 2010 allmonatlich ausmacht.

Das dachten sich die Macher der Konzertreihe für Leipziger Bands auch. Leider schienen die anwesenden Konzertgänger entweder Rockkonzerte nicht regelmäßig zu besuchen oder das "Swimmingpool"-Prozedere nicht zu kennen. Raschid D. Sidgi eröffnete die Show wieder mit seiner Animation um das Planschbecken.

Der Schauspieler und Musiker versuchte vergebens, nach seinem lauten "Swimming!" aus den anwesenden Kehlen ein lautes "Pool!" zu entlocken. Die meisten blieben stumm. Warum nur? Auch seiner Aufforderung, zur Bühne zu kommen, mochte die Mehrheit nicht folgen.

Bot eine unterhaltsame Show inklusive Zugabe: Live From Las Vegas.
Bot eine unterhaltsame Show inklusive Zugabe: Live From Las Vegas.
Foto: Daniel Thalheim

Einige trauten sich trotzdem nach vorne. Die meisten der Gäste beobachteten von ihren Sesseln die Schau der fünf Leipziger von "Seven Sciences Of Plenty". Jeder der Musiker nahm seinen Platz auf der Bühne ein und bewegte sich kaum vom Fleck. Sie konzentrierten sich stattdessen auf ihr Spiel. Dann war Zeit für das obligatorische Interview zwischen den beiden Konzerten.

Raschid D. Sidgi entlockte dem Bassisten "M" von Seven Sciences Of Plenty, dass zwar ihre Musik nach Improvisation klänge, aber alles einer eingeübten Struktur folge. Klingt nach Zukunftsmusik, so ein "Post Rock". Auf die Frage, welche sieben Wissenschaften aus allem bei der Band zu hören seien, entgegnete der namenlose Bassist mit einem leisen "Keine Ahnung".

Sein hilfssuchender Blick in Richtung Bühne wanderte vergebens zu einem seiner Bandkollegen, die inzwischen schon zurm Backstage-Bereich wanderten. Coole Burschen eben, dachte sich ein Gast laut. Hatte doch die Formation den Moderator extra lange im Planschbecken warten lassen. Die Instrumente mussten abgebaut werden. Dafür ließ sich die Kapelle auch schön viel Zeit.

In den Plaste-Pool hüpfte dann ein Teil der Band "Live From Las Vegas", die gleich ihren Manager mitbrachte. Er erzählte stellvertretend für seine von ihm betreute Gruppe, dass Live From Las Vegas eigentlich aus Leipzig kommt. Später führte Billy Boston gegenüber der L-IZ aus, dass das gleichnamige Britney-Spears-Album samt Eröffnungsvideo genau den Flitter beschreibe, den sich die Band auch auf die Fahnen schrieb.

Dazu gesellte sich beim Auftritt eine gehörige Portion Rock'n'Roll. Sechziger oder Siebziger Jahre irgendwie. Sonnenbrillen, bedruckte Hemden und Bartkoteletten vervollständigten das Bild von "Retro".

Selbst eine Einladung aus Las Vegas trudelte bei der Band ein. Die Leipziger konnten den Termin aber leider nicht wahrnehmen. Aber ein Traum wäre es für Billy Boston & Co. schon, am selben Ort aufzutreten, wo Elvis Presley, Frank Sinatra und das "Rat Pack" ihre Glanzzeiten hatten.

Außer bei den Sesselhockern fiel die Show der Las-Vegas-Rocker auf fruchtbaren Boden. Die "Vegas-Boys" ließen ein paar Puppen tanzen. Nach der Show jubelten sie nach "Zugabe". Von diesem Zuspruch überzeugt, kam die Band noch für einen Song zurück.

Zuvor stellte Live From Las Vegas seine aktuelle CD "Pay my fucking bills" ausgiebig vor. Titel wie "Old Peruke" und "Pay my bills" konnten überzeugen. Auf einer Vinylsingle finden sich die beiden Songs inklusive Downloadmöglichkeit fürs gesamte Album wieder. Verkauft hatte die Band an diesem Abend keines ihrer Angebote. Aber vielleicht war nur nicht das richtige Publikum da.

Raschid D. Sidgi versprach den Herausgehenden schon mal die jungen Newcomer von Bonsaii zum 7. Februar. Die frischgebackene Formation werkelte gerade an ihrem ersten Album, das im Januar erscheinen soll.

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