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Abfallgebühren in Sachsen: Leipzig ist jetzt Nummer 3, Delitzscher zahlen drauf

Ralf Julke
Die Abfallgebühren im Freistaat Sachsen sind im vergangenen Jahr weitgehend konstant geblieben, freut sich das sächsische Umweltministerium mitteilen zu dürfen. Es hat jetzt die "Abfallgebührenstudie 2007" vorgelegt. Sichtlich angeschmiert sind ein paar Sachsen aus dem Norden Leipzigs.


Denn mittlerweile mehr als einsam führt im Jahr 2007 der alte Landkreis Delitzsch die Gebührenliste an: mit 87 Euro pro Einwohner als Jahresbeitrag zur Müllentsorgung. Da ist einiges schief gelaufen und der Landkreis, der sich mit eigensinnigem Stolz aus dem Zweckverband Abfallwirtschaft Westsachsen heraushält, zahlt drauf für den Eigensinn. Nicht einmal in Sachsens Großstädten zahlen die Bürger derart viel Geld für die Müllentsorgung.

Und das, obwohl die meisten Werte, die das Umweltministerium ermittelt hat, die Müllkosten einschließlich des ansässigen Gewerbes ermittelt hat. Was im Grunde heißt: Je mehr Wirtschaftskraft vor Ort, um so höher natürlich auch das Müllaufkommen pro Einwohner.

Was dann für die Großstadt Chemnitz den zweithöchsten Wert von 67 Euro pro Einwohner ergibt und für Leipzig den dritthöchsten: 66 Euro, knapp vor Annaberg mit 65 Euro.


Insgesamt beträgt die Gebührenbelastung für jeden sächsischen Bürger im Durchschnitt 50 Euro pro Jahr. Das sei ein Euro weniger als im Vorjahr, so das Ministerium. In den einzelnen Landkreisen und Kreisfreien Städten lag die durchschnittliche Abfallgebührenbelastung zwischen 27 und 87 Euro pro Einwohner und Jahr. Die 27 Euro wurden in Mittweida ermittelt, wo der Bioabfall über Privatanbieter extra eingesammelt wird.

Die Spanne – so das Umweltministerium – entsteht natürlich durch die unterschiedlichen Entsorgungsleistungen in den einzelnen Regionen. Auch das listet der Bericht auf: Es gibt im Grunde keine zwei Kommunen, die auch nur ein vergleichbares Gebührenmodell haben.

So wird in einigen Landkreisen die Entsorgung des Sperrmülls separat berechnet oder Bioabfall nicht über die öffentlichen Entsorger gesammelt.

„Unser Ziel ist es, den Bürgern mit der Studie möglichst viel Transparenz zu bieten“, sagte Umweltminister Frank Kupfer „Jeder kann im Internet nachsehen, welche Leistungen in seinem Wohnort angeboten werden und was er dafür bezahlen muss.“

Darüber hinaus richte sich die Studie aber auch an Landkreise und Kreisfreie Städte. „Die Verantwortlichen dort erfahren durch die Studie, wie die Gebühren in ihrer Region gegenüber den Gebühren der Nachbarn liegen. Das ist Anreiz zur Suche nach Einsparpotentialen und somit Voraussetzung für eine möglichst geringe Belastung der Bürger“, so Kupfer weiter.

Die Leipziger Abfallkosten pro Kopf sind in den letzten zwei Jahren von 62 auf 66 Euro gestiegen, was unter anderem am Zwist des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Westsachsen mit dem ehemaligen Landkreis Delitzsch lag, der die vertragliche Verwertung der heizwertreichen Fraktionen aus der Mechanisch-Bilogischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) in Cröbern nicht wie versprochen absichern konnte.

Da sich alle Angaben der vorliegenden Abfallgebührenstudie auf das Kalenderjahr 2007 beziehen, wurde die im Freistaat Sachsen am 1. August 2008 in Kraft getretene Neugliederung nicht berücksichtigt. Die Gebühren umfassen neben den Kosten für die Sammlung auch die Kosten für Behandlung sowie Ablagerung und Verwertung der Abfälle.


Die Gebührenstudie ist im Internet einsehbar unter
www.umwelt.sachsen.de/lfulg


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