SWL- und LVV-Aufsichtsräte stimmen gegen Verkäufe von HL komm und perdata: Was ist diese Entscheidung wert?
Vanessa Raab
26.01.2012
Sitz der Perdata am Martin-Luther-Ring.
Foto: Ralf Julke
In ihren letzten Sitzungen haben die Aufsichtsräte der Stadtwerke Leipzig (SWL) und auch der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV) mit großer Mehrheit gegen die Komplettverkäufe der IT-Unternehmen perdata und HL komm gestimmt. Doch was sind diese Entscheidungen wert, wenn der Stadtrat in dieser Sache das letzte Wort hat?
Anzeige
In diesem ganz speziellen Fall „haben die Abstimmungen einen emotionalen, aber keinen bindenden Wert“, sagt Steffen Wehmann, der für Die Linke im Stadtwerke-Aufsichtsrat sitzt. Es ist also nur eine Empfehlung, die als Signal an den Stadtrat gesendet wird.
Aber: „Man kann nicht prinzipiell davon ausgehen, dass der Stadtrat dem Aufsichtsrat-Votum folgt. Das ist offen. Bei der Einleitung des Verfahrens vor einem Jahr hat er auch dagegen votiert, der Stadtrat aber mehrheitlich dafür“, erzählt Roland Quester von der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen.
Ines Jahn, Geschäftsführerin von ver.di Bezik Leipzig/ Nordsachsen, sitzt für die Arbeitnehmervertreterseite im Aufsichtsrat der SWL. Sie bezeichnet dieses ganze Verfahren als „Pervertierung der Mitbestimmung“, denn die Entscheidung werde ganz eindeutig „kassiert“.
Es erweckt den Anschein, dass es politischer und kein wirtschaftlicher Wille des Oberbürgermeisters ist, sich den beiden IT-Unternehmen zu entledigen. Burkhard Jung zeigte in den Diskussionen wenig Verständnis. Der Aufsichtsrat musste auch richtig kämpfen, dass überhaupt in diesem Gremium über die Anteilsverkäufe abgestimmt wurde.
Sitz der HL komm am Martin-Luther-Ring.
Foto: Ralf Julke
Die Stadt ist als Gesellschafter die Mutter des LVV-Konzerns, dessen Tochter wiederum die SWL sind, zu denen die HL komm und perdata gehören. Es ist also ein Urenkel über den die Stadt - allen voran der Oberbürgermeister - einschneidende Beschlüsse fassen lässt. Eigentlich ist der Aufsichtsrat dafür da, um als unabhängiges Gremium genau solche Entscheidungen zu kontrollieren.
Auch wenn die anderen Mitglieder frei scheinen, so ist es der Aufsichtsratsvorsitzende nicht. Bei den Stadtwerken ist das Josef Rahmen, der auf der anderen Seite LVV-Geschäftsführer ist. Diese für Unternehmen zwar nicht unübliche Rollenverteilung mutet doch ein wenig schizophren an, wenn Rahmen praktisch gegen seine eigenen Auflagen stimmen müsste. Also hat er sich bei der Abstimmung zu den Anteilsverkäufen enthalten. Und das ist ja auch nicht Sinn der Sache.
„Sicherlich ist es immer wieder sinnvoll darüber nachzudenken, wie die Rolle des Gesellschafters aussehen soll, welche Befugnisse er bekommt, in welchen Strukturen gearbeitet werden soll“, stimmt Steffen Wehmann zu. Im Februar-Beschluss gab es genau zu diesem Thema einen Prüfauftrag in der Vorlage V/1041 unter Punkt 14 d ("Steuerbarkeit der Unternehmen durch die Gesellschafterin Stadt Leipzig"). „Leider wurde dieser Punkt nicht umgesetzt. Strukturen sind aber ein wesentliches Element für oder gegen den Erfolg“, so Wehmann.
Angestellte der LVV gegen den Verkauf von perdata und HL komm heute vor dem Leipziger Rathaus
Foto: Daniel Thalheim
Nun bleibt es also an der Ratsversammlung hängen, ob sie den Wünschen des Stadtoberhaupts folgt oder nicht – und ob sie ihrer Entscheidung vom Februar 2011 treu bleibt. Da ist nämlich beschlossen worden, dass nur 49,9% verkauft werden sollen. Die Fraktionen haben sich jedenfalls noch nicht eindeutig positioniert, da auch noch nicht klar ist, welche Punkte der Vorlage zur Neuausrichtung des LVV-Konzerns nun tatsächlich heute zur Abstimmung gestellt werden.
Vor den hohen Toren des Rathauses stand denn auch folgerichtig ein Empfangskomitee, bestehend aus Mitarbeitern der LVV, um die Stadträte auf ihre Sicht der Dinge aufmerksam zu machen.
Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils. mehr…
Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben. mehr…
Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird. mehr…
Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat. mehr…
"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden. mehr…
Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491. mehr…
In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins glatt mit 0:41 geschlagen geben. Gegen die Greife von der mecklenburgischen Küste fanden die heimischen Löwen am Sonnabend einfach keine Mittel. Für Running Back Daniel Teubert war es zugleich das letzte Spiel im Lion-Dress. mehr…
Es ist eine Mischung aus Volksfest und hochklassigem Sportevent. Die 9. Auflage der „Sparkassen Neuseen Classics – Rund um die Braunkohle“ war auch am Sonntag, den 20. Mai, eine Erfolgsstory. Über 50.000 begeisterte Zuschauer jubelten bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen Profis wie Amateuren auf ihren Rennrädern entlang der Strecke und im Gewerbepark Zwenkau zu. mehr…
Im Prozess um den Tod einer Leipziger Arabistik-Studentin gibt es ein Geständnis. Verteidiger Ralf Juhnke verlas zu Beginn des zweiten Verhandlungstags eine Erklärung. Sein Mandant Sebastian T. (28) habe Franziska S. (25) im Streit mit einem Hammer erschlagen. Im Studentenwohnheim in der Johannes-R.-Becher-Straße lauerte der Berliner seiner Ex-Freundin auf, um sie zur Rede zu stellen. mehr…
Am Dienstag, 29. Mai, beginnt die große Festwoche am Neuen Nikolaigymnasium, mit der das 500-jährige Bestehen der Schule gefeiert wird. Im Gegensatz zur Thomasschule wissen die Nikolaitaner sogar recht sicher, dass ihre Schule ihre Wurzeln im Jahr 1512 hat. Und selbst das Schulgebäude existiert noch am Nikolaikirchhof. Hier könnte man in diesem Jahr auch feiern. Das tut man auch. Am 29. Mai eröffnet dort die Ausstellung "Bürgerstolz und Bildung". mehr…
Wissenschaftler der Universität Leipzig haben einen Meilenstein auf dem Gebiet der Erforschung von Gliazellen gesetzt. Sie konnten in einer internationalen Zusammenarbeit den Nachweis führen, dass Nervenzellen und Gliazellen ähnliche Wirkmechanismen haben. Beide setzen zur Kommunikation Botenstoffe frei. Bislang wurde den Gliazellen diese Fähigkeit abgesprochen, sie galten nur als "Stützgerüst" für die Nervenzellen. mehr…
Nach dem überraschenden Rücktritt von Lok-Trainer Willi Kronhardt hat beim 1. FC Lok Ernüchterung Einzug gehalten. Präsident Michael Notzon rekapituliert noch einmal für L-IZ.de die Ereignisse am Sonntagvormittag und bezieht Stellung zur Finanzsituation des Vereins. mehr…
Ein Film über eine einzigartige Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost ist am Dienstag, dem 22. Mai, um 19:30 Uhr der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 8, zu sehen. Für den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ begleiteten Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zwölf deutsche Jugendliche. mehr…
Am Mittwoch, dem 23. Mai um 19:30 Uhr wird Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD), im BüroCafé Tiefensee, Gottschedstraße/Ecke Zentralstraße in Leipzig, mit Günter Gloser, MdB (SPD), Staatsminister a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Nahen und Mittleren Osten, über den Aufstand in Syrien und die Auswirkungen auf die Region sowie den „Arabischen Frühling“ sprechen. mehr…
Eine Riesenanspannung auf dem Markt hat Frank Sennhenn, Vorstandschef der DB Regio AG, ausgemacht. Denn der Schienenpersonennahverkehr befinde sich inmitten einer „Vergabespitze“. Zwischen 2012 und 2014 werden insgesamt 260 Millionen Zugkilometer ausgeschrieben. Zwischen 2014 und 2017 werden weitere 100 Millionen folgen. mehr…