Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche




Tagesübersicht Leipziger Internet Zeitung
Alle Nachrichten von: heute | gestern | vorgestern

Grünen-Anfrage zur LVV wirft weitere Fragen auf: Will sich die Stadt vor Steuerrückzahlungen drücken?

Vanessa Raab
Speck's Hof: Sitz der LVV.
Speck's Hof: Sitz der LVV.
Foto: Ralf Julke
In der letzten Stadtratssitzung am 14. September hat die Grüne eine Anfrage zur Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV) an den Oberbürgermeister gestellt. Die Fraktion wünscht sich darin eine Umwandlung des Gesellschafterdarlehens in Eigenkapital - was an sich eine logische Konsequenz darstellt, denn wie auch der Bundesfinanzhof in seinem Beschluss vom 12. Oktober 2010 bestätigt, geht es anscheinend in dieser Sache nicht mit rechten Dingen zu.

Anzeige

Aber der Reihe nach: die LVV ist ein kommunales Unternehmen, unter dessen Dach die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), die Kommunalen Wasserwerke (KWL) und die Stadtwerke Leipzig (SWL) vereint sind. Da die LVV 1997 die Anteile an den Firmen nicht kaufen konnte, ist ihr von der Stadt ein Darlehen von knapp 300 Millionen Euro gewährt worden. In sogenannten Tranchen (8-13 Mio. Euro) soll der Kredit bis 2025 komplett zurückbezahlt werden. Faktisch sei dieses Geld aber nie geflossen, sondern der LVV seien einfach die Anteile an LVB, SWL und KWL übertragen worden, wie ein Insider auf L-IZ-Nachfrage bestätigt. Das ist der erste Haken.

Der zweite Haken: Auf das damals gewährte Gesellschafterdarlehen muss die LVV Zinsen an die Stadt zahlen. Aber auch die Rate von jährlich über 10 Millionen Euro, die seit Jahren gestundet ist, werde nicht wirklich an die Stadt überwiesen. Da die LVV ja ein kommunales Unternehmen sei, stocke die Stadt damit einfach dessen Eigenkapital auf.

Speck's Hof: Sitz der LVV.
Speck's Hof: Sitz der LVV.
Foto: Ralf Julke

Seit 2002 durchforstet das Finanzamt die Unterlagen der kommunalen Holding und ist dabei auf die Unregelmäßigkeiten aufmerksam geworden. Das Ganze ging vor das sächsische Finanzgericht und sogar vor den Bundesfinanzhof. Die Zinszahlungen auf das Darlehen erscheinen im Haushalt der Stadt als Aufwand und darauf müssen keine Steuern gezahlt werden – um die hat sich die Stadt also gekonnt herumgedrückt. Die Finanzgerichte haben ihr Urteil gefällt und erkennen dieses Verfahren nicht an. Daraus ergibt sich die Ableitung, dass das gewährte Gesellschafterdarlehen eben kein echtes Darlehen ist, sondern wie in der Grünen-Anfrage betitelt eine „verdeckte Kapitaleinlage“. Deshalb meint die Fraktion, es wäre nur sinnvoll, den gesamten Kredit in Eigenkapital umzuwandeln.

Speck's Hof: Sitz der LVV.
Speck's Hof: Sitz der LVV.
Foto: Ralf Julke
Unklarheit herrscht noch darüber, wann Oberbürgermeister Burkhard Jung von den Urteilen erfahren hat. Er selbst weicht dieser Frage aus. Auf den Seiten des Bundesfinanzhofs ist zu erfahren, dass der Beschluss bereits im Dezember 2010 veröffentlicht wurde. Die LVV-Aufsichtsratmitglieder Reiner Engelmann und Steffen Wehmann (beide Die Linke) sind der Ansicht, dass sich das Wissen um die Urteile auf die Begründung für die Anteilsverkäufe von HL Komm und Perdata auswirke.

Wehmann ist schon „ein Stückchen darüber erzürnt“, seien die Urteile doch ein Baustein. Er stellt deshalb die Beziehung zwischen Stadtrat und Verwaltung in Frage, wenn die Urteile schon vorher bekannt gewesen seien. Engelmann dazu: „Ich bin schon etwas zornig, wir sind doch nicht blöde.“

Zwar gibt Wehmann dem Stadtoberhaupt Recht, dass die Anfrage der Grünen aufgrund der Komplexität der Sache nicht ausreichend beantwortet werden könne, aber dennoch „hat er um die Antworten drum herum geredet.“ Der Linken-Stadtrat hatte bereits in der August-Sitzung eine Anfrage zu den Urteilen und der Übermittlung der entsprechenden Dokumente gestellt. Normales Procedere ist, dass Anfragen, die aus Zeitgründen nicht mehr mündlich in der Stadtratssitzung beantwortet werden können, innerhalb von zehn Tagen schriftlich dem Einreicher mitzuteilen sind. Diese Anfrage sollte dann, wie vom Büro für Ratsangelegenheiten zu erfahren war, eigentlich bis Donnerstag, 15. September, beantwortet werden. Das ist aber, aus welchen Gründen auch immer, noch nicht geschehen.

SPD-Fraktionschef Axel Dyck, der auch im Aufsichtsrat der LVV sitzt, sieht hingegen keinen Zusammenhang zwischen dem Wissen um die Urteile und den Anteilsverkäufen: „Es sind alle informiert gewesen, ist doch in den Betriebsbüchern dargestellt.“ Er meint, dass die Thematik für eine Anfrage, wie sie die Grünen gestellt haben, viel zu kompliziert sei, betreffe das Ganze doch einen Zeitraum von 14 Jahren. Aber auch er wünscht sich: „Kein Misstrauen und kein Verstecken. Die LVV und die Stadt sind eine Einheit. Darlehen oder Eigenkapital ist doch eine reine Bilanzierungsfrage der LVV. Für die würde sich nichts ändern, die Summe bleibt die gleiche, nur die Tilgungsraten fallen dann weg.“

Wie der Insider berichtet, habe Burkhard Jung wohl wirklich erst nach den Februar-Stadtratsbeschlüssen, welche die Anteilsverkäufe und auch die Umstrukturierung der LVV regeln, von den Urteilen erfahren. Jung wies in seiner Antwort auf die Grünen-Anfrage darauf hin, dass man zwar nun steuerrechtlich wisse, dass das Darlehen nicht anerkannt werde, aber welche Auswirkungen das zivil- und öffentlich-rechtlich hätte, noch nicht eingeschätzt werden könne.

Die Anfrage von Stadtrat Steffen Wehmann als pdf: http://notes.leipzig.de

Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 12.10.2010, veröffentlicht am 22.12.2010: http://juris.bundesfinanzhof.de

 
Wolfram Leuze zur LVV-Anfrage.
Audio: Vanessa Raab, Foto: Daniel Thalheim


Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks




Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Ausstellungseröffnung am 24. Mai: Es ‚messet’ wieder. Reclams Messestände von 1945 – 1990

Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils. mehr…

Grüne Hochschulgruppe und Grüne Jugend laden ein: Diskussion über die Preiserhöhung der LVB

Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben. mehr…

Eine Wagner-Doppel-CD aus den ETERNA-Archiven: Richard ist Leipziger ...

Doppel-CD zum 200. Geburtstag: Richard ist Leipziger ...
Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird. mehr…

Am 23. Mai: Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln ist zu Gast in Leipzig

Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln.
Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat. mehr…

Am 23. Mai in Markkleeberg: Grüner-Ring-Veranstaltung zur agra-Brücke

"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden. mehr…

Doppelstadt mit Berggeschrei: Annaberg an einem Tag

Ein Doppelstadtrundgang: Annaberg an einem Tag.
Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491. mehr…

American Football: Rostocker greifen bei den Leipzig Lions die Punkte ab

In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins (hellblau) glatt mit 0:41 geschlagen geben.
In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins glatt mit 0:41 geschlagen geben. Gegen die Greife von der mecklenburgischen Küste fanden die heimischen Löwen am Sonnabend einfach keine Mittel. Für Running Back Daniel Teubert war es zugleich das letzte Spiel im Lion-Dress. mehr…

50.000 begeisterte Zuschauer bei Neuseen Classics: Lokalmatador André Schulze gewinnt Profirennen im Zielsprint

Es ist eine Mischung aus Volksfest und hochklassigem Sportevent. Die 9. Auflage der „Sparkassen Neuseen Classics – Rund um die Braunkohle“ war auch am Sonntag, den 20. Mai, eine Erfolgsstory. Über 50.000 begeisterte Zuschauer jubelten bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen Profis wie Amateuren auf ihren Rennrädern entlang der Strecke und im Gewerbepark Zwenkau zu. mehr…

Leipziger Stalking-Mord: Chemie-Student gesteht tödliche Hammerschläge

Im Prozess um den Tod einer Leipziger Arabistik-Studentin gibt es ein Geständnis. Verteidiger Ralf Juhnke verlas zu Beginn des zweiten Verhandlungstags eine Erklärung. Sein Mandant Sebastian T. (28) habe Franziska S. (25) im Streit mit einem Hammer erschlagen. Im Studentenwohnheim in der Johannes-R.-Becher-Straße lauerte der Berliner seiner Ex-Freundin auf, um sie zur Rede zu stellen. mehr…

500 Jahre Nikolaischule: Die Veranstaltungen zum 500-jährigen kündigen sich an

Alte Nikolaischule.
Am Dienstag, 29. Mai, beginnt die große Festwoche am Neuen Nikolaigymnasium, mit der das 500-jährige Bestehen der Schule gefeiert wird. Im Gegensatz zur Thomasschule wissen die Nikolaitaner sogar recht sicher, dass ihre Schule ihre Wurzeln im Jahr 1512 hat. Und selbst das Schulgebäude existiert noch am Nikolaikirchhof. Hier könnte man in diesem Jahr auch feiern. Das tut man auch. Am 29. Mai eröffnet dort die Ausstellung "Bürgerstolz und Bildung". mehr…

Leipziger Wissenschaftler setzen Meilenstein in Glia-Zellforschung: Bald Behandlung von schweren Netzhauterkrankungen möglich?

Prof. Andreas Reichenbach.
Wissenschaftler der Universität Leipzig haben einen Meilenstein auf dem Gebiet der Erforschung von Gliazellen gesetzt. Sie konnten in einer internationalen Zusammenarbeit den Nachweis führen, dass Nervenzellen und Gliazellen ähnliche Wirkmechanismen haben. Beide setzen zur Kommunikation Botenstoffe frei. Bislang wurde den Gliazellen diese Fähigkeit abgesprochen, sie galten nur als "Stützgerüst" für die Nervenzellen. mehr…

Lok-Präsident Notzon zum Kronhardt-Rücktritt: „Wir gleiten nicht ins Chaos ab“

Michael Notzon.
Nach dem überraschenden Rücktritt von Lok-Trainer Willi Kronhardt hat beim 1. FC Lok Ernüchterung Einzug gehalten. Präsident Michael Notzon rekapituliert noch einmal für L-IZ.de die Ereignisse am Sonntagvormittag und bezieht Stellung zur Finanzsituation des Vereins. mehr…

Am 22. Mai Film und Diskussion in der naTo: „Wir weigern uns Feinde zu sein“

Wir weigern uns Feinde zu sein
Ein Film über eine einzigartige Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost ist am Dienstag, dem 22. Mai, um 19:30 Uhr der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 8, zu sehen. Für den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ begleiteten Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zwölf deutsche Jugendliche. mehr…

Am 23. Mai: Podiumsdiskussion „Todesfalle Syrien – Aufstand der Hilflosen“ und Ausstellungseröffnung „Syrien 1986“

Am Mittwoch, dem 23. Mai um 19:30 Uhr wird Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD), im BüroCafé Tiefensee, Gottschedstraße/Ecke Zentralstraße in Leipzig, mit Günter Gloser, MdB (SPD), Staatsminister a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Nahen und Mittleren Osten, über den Aufstand in Syrien und die Auswirkungen auf die Region sowie den „Arabischen Frühling“ sprechen. mehr…

Ausschreiben, so lange das Geld reicht: Schienenpersonennahverkehr mitten in der Vergabespitze

Nahverkehrszug im Leipziger Schienennetz.
Eine Riesenanspannung auf dem Markt hat Frank Sennhenn, Vorstandschef der DB Regio AG, ausgemacht. Denn der Schienenpersonennahverkehr befinde sich inmitten einer „Vergabespitze“. Zwischen 2012 und 2014 werden insgesamt 260 Millionen Zugkilometer ausgeschrieben. Zwischen 2014 und 2017 werden weitere 100 Millionen folgen. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Anzeigen.
Veranstaltungshinweise der IHK Leipzig

Veranstaltungshinweise:

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
Zur Website der IHK Leipzig
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Aktuelle Dossiers.
Anzeigen.
Leipziger Leselust Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher Leipziger Autoren und Verlage.
Link-Tipps.
Bildblog