Buchmesse-Nachlese: „Der Erbe der Zeit“ – Der erste Roman zum Lesen und Hören
Matthias Weidemann
23.03.2011
Christoph Schneider.
Foto: Matthias Weidemann
Man könnte es Akustik-Literatur nennen, was sich der Autor Christoph Schneider da ausgedacht hat. Sozusagen ein Hörbuch zum Lesen. Das Fantasy-Epos „Der Erbe der Zeit“ ist der erste Roman zum Lesen und Hören, der auf der Buchmesse vorgestellt wird.
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Eine Einschränkung gibt es aber noch, meint der hauptberuflich als Spieleentwickler tätige Bad Lausicker: „Vorerst ist der Roman für iPhone und iPad verfügbar.“ An dem Roman selbst hat er über sechs Jahre lang geschrieben: „Da ich selbst Spieleentwickler bin, lag für mich diese Idee sehr nahe.“
Während der Arbeiten zu seinem Roman zum Lesen und Hören wurde er den Eindruck nicht los, dass noch etwas fehlte. Christoph Schneider: „Das war die Musik. Zu so einer Geschichte gehört so etwas natürlich. Dazu habe ich mich an Bands wie L’Ame Immortelle, Letzte Instanz, Nightwish und Xandria gewandt. Wir haben gemeinsam zwei Monate daran gearbeitet, bis wir die passenden Songs gefunden hatten, mit denen wir die Texte unterlegen konnten. Auf einmal bekam die ganze Sache eine ganz andere Dimension, irgendwie groß.“
Mit Hilfe eines Sponsors, der 50 Prozent der Produktionskosten übernahm, hat Christoph Schneider sein Projekt finanziert und sucht jetzt Verlage, die sich für seine Idee begeistern können. Über Interesse kann er sich nicht beklagen.
Mehr möchte er allerdings nicht verraten. Seine Akustik-Version des Fantasywerks gibt es seit März im iTunes-Store zu kaufen. Hier ist er mit dem Verkauf sehr zufrieden: „Über 400 sind schon verkauft worden, also das ist für mich schon ein sehr großer Erfolg.“
Christoph Schneider auf der Leipziger Buchmesse.
Foto: Matthias Weidemann
Den Roman hat er während seines Studiums geschrieben. Die Anwendung hat er danach neben seinem derzeitigen Job als Spielentwickler zur Marktreife gebracht. Verblüffend ist es schon, wenn man das Buch auf dem iPad öffnet. So ertönen passend zu den jeweiligen Szenen die entsprechenden Kampfgeräusche, wenn Schwerter oder Äxte aufeinander prallen, Hufgetrappel, wenn Reiter sich nahen oder es knirscht unheimlich, wenn sich der Deckel zur Gruft hebt. Auch die Musik der Bands passt sich dem Ganzen sehr gut an und macht die Story atmosphärisch noch dichter.
Wie im richtigen Leben, also bei Christoph Schneiders Erfindung, prallen auch in „Der Erbe der Zeit“ nüchterne Wissenschaft und Technik mit Magie aufeinander. So zieht die Welt der Elfen, Seraphen und Drachen – vor den Augen der Menschen verborgen – seit jeher im Schatten der Sonne ihre endlosen Bahnen. Dabei gibt es so viel altes Wissen über jene Wesen, die alte Erzählungen, Legenden, Märchen und Romane bevölkern. Doch woher stammt all das Wissen? Selbst die jüngsten Erinnerungen an die Vereinigungszeit, als sich der Übergang zwischen den Welten zu manifestieren begann, verblassen längst.
Christoph Schneider.
Foto: Matthias Weidemann
Umgekehrt sind die von Ranken bewachsenen Wolkenkratzerruinen stille Zeugen jener Ära, in der Neu Terra noch den Namen „Erde“ trug. Als einziger Überlebender einer blutigen Schlacht muss ein namenloser Soldat sich seiner hinter Nebelschleiern verborgenen Vergangenheit stellen und seine Zukunft neu gestalten. Doch einzig die Empfindungen für eine Elfe und eine rätselhafte Stimme bieten ihm Halt in dieser grausamen Welt.
Weit mehr als der Zufall führte sie zusammen. Doch wird die Elfe ihm vertrauen können, wenn die Wahrheit über seine Vergangenheit ans Licht kommt und sich ihr der Abgrund seiner Seele offenbart? Das Buch folgt streng den Gesetzen des Fantasy-Romans und macht keine Experimente. Das ist auch gut so, denn so wird es sicher seine Fans finden, von denen es in diesem Genre genug gibt. Zusammen mit der pfiffigen Idee des Spieleentwicklers wird es sicher nicht allzu lange dauern, bis andere auf diesen Zukunfts-Zug aufspringen.
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