Abfallbeseitigung in Nordsachsen: Auftragsvergabe im Altkreis Delitzsch beschäftigt jetzt die EU
Redaktion
07.05.2010

Müllprobleme in Nordsachsen.
Montage: L-IZ
Nach dem Brand in einem Lager der Kreiswerke Delitzsch Anfang April und der Einschaltung der sächsischen Staatsanwaltschaft erreicht das Thema nun auch die EU: Die EU-Kommission hat sich eingeschaltet. Sie moniert die Auftragsvergabe für die Abfallbeseitigung in Delitzsch.
Sie verschärfte am Donnerstag, 6. Mai, ein bereits laufendes Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland, das auch zu einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof führen könnte. Der frühere Landkreis Delitzsch hatte 1992 ein Unternehmen, das sich aus dem Landkreis selbst (55 Prozent) und einem privaten Partner (45 Prozent) zusammensetzte, mit der Abfallbeseitigung beauftragt.
Gesellschafter der Kreiswerke Delitzsch GmbH (KWD) sind zu 25 % der Landkreis Delitzsch, zu weiteren 25 % ursprünglich die IKW Beratungsinstitut für Kommunalwirtschaft GmbH (IKW) und zu 50 % die ENEBA (Entsorgungs-, Entwicklungs- und Baugesellschaft Delitzsch mbH). Der Landkreis Delitzsch hält des weiteren 60 % der Anteile an der ENEBA, an der zu 40 % wiederum die IKW beteiligt ist. Mit Kauf- und Abtretungsvertrag über GmbH-Geschäftsanteile vom 9. Februar 2006 verkaufte und übertrug die IKW GmbH ihren Geschäftsanteil mit wirtschaftlicher Wirkung vom 1. Januar 2006 an sowie mit sofortiger dinglicher Wirkung auf die RMG Rohstoffmanagement GmbH Wiesbaden (RMG). Auf Grund der dargestellten Beteiligungsverhältnisse ist der Landkreis Delitzsch indirekt zu 55 % und die RMG zu 45 % an der KWD beteiligt.
Der Auftrag zur Abfallbeseitigung bestand seit Anfang der 1990er Jahre. Das war rein rechtlich zulässig. Doch 2005 änderten die Parteien den Auftrag, indem sie bis 2025 auf das Recht zur Vertragskündigung verzichteten. 2006 wurde der ursprüngliche private Partner durch ein anderes privates Unternehmen ersetzt. Doch die Krux bei diesem Beschluss: Es fand zu keinem Zeitpunkt eine öffentliche Auftragsvergabe statt.
Für den ursprünglichen Auftrag war kein Vergabeverfahren erforderlich. Doch der Verzicht auf das Recht zur Vertragskündigung sowie die Wahl eines neuen privaten Partners stellen wesentliche Änderungen des Vertrags dar. Diese Änderungen erfordern eine Neuvergabe, die unter Beachtung der in den geltenden EU-Richtlinien zur öffentlichen Auftragsvergabe vorgesehenen Verfahren hätte erfolgen müssen.
Eine Bürgerinitiative hatte gegen die Vergabe Anzeige bei der Europäischen Kommission eingereicht. Sie monierte, dass es Anfang der 1990er Jahre keine Ausschreibung für die Müllentsorgung gegeben hat und der Vertrag 2005, wieder ohne Ausschreibung, verlängert worden sei.
Deshalb hätte die EU-Kommission jetzt ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland eingeleitet, teilen Sprecher einer Bürgerinitiative mit. Dabei solle geprüft werden, inwieweit die Entsorgung des Mülls durch die Tochterfirma der Kreiswerke Delitzsch gegen das Gemeinschaftsrecht verstößt.
Der Anwalt der Initiative, Lothar Herms, sieht das als einen Grund dafür, dass die Delitzscher die höchsten Müllgebühren in ganz Sachsen zahlen. "Auf der anderen Seite wundert es uns sehr, dass der Landkreis trotz der hohen Gebühren nicht in der Lage ist, die notwendige Sanierung der Deponie Spröda voranzutreiben. Wir vermuten, dass hier mit den vereinnahmten Gebühren nicht so umgegangen wurde, wie es notwendig gewesen wäre."
Der Vereinsvorsitzende der Bürgerinitiative, Dietmar Mieth, sagte, er erhoffe sich von dem Verfahren einen positiven Effekt für die Einwohner. Es sei zu hoffen, dass der Landkreis damit endlich das Verfahren zur Müllentsorgung ausschreibe. Dadurch könnten auch die Müllgebühren sinken.
Und vielleicht wird auch endlich geklärt, warum es ausgerechnet im ehemaligen Landkreis immer wieder zu Auffälligkeiten im Umgang mit zu verarbeitenden Abfällen kommt. Immerhin ein Grund dafür, warum auch für die Zentraldeponie Cröbern in den letzten Jahren die Kosten für die Abgabe der heizwertreichen Fraktionen derart angestiegen sind. Kosten, die über die Abnahmegebühr für Hausmüll auch die Leipziger mitbezahlen müssen.
"In Nordsachsen mangelt es eklatant an Transparenz", sagt Gisela Kallenbach, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag. "Die Bürger vor Ort vermuten schon lange, dass es einen Zusammenhang zwischen der Auftragsvergabe und den – im sächsischen Maßstab – unverhältnismäßig hohen Müllgebühren in Delitzsch gibt. Daher bin ich auf die Stellungnahme der Bundesregierung zu den Vorwürfen illegaler Auftragsvergaben an die Kreiswerke Delitzsch gespannt."
Das Thema Abfallentsorgung beschäftigt mittlerweile auch den Landtag: Zur Untersuchung von Missständen hat der Landtag in der vergangenen Woche auf Antrag von Grünen und Linken einen Untersuchungsausschuss zum Thema "Abfall" eingesetzt."
Es passte natürlich. Am einen Ende der Straße erklärte Baubürgermeister Martin zur Nedden den wissbegierigen Journalisten, warum die Stadt jetzt auffällige Piktogramme neben die Blindenleitstreifen in der Grimmaischen Straße malen lässt - und 100 Meter weiter stand ein Blumentransporter drauf und ein DHL-Auto parkte mal kurz. Es geht wohl nicht wirklich um die Leitstreifen im Pflaster. Es geht wohl mehr um die tägliche Gedankenlosigkeit der Eiligen.
mehr…
Am Samstag, den 26. Mai 2011 findet auf dem Sportcampus Jahnallee das alljährliche Internationale Kinderfest der Studentischen Eltern Leipzig e.V. statt. Das Fest für Leipziger Familien wird von Engagierten vieler internationaler Vereinigungen wie dem Zentrum für europäische und orientalische Kultur (ZEOK) und der Capoeira-Gruppe mit verschiedensten Aktionen getragen.
mehr…
Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils.
mehr…
Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben.
mehr…
Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird.
mehr…
Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat.
mehr…
"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden.
mehr…
Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491.
mehr…
In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins glatt mit 0:41 geschlagen geben. Gegen die Greife von der mecklenburgischen Küste fanden die heimischen Löwen am Sonnabend einfach keine Mittel. Für Running Back Daniel Teubert war es zugleich das letzte Spiel im Lion-Dress.
mehr…
Es ist eine Mischung aus Volksfest und hochklassigem Sportevent. Die 9. Auflage der „Sparkassen Neuseen Classics – Rund um die Braunkohle“ war auch am Sonntag, den 20. Mai, eine Erfolgsstory. Über 50.000 begeisterte Zuschauer jubelten bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen Profis wie Amateuren auf ihren Rennrädern entlang der Strecke und im Gewerbepark Zwenkau zu.
mehr…
Im Prozess um den Tod einer Leipziger Arabistik-Studentin gibt es ein Geständnis. Verteidiger Ralf Juhnke verlas zu Beginn des zweiten Verhandlungstags eine Erklärung. Sein Mandant Sebastian T. (28) habe Franziska S. (25) im Streit mit einem Hammer erschlagen. Im Studentenwohnheim in der Johannes-R.-Becher-Straße lauerte der Berliner seiner Ex-Freundin auf, um sie zur Rede zu stellen.
mehr…
Am Dienstag, 29. Mai, beginnt die große Festwoche am Neuen Nikolaigymnasium, mit der das 500-jährige Bestehen der Schule gefeiert wird. Im Gegensatz zur Thomasschule wissen die Nikolaitaner sogar recht sicher, dass ihre Schule ihre Wurzeln im Jahr 1512 hat. Und selbst das Schulgebäude existiert noch am Nikolaikirchhof. Hier könnte man in diesem Jahr auch feiern. Das tut man auch. Am 29. Mai eröffnet dort die Ausstellung "Bürgerstolz und Bildung".
mehr…
Wissenschaftler der Universität Leipzig haben einen Meilenstein auf dem Gebiet der Erforschung von Gliazellen gesetzt. Sie konnten in einer internationalen Zusammenarbeit den Nachweis führen, dass Nervenzellen und Gliazellen ähnliche Wirkmechanismen haben. Beide setzen zur Kommunikation Botenstoffe frei. Bislang wurde den Gliazellen diese Fähigkeit abgesprochen, sie galten nur als "Stützgerüst" für die Nervenzellen.
mehr…
Nach dem überraschenden Rücktritt von Lok-Trainer Willi Kronhardt hat beim 1. FC Lok Ernüchterung Einzug gehalten. Präsident Michael Notzon rekapituliert noch einmal für L-IZ.de die Ereignisse am Sonntagvormittag und bezieht Stellung zur Finanzsituation des Vereins.
mehr…
Ein Film über eine einzigartige Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost ist am Dienstag, dem 22. Mai, um 19:30 Uhr der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 8, zu sehen. Für den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ begleiteten Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zwölf deutsche Jugendliche.
mehr…