"Balkan rockt" im UT Connewitz - ein etwas widersprüchlicher Titel, um Literaturfans für eine nachdenkliche und intellektuelle Veranstaltung anzulocken.
Foto: Daniel Thalheim
Die Veranstaltung "rockt", aber in einem anderen Sinn. Wer sich am Abend des 18. März im UT Connewitz verirrt hat, wird wohl erstaunt geschaut haben, dass hier keine Polka-Rhythmen auf einen warten. Vielmehr empfing ihn eine intellektuelle, etwas gedrückte aber freundliche Atmosphäre.
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Wer also wird heute alles lesen? Autoren wie Saša Ćirić, Miloš Živanović, Milan Mijalković, Vladimir Jankovski, Robert Alagjozovski, Eduard Dashi, Agi Dashi, Vlada Urošević, Saša Ilić, Shkelzen Maliqi, Arben Idrizi, Jeton Neziraj, Adisa Bašić, Lluljeta Lleshanaku, Suzana Lovrić und Dragana Mladenović. Alle sind bereits da, wollen lesen und diskutieren.
Akustika sorgen für die musiklaische Untermalung.
Foto: Daniel Thalheim
"Die neuesten Nachrichten aus Mazedonien, Serbien, Kosovo, Albanien und Bosnien und Herzegowina" stehen im Mittelpunkt dieser Veranstaltung, die eine ganze Menge an Leuten verfolgt. Sie hören Gedichte, mal lang, mal kurz, mal fröhlich, mal nachdenklich. Adisa Bašić ist der heimliche Star dieses Abends, auch die Lyrikerin Suzana Lovrić wird mit Applaus empfangen und entlassen. Der Besucher spürt, der Bosnien-Serbien-Albanien-Konflikt wird aufgearbeitet. Hier wird der Frage nachgegangen, ob in den Ländern des Balkans die Poesie eine wichtige Rolle in der Auseinandersetzung mit der schwierigen Vergangenheit und mit der komplexen Gegenwart übernimmt.
Der Balkankonflikt wird lyrisch aufgerollt, auch wenn sich die albanischen, serbischen Autoren erst in Leipzig treffen, nicht nur sich, sondern nun auch das Publikum im UT Connewitz mit dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien konfrontieren. Die Gäste lauschen gespannt und konzentriert der neuesten Lyrik vom Balkan, viele von ihnen sind hier heute "balkanstämmig".
Als Kriegskorrespondent Erich Rathfelder (TAZ), heutiger Moderator, seine Erlebnisse im Kosovo vor knapp über zehn Jahren schildert, kann einem nur der Atem stocken. Es herrscht Stille. Man muss sich zwangsläufig fragen, wie es zum Balkankonflikt kommen konnte. Da ist der dem Vortrag nachfolgende Applaus eher eine Anerkennung für den Mut des Korrespondenten als ein Lob für seine Schilderung zu verstehen.
Zwischen den einzelnen Gesprächsrunden und Vorträgen spielt das Kammermusik-Ensemble Akustika nachdenkliche Lieder. Der Balkan rockt etwas anders an diesem Abend, wo sonst der "Baikaltrain" als beliebte Veranstaltungsreihe heiße Polkarhythmen die Leute ausflippen lässt. Heute sitzen die Gäste in den Sesseln. Ob alle die in den Heimatsprachen lesenden Autoren verstehen?
Erich Rathenfelder (TAZ) erzählt von seinen Kriegserlebnissen als Balkan-Korrespondent.
Foto: Daniel Thalheim
Eine Zeitung liegt auf den Sitzen. "Beton" heißt sie, viele Texte wenig Bilder. Jetzt sitzen auf der UT-Bühne albanische, serbische Autoren gemeinsam, stellen ihr gleichnamiges Literaturprojekt vor. Versöhnungsarbeit auf literarischen Niveau soll "Beton" sein. Das gemeinsame Anthologieprojekt der Autoren aus Serbien und dem Kosovo wird vorgestellt. "Beton" ist eine Auswahl junger Prosa, Lyrik, Drama und Essayistik und kritischer Auseinandersetzung mit der gemeinsamen belasteten Vergangenheit. Jeton Neziraj, Arben Idrizi, Shkelzen Maliqi, Saša Ilić, Saša Ćirić und Miloš Živanović sprechen an diesem Abend über ihre Erfahrungen im Krieg, ihr Zusammengehen bei "Beton".
Nicht-Eingeweihte bleiben schnell außen vor. Wenn bei fortschreitender Stunde auch die Übersetzung wegfällt und so einige Menschen nicht mehr in die Gesprächsrunden reinholt, ein gewisser Faden fehlt, an dem man sich hangeln kann, um die einzelnen Projekte und Beweggründe derer Protagonisten zu verstehen, wird es jetzt leider schnell unverständlich. Anders als bei den Prosa- und Lyrikvorträgen fehlt natürlich bei den in serbischer und albanischer Sprache abgehaltenen Diskussionen eine Wandprojektion mit deutschen Übersetzungen. Die Stimmung ist freundlich. Der Saal leert sich schnell. Es ist ein langer Abend gewesen und ein noch längerer zweiter Buchmessetag.
Es passte natürlich. Am einen Ende der Straße erklärte Baubürgermeister Martin zur Nedden den wissbegierigen Journalisten, warum die Stadt jetzt auffällige Piktogramme neben die Blindenleitstreifen in der Grimmaischen Straße malen lässt - und 100 Meter weiter stand ein Blumentransporter drauf und ein DHL-Auto parkte mal kurz. Es geht wohl nicht wirklich um die Leitstreifen im Pflaster. Es geht wohl mehr um die tägliche Gedankenlosigkeit der Eiligen. mehr…
Am Samstag, den 26. Mai 2011 findet auf dem Sportcampus Jahnallee das alljährliche Internationale Kinderfest der Studentischen Eltern Leipzig e.V. statt. Das Fest für Leipziger Familien wird von Engagierten vieler internationaler Vereinigungen wie dem Zentrum für europäische und orientalische Kultur (ZEOK) und der Capoeira-Gruppe mit verschiedensten Aktionen getragen. mehr…
Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils. mehr…
Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben. mehr…
Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird. mehr…
Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat. mehr…
"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden. mehr…
Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491. mehr…
In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins glatt mit 0:41 geschlagen geben. Gegen die Greife von der mecklenburgischen Küste fanden die heimischen Löwen am Sonnabend einfach keine Mittel. Für Running Back Daniel Teubert war es zugleich das letzte Spiel im Lion-Dress. mehr…
Es ist eine Mischung aus Volksfest und hochklassigem Sportevent. Die 9. Auflage der „Sparkassen Neuseen Classics – Rund um die Braunkohle“ war auch am Sonntag, den 20. Mai, eine Erfolgsstory. Über 50.000 begeisterte Zuschauer jubelten bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen Profis wie Amateuren auf ihren Rennrädern entlang der Strecke und im Gewerbepark Zwenkau zu. mehr…
Im Prozess um den Tod einer Leipziger Arabistik-Studentin gibt es ein Geständnis. Verteidiger Ralf Juhnke verlas zu Beginn des zweiten Verhandlungstags eine Erklärung. Sein Mandant Sebastian T. (28) habe Franziska S. (25) im Streit mit einem Hammer erschlagen. Im Studentenwohnheim in der Johannes-R.-Becher-Straße lauerte der Berliner seiner Ex-Freundin auf, um sie zur Rede zu stellen. mehr…
Am Dienstag, 29. Mai, beginnt die große Festwoche am Neuen Nikolaigymnasium, mit der das 500-jährige Bestehen der Schule gefeiert wird. Im Gegensatz zur Thomasschule wissen die Nikolaitaner sogar recht sicher, dass ihre Schule ihre Wurzeln im Jahr 1512 hat. Und selbst das Schulgebäude existiert noch am Nikolaikirchhof. Hier könnte man in diesem Jahr auch feiern. Das tut man auch. Am 29. Mai eröffnet dort die Ausstellung "Bürgerstolz und Bildung". mehr…
Wissenschaftler der Universität Leipzig haben einen Meilenstein auf dem Gebiet der Erforschung von Gliazellen gesetzt. Sie konnten in einer internationalen Zusammenarbeit den Nachweis führen, dass Nervenzellen und Gliazellen ähnliche Wirkmechanismen haben. Beide setzen zur Kommunikation Botenstoffe frei. Bislang wurde den Gliazellen diese Fähigkeit abgesprochen, sie galten nur als "Stützgerüst" für die Nervenzellen. mehr…
Nach dem überraschenden Rücktritt von Lok-Trainer Willi Kronhardt hat beim 1. FC Lok Ernüchterung Einzug gehalten. Präsident Michael Notzon rekapituliert noch einmal für L-IZ.de die Ereignisse am Sonntagvormittag und bezieht Stellung zur Finanzsituation des Vereins. mehr…
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