Leipziger Buchmesse 2011: Schwarwel porträtiert - Uni erzählt Geschichte
Jan Kaefer
19.03.2011
Ein echter Schwarwel: "Wagner mit Walküre".
Foto: Jan Kaefer
Auch am zweiten Buchmesse-Tag gab es Leipziger Perlen zu entdecken. Comic-Zeichner Schwarwel skizzierte junge Bücherfreunde, und die Universität Leipzig konnte endlich den letzten Band ihrer fünfbändigen Gesamtgeschichte von 1409 bis 2009 der Öffentlichkeit vorstellen.
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Der alte Kalauer "Lieber vom Leben gezeichnet als von Sitte gemalt", scheint auf die Bilder von Comic-Zeichner Schwarwel nicht übertragbar zu sein. Am Freitag schwang der Leipziger am Bosworth-Stand den Stift - und reihenweise Teenies wollten vom "Schweinevogel"-Erfinder porträtiert werden.
Schwarwel gut gelaunt bei der Arbeit.
Foto: Jan Kaefer
Eigentlich sollte Schwarwel - alias Thomas Meitsch - ja seine neue Accessoires-Serie "Rockin' Classics" präsentieren, doch standen bald jede Menge Kids mit dem Wunsch Schlange, selbst zu Papier gebracht zu werden. Also mussten Beethoven, Mozart, Wagner und Bach - die man nun im Schwarwel-Design auf Tassen, T-Shirts oder Kühlschrankmagneten kaufen kann - den Jungs und Mädels von heute weichen.
Samuel und Marius waren unter den Allerersten, die ihre ganz persönliche Schwarwel-Skizze mit nach Hause nehmen konnten. "Sieht echt super aus!", waren sie sich einig. Und dass das von prominenter Hand zu Papier gebrachte Kunstwerk einen Ehrenplatz über dem Bett bekommen wird, stand für die Jungs ebenfalls bereits felsenfest. Und natürlich gehts morgen für den Stiftakrobaten ins Samstagsgetümmel. Zu finden ist Schwarwel dann wieder am Stand von Bosworth.
Uni-Rektorin Beate Schücking und Mit-Herausgeber Manfred Rudersdorf.
Foto: Jan Kaefer
Nur ein paar Gänge weiter wurde ebenfalls ein Leipziger Messe-Highlight zelebriert. In der Buchmesse Akademie ging es jedoch um einiges förmlicher zu. Voller Stolz wurde hier die Fertigstellung der fünfbändigen Gesamtgeschichte der Universität Leipzig gewürdigt. Damit gelang eine Punktlandung, denn erst seit zwei Tagen liegt nun auch der letzte Band vor. Dieser wurde symbolisch direkt vor Ort vom Geschäftsführer des Leipziger Universitätsverlages, Gerald Diesener, an die Uni-Rektorin Beate Schücking übergeben.
Das Gesamtwerk umfasst 5.196 Seiten und erzählt die 600-jährige Geschichte der Universität Leipzig von 1409 bis ins Jahr 2009. Auch an Fußnoten wurde nicht gespart - stolze 15.720 Stück lassen die Vermutung aufkommen, dass es um diesen Sammelband keine Plagiatsaffäre geben wird. Immerhin waren mit der Erstellung der Uni-Historie über einen Zeitraum von fünf Jahren rund 100 Personen beschäftigt. Mit-Herausgeber Manfred Rudersdorf legte Wert auf die Feststellung, dass "keine Jubel-Festschrift" entstanden sei, sondern vielmehr "eine kritische Auseinandersetzung mit der Universitäts-Geschichte".
Wer sich davon überzeugen möchte, kann die Gesamtausgabe über den Leipziger Universitätsverlag ordern. Sie kostet 249,00 Euro.
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