Kämmerer Torsten Bonew zu Teilprivatisierungen: Leipzig muss künftig verlässlicher mit seinem Eigentum umgehen
Gernot Borriss
26.02.2011
Torsten Bonew
Foto: Matthias Weidemann
Für Leipzigs Kämmerer führt an der Stabilisierung der LVV kein Weg vorbei. Wegmarken sollen dabei der Teilverkauf von perdata und HL komm bilden. „Leipzig muss künftig verlässlicher mit seinem Eigentum umgehen“, merkt Torsten Bonew dazu im L-IZ-Interview an. Deshalb sei der Griff in die LVV-Kasse zur Deckung des Stadtetats nun verbaut.
Anzeige
Wie bewerten Sie allgemein den Stadtratsbeschluss zur Einleitung eines Bieterverfahrens zum Teilverkauf von perdata und HL-komm?
Der Beschluss ist ein gutes Signal des Stadtrates, den Ernst der Lage erkannt zu haben. Wir müssen die LVV stabilisieren, daran führt kein Weg vorbei. Die Diskussionen und das Ergebnis zeigen mir, dass es dafür im Rat eine breite Mehrheit gibt. Weiterhin sehe ich darin auch ein Signal an die Privatwirtschaft. Leipzig schätzt Unternehmergeist und lädt auch weiterhin private Investoren ein, sich am Wachstum des Standortes Leipzig zu beteiligen. Außerdem zeigt dieser Beschluss, dass die große Mehrheit der Räte ein Ende der Abführungen der Beteiligungsunternehmen nach Kassenlage will. Leipzig muss künftig verlässlicher mit seinem Eigentum umgehen. Andererseits bedeutet dies auch, dass man künftig andere, sicherlich unpopulärere Maßnahmen ergreifen muss.
Teil des Beschlusses zur Stabilisierung des LVV-Konzerns ist die Stundung des städtischen Gesellschafterdarlehens, das dem Stadthaushalt bisher Abführungen des Unternehmens sicherte. Im Vorfeld der Teilverkaufsentscheidung haben Sie argumentiert, dass bei Nichtverkauf dem Stadthaushalt 2011 eine Lücke von 33 Millionen Euro dadurch drohe, dass die LVV keine Abführungen mehr leisten könne. Mit welcher Etatlücke müssen wir nun für 2011 rechnen, und welche haushalterischen Folgen verbinden Sie damit?
Leipzigs Finanzbürgermeister Torsten Bonew.
Foto: Matthias Weidemann
Gerade dieser Beschluss bildet die Grundlage, die fälligen Raten bis spätestens Ende des Jahres zu stunden. Ich bin sehr zuversichtlich, dass nun die Geschäftsführung der LVV alle notwendigen Schritte einleiten wird, um noch im laufenden Jahr einen erheblichen Teil der Deckungslücke zu schließen und somit wieder tilgungsfähig zu werden.
Für Grünen-Fraktionschef Wolfram Leuze soll der Veräußerungsbeschluss auch dazu dienen, die kommunalen Betriebe vor „unbotmäßigen und damit unternehmensschädigenden Entnahmen der Stadt zu schützen“. Wie schutzbedürftig sind denn die Stadtwerke und die Wasserwerke an dieser Stelle?
Herr Leuze meint damit, wie schon oben von mir ausgeführt, dass Schluss sein muss mit Ausschüttungen nach Kassenlage. Dies ist auch meine Forderung. Künftig sollten wir uns berechenbar daran orientieren, dass unsere Beteiligungen jährlich eine angemessene Rendite ausschütten. Und damit meine ich keine zwei Prozent wie beim Festgeld. Ich gehe da von mindestens zweistelligen Raten aus. Dies vorausgesetzt, muss man dann alle Firmen vor weiteren Zugriffen des Gesellschafters Stadt bewahren. Soll heißen, dass sowohl Verwaltung als auch Rat künftig entstehende Etatlücken nicht durch einen Griff in die LVV-Kasse schließen können.
Dazu ein kleines Beispiel: Im Zuge der Haushaltsberatungen im Dezember 2010 war ein Stadtrat bei mir und meinte, er hätte die Lösung zur Verhinderung der Grundsteuererhöhung. Man müsse doch nur beschließen, die LVV soll noch 20 Millionen Euro mehr ausschütten.
Was bedeutet ein Verzicht auf Zuführungen aus den Erlösen der kommunalen Betriebe für die städtischen Einnahmen und Ausgaben?
Keiner will auf Ausschüttungen von kommunalen Firmen verzichten. Die Stadt hat als Gesellschafter ein Recht auf eine, dem Risiko entsprechende angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Nur Ausschüttungen darüber hinaus sind ausgeschlossen. Und das ist auch gut so.
Welche Folgen für die Leipziger ergeben sich daraus?
Im Zweifel werden wir Ausgaben kürzen müssen. Aber dazu sehe ich im Moment keinen konkreten Anlass.
Was spricht aus Ihrer Sicht dafür, dass es der Stadtpolitik mit diesem Paradigmenwechsel auf Dauer ernst ist?
Alle handelnden Personen, die die Lage zu verantworten haben, haben gewechselt. Angefangen vom Oberbürgermeister, über die Geschäftsführungen bis hin zum Stadtrat mit seinen Mehrheiten. Aus meiner Sicht gibt es über diese Personen eine breite sehr verantwortungsvolle Mehrheit, die Stadt und die LVV zu konsolidieren.
Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils. mehr…
Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben. mehr…
Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird. mehr…
Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat. mehr…
"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden. mehr…
Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491. mehr…
In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins glatt mit 0:41 geschlagen geben. Gegen die Greife von der mecklenburgischen Küste fanden die heimischen Löwen am Sonnabend einfach keine Mittel. Für Running Back Daniel Teubert war es zugleich das letzte Spiel im Lion-Dress. mehr…
Es ist eine Mischung aus Volksfest und hochklassigem Sportevent. Die 9. Auflage der „Sparkassen Neuseen Classics – Rund um die Braunkohle“ war auch am Sonntag, den 20. Mai, eine Erfolgsstory. Über 50.000 begeisterte Zuschauer jubelten bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen Profis wie Amateuren auf ihren Rennrädern entlang der Strecke und im Gewerbepark Zwenkau zu. mehr…
Im Prozess um den Tod einer Leipziger Arabistik-Studentin gibt es ein Geständnis. Verteidiger Ralf Juhnke verlas zu Beginn des zweiten Verhandlungstags eine Erklärung. Sein Mandant Sebastian T. (28) habe Franziska S. (25) im Streit mit einem Hammer erschlagen. Im Studentenwohnheim in der Johannes-R.-Becher-Straße lauerte der Berliner seiner Ex-Freundin auf, um sie zur Rede zu stellen. mehr…
Am Dienstag, 29. Mai, beginnt die große Festwoche am Neuen Nikolaigymnasium, mit der das 500-jährige Bestehen der Schule gefeiert wird. Im Gegensatz zur Thomasschule wissen die Nikolaitaner sogar recht sicher, dass ihre Schule ihre Wurzeln im Jahr 1512 hat. Und selbst das Schulgebäude existiert noch am Nikolaikirchhof. Hier könnte man in diesem Jahr auch feiern. Das tut man auch. Am 29. Mai eröffnet dort die Ausstellung "Bürgerstolz und Bildung". mehr…
Wissenschaftler der Universität Leipzig haben einen Meilenstein auf dem Gebiet der Erforschung von Gliazellen gesetzt. Sie konnten in einer internationalen Zusammenarbeit den Nachweis führen, dass Nervenzellen und Gliazellen ähnliche Wirkmechanismen haben. Beide setzen zur Kommunikation Botenstoffe frei. Bislang wurde den Gliazellen diese Fähigkeit abgesprochen, sie galten nur als "Stützgerüst" für die Nervenzellen. mehr…
Nach dem überraschenden Rücktritt von Lok-Trainer Willi Kronhardt hat beim 1. FC Lok Ernüchterung Einzug gehalten. Präsident Michael Notzon rekapituliert noch einmal für L-IZ.de die Ereignisse am Sonntagvormittag und bezieht Stellung zur Finanzsituation des Vereins. mehr…
Ein Film über eine einzigartige Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost ist am Dienstag, dem 22. Mai, um 19:30 Uhr der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 8, zu sehen. Für den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ begleiteten Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zwölf deutsche Jugendliche. mehr…
Am Mittwoch, dem 23. Mai um 19:30 Uhr wird Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD), im BüroCafé Tiefensee, Gottschedstraße/Ecke Zentralstraße in Leipzig, mit Günter Gloser, MdB (SPD), Staatsminister a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Nahen und Mittleren Osten, über den Aufstand in Syrien und die Auswirkungen auf die Region sowie den „Arabischen Frühling“ sprechen. mehr…
Eine Riesenanspannung auf dem Markt hat Frank Sennhenn, Vorstandschef der DB Regio AG, ausgemacht. Denn der Schienenpersonennahverkehr befinde sich inmitten einer „Vergabespitze“. Zwischen 2012 und 2014 werden insgesamt 260 Millionen Zugkilometer ausgeschrieben. Zwischen 2014 und 2017 werden weitere 100 Millionen folgen. mehr…