Brand bei den Kreiswerken Delitzsch: Staatsanwaltschaft eingeschaltet
Redaktion
02.05.2010
Brand im Zwischenlager.
Montage: L-IZ
Dass die Kreiswerke Delitzsch mit der weiteren Entsorgung der heizwertreichen Fraktionen aus der MBA Cröbern so ihre Probleme haben, darüber hat die L-IZ in der Vergangenheit mehrfach berichtet. Ein Brand am 7. April sorgt jetzt dafür, dass sich die Staatsanwaltschaft mit dem Thema beschäftigt.
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Umweltminister Frank Kupfer hat am Donnerstag, 29. April, den zuständigen Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft des Sächsischen Landtages über den Stand der Ermittlungen zu diesem Brand bei den Kreiswerken Delitzsch (Landkreis Nordsachsen) vom 7. April informiert.
Erste Überprüfungen durch die Landesdirektion Leipzig hatten ergeben, dass in der betreffenden Anlage mehr Abfälle gelagert worden waren, als zulässig waren. Da der Verdacht besteht, dass es sich hierbei zum Brandzeitpunkt um einen teilweise nicht genehmigten Betrieb einer immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftigen Anlage handelt und dies ein Straftatbestand nach § 327 StGB wäre, hat die Landesdirektion Leipzig die zuständige Staatsanwaltschaft informiert.
„Die Vorgänge um die Kreiswerke Delitzsch zeigen, dass die erforderliche Überwachung durch die zuständigen Behörden in Sachsen funktioniert und Verstöße nicht hingenommen werden“, meint Frank Kupfer.
Die Landesdirektion Leipzig als immissionsschutzrechtlich zuständige Behörde teilte am selben Tag mit, das in der von einem Brand betroffenen Anlage der Kreiswerke Delitzsch (KWD) in Delitzsch Südwest (Rudolf-Diesel-Str. 4) "mehr Abfälle bzw. Wertstoffe gelagert wurden, als mit der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung zugelassen sind. Die zulässige Lagermenge in einer Gesamthöhe von 4.100 Tonnen wurde um 853 Tonnen überschritten.
Davon lagerten 680 Tonnen Mischkunststoffe und Alttextilien auf drei Lagerflächen im Außenbereich, die für die Lagerung nicht zugelassen sind.
Die Kreiswerke Delitzsch werden gegenwärtig zu den festgestellten Verstößen seitens der Landesdirektion angehört. Im Anschluss daran wird die Landesdirektion, soweit erforderlich, Entscheidungen zum genehmigungskonformen Betrieb der Anlage treffen."
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