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Leipzigs Musikszene
Kiss, Herbert Grönemeyer, Madonna, Queen, ... kennt man ja. Aber hat Leipzig eine eigene Musikszene wie Hamburg und Berlin? Brummt in den Musikmagazinen die Musik aus Leipzig in allerhöchsten Tönen? Wohl eher nicht. Doch das soll nicht heißen, dass Musiker in Leipzig weniger qualitätsvoll tönen wie anderswo. Sie werden nur nicht beachtet und wahrgenommen. Es gibt auch in der Messestadt viel zu entdecken. Die L-IZ war in Proberäumen, Clubs und Festivals unterwegs und hat so manche Geschichte hervorgeholt. Leipzigs Musikszene ist bunt und quirlig, so das Fazit.
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Weltmusik mit Suchtfaktor: Leipzigs Villakeller meldet mit Rada Synergica ausverkauft

Maria Nova
Geballte Frauenpower: Rada Synergica räumte im Leipziger Villakeller ab.
Geballte Frauenpower: Rada Synergica räumte im Leipziger Villakeller ab.
Bild: Maria Nova
Weltmusik erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Dass man traditionelle Weisen skandinavischer und osteuropäischer Musik mit Witz und Charme in tanzbare Musik gekleidet auf die Bühne bringen kann, bewiesen die drei Damen von Rada Synergica am Donnerstagabend, 10. November, im Veranstaltungskeller der Villa Leipzig.

Nieselregen, Leipzig versank im Nebel, der Herbst kündigt langsam den Winter an. Es war ein kalter Herbstabend, als sich am Donnerstag die Pforten des Villakellers öffneten. Rada Synergica lud zu osteuropäischer Weltmusik und Klezmer. Mit diesem Ansturm hat das Team des Villakellers nicht gerechnet. Die Aufstockung der Bestuhlung reichte an diesem Abend nicht aus. Bis in die hintersten Ecken des Villakellers drängte sich das Publikum aller Altergruppen ab 18, als die drei sympathischen Frauen die Bühne betraten.

Knapp hundert Leute waren es an diesem Abend, bei der vermeintlichen Konzertmuffeligkeit des gemeinen Leipzigers eine überwältigende Zahl für die Villa.

„Drei Frauen, drei Stimmen, sieben Intrumente“, und dieses Mal sollte ein weiteres hinzu kommen. Bühnenerfahren ist die musikverliebte Truppe allemal, gibt es sie schließlich schon seit fast zehn Jahren. Ihre Stücke reichen von traditionellen Weisen aus Schweden und Israel bis in alle Welt, ihre Spielfreude reißt mit. Freude ist auch die Essenz von Stefanie, Sylke und Claudia, bedeutet doch „Rada“ nichts anderes als das. Die drei sponnen mit ihrem Witz und Temperament schon fast ein bisschen kabarettistisch den roten Faden ihres knapp zweistündigen Programms. Eine Gitarre, ein Akkordeon, ein E-Piano, ein Saxophon, eine Jembe, eine Klarinette und ein Cello, in jedem Lied kombinierten sie ihre Intrumentierung neu.

Knagge Sounds&Concepts setzt auf Elektronik.
Knagge Sounds&Concepts setzt auf Elektronik.
Bild: Maria Nova
Aber auch a cappella entführte das Trio in fremde Kulturen. Kein Wunder, wenn man bei diesen wunderbar warmen Melodien nicht die triste Kälte des vor der Tür gebliebenen Herbstes vergaß. Das Lieblingsthema der drei adretten Frauen: Männer und die Liebe, wie sollte es anders sein. Es war fast schon bedauerlich, dass der Veranstaltungskeller der Villa Leipzig zu überfüllt war, um das Tanzbein zu schwingen.

Eine besondere Überraschung hoben sie sich für das letzte Drittel ihres Programms auf. Jann van de Kaast, bekannt als Schlagzeuger um den Leipziger Bluesgitarristen Francis D.D. String und der "Liedertour" betrat die Bühne, um den Frauen zum richtigen Beat zu verhelfen.

Seit kurzer Zeit fusionieren sie mit dem Klangkollektiv "Knagge Sounds&Concepts" um Tontechniker Daniel Lichtenstein. Am Donnerstagabend sollte diese Zusammenarbeit ihre verdienten Früchte tragen. Jonathan Falk alias DJ Kalaz produzierte für die Damen zwei elektronisch bassige Titel und Herr van de Kaast vergoldete es ihnen mit seinem Live-Drumset. Eine ungewohnte Kombination, Dubstep und Weltmusik. Jedoch schien diese Rechnung aufzugehen, das Publikum war begeistert. Geballte Frauenpower - das sieht man in Leipzig allzu selten.

Jemand wusste zu berichten: Frauenbands sind gerade in Leipzig ein seltenes Gut. Das zeigt auch die "Le Band“-Studie der Villa Leipzig. Es sind gerade mal 5 Prozent unter den über 200 Bands der Messestadt. Dass es funktioniert, bewiesen Rada Synergica. Für das Publikum waren sie überzeugend. Ein Gast meinte anschließend: "Ein Suchtfaktor, ein interkultureller musikalischer Diskurs der mit verjüngenden Fusion mit der Knaggecrew an Strahlkraft gewinnt und ein vielversprechendes Jahr 2012 für die Band verspricht."

Den visuellen Rückblick auf diesen Abend findet irgendwann auf dem Youtubekanal des Villakellers.

Bands und Villakeller Online
www.rada-synergica.de
www.knagge.net
www.youtube.com/user/VILLAKeller


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