Litpop-Nachlese: Mirko Stock von emotionworks gibt Auskunft
Daniel Thalheim
22.03.2011
Stärker besucht, erwartungsgemäß ruhig: LitPop ist dennoch ausbaufähig.
Foto: Daniel Thalheim
Voll war es am Buchmesse-Samstag gewesen. Clueso, Großstadtgeflüster, Markus Kavka und viele weitere Künstler stellten Bücher vor, spielten Musik. Da stellte sich bei manchem die Frage, ob ein Rathaus überhaupt geeignet für eine Veranstaltung wie diese gewesen ist. Mirko Stock von der Eventagentur "emotionworks" meint ja.
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Die laut Mirko Stock vom Ordnungsamt genehmigte Veranstaltung hatte trotz Bar und Bühne neben der großen Treppe zur Oberen Wandelhalle im zweiten Stockwerk seinen Segen vom Hauptamt bekommen. Für Fluchtwege wurde laut Stock gesorgt. "Die geforderten Breiten der Durchgänge wurden nicht nur eingehalten, sondern wir haben zusätzlich noch mehr Platz geschaffen", bestätigt Mirko Stock gegenüber der L-IZ und weiß: "Es wurde vom Haupt- und vom Bauordnungsamt abgenommen. Der Hauptfluchtweg war jederzeit frei." Bei 2.400 Leuten im Durchlauf kam es zu keiner Besorgnis erregenden Zuständen.
Jene Fluchtwege sind jederzeit gekennzeichnet. Diese müssen auch bei Stromausfall funktionieren. Das ist auch eine Vorgabe der Sächsischen Versammlungsstättenverordnung. "Die Kennzeichnung fordert die alltägliche Nutzung des Rathauses. Zusätzliche Fluchtwegkennzeichnungen waren somit nicht nötig." Mangels Lichts konnte man sie dennoch sehen, denn die Beschilderung ist jederzeit autark beleuchtet.
Umgefallene Plasteverblendung und warme Luft: Ab nächstes Jahr wird geschraubt.
Foto: Daniel Thalheim
Auch Sanitäter waren da. "Es gab eine geforderte Anzahl an Brand- und Wachschutzpersonen und zusätzlich ausgebildetes Personal (Ersthelfer). Vor Ort waren ca. 25 Personen für die Sicherheit und Gesundheit der Gäste da. Davon alleine drei Personen direkt von der Stadt Leipzig und ca. 15 Personen von Securitas." Wenn jemand schlecht wird, hilft also nicht nur der Tritt ins Freie, sondern auch ein Sanitäter. Vielleicht hilft da auch ein Erfrischungsgetränk an einer der Bars. Doch hier gestaltete sich das Durchkommen im Laufe des Abends zusehends schwerer. Der Barbetrieb bei der Litpop schien in der Oberen Wandelhalle unterbesetzt. Stock weiß auch hier Auskunft zu erteilen: "Weil die Ämter die Größen der Bars vorgeben, kann man sich ganz leicht die geeignete Anzahl der Bartender errechnen. Denn jeder Profi weiß, mehr Barleute an einer Bar bedeuten nicht zwangsläufig auch schnellere Arbeit."
Viele Gäste werden den Hall bemerkt haben, der durch die Säle dröhnte - wenn man nicht im Soundkegel gestanden hatte. Da stellt sich auch die Frage, ob sicherheitstechnisch neben den aufgestellten Bühnen das Neue Rathaus auch akustisch geeignet für solche Großveranstaltungen wie die LitPop ist. "Akustisch konnten wir im vierten Jahr das beste Ergebnis abliefern", so Stock. "Dies hatte auch mit einem Wechsel des Techniklieferanten zu tun. Der neue kennt sich optimal im Rathaus aus - arbeitet er doch öfters dort", weiß Mirko Stock hierzu.
Aber auch er empfand den Sound außerhalb des Soundkegels unhörbar. Ein Fakt, der wohl den hohen und weiten Sälen zu schulden ist. "Außerhalb des 'Soundkegels' war die Akustik nicht optimal. Zum Beispiel werden wir aber 2012 auch den Ratsplenarsaal - so die Stadt möchte und genehmigt - mit einbinden. In diesem Raum und im Festsaal sind dann akustisch hervorragende Ergebnisse zu erwarten. Die obere Wandelhalle wird dann 'nur' noch für Konzert und Party bereit gestellt."
Nach dem Erfolg der 4. Litpop, dem hohen Andrang an Besuchern, muss zwangsläufig auch die Frage entstehen, ob es bei "emotionworks" und der Litpop für 2012 Überlegungen gibt, die Veranstaltungen in einen klassischen Veranstaltungsort wie Werk II, Moritzbastei oder ähnliche Räume zu verlegen. Mirko Stock kann in diesem Zusammenhang keinen Vergleich zum Veranstaltungsort Werk II oder Moritzbastei ziehen. Lebt die Litpop von verschiedenen voneinander getrennten Räumen, die zentral unter einem Dach untergebracht sind.
"Kurze Wege" ist das Stichwort für Stock, die findet man am Connewitzer Kreuz seiner Meinung nach nicht, auch wenn er gerne in der Südvorstadt gerne lebt und arbeitet. Aber: "Im Sinne unserer Events sind wir jederzeit daran, zu optimieren. Und eventuell zieht dies auch Locationwechsel mit sich", so Stock gegenüber der L-IZ. Litpop-Fans können sich also 2012 wieder über eines der Buchmesse-Highlights für junge Leute überhaupt freuen. "Für Leipzig, der Buchmesse und 'Leipzig liest' ist die Litpop ein enormer Imagegewinn", so Stock abschließend. "Alle Verlage und Künstler sind voll des Lobes! Dies tragen Sie auch in Ihre jeweiligen Städte! Das sieht das Büro des OBM genauso."
Das umgekippte Brett während der Lesung von Sascha Lange ist eine unbefestigte Verblendung aus Plaste gewesen. Nur leichtes Material und nicht gefährlich. Vielleicht findet sich 2012 ein Schräubchen, dass es dann nicht mehr umgewedelt wird. Mehr als warme Luft hat es nicht aufgewirbelt.
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