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Müllskandal im Freistaat: Wer bezahlt den "Rest"?
Mit Müll hat der Freistaat Sachsen so seine Probleme. Mal werden Deponien überdimensioniert, mal verschwinden italienische Importe flugs über die Landesgrenze, mal sorgt eine Entsorgungsanlage für Umweltbelastung. Eine Dauergeschichte über Negieren, Absegnen und Aussitzen.
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Italien-Müll in Cröbern: Grüne stellen Zuverlässigkeit des Deponiebetreibers in Frage

Redaktion
Johannes Lichdi.
Johannes Lichdi.
Foto: Grüne Fraktion Sachsen
In Sachen Müll stinkt es in Sachsen seit langem zum Himmel. Und nicht nur hier: Im Nachbarland findet ja seit Monaten der parallele Eiertanz statt um verschickte und verschwundene Mülltransporte. Die sachsen-anhaltische Umweltministerin Petra Wernicke hat mittlerweile einen Lizenzentzug für den Geschäftspartner der WEV, die SVG in Deuben, beantragt.

Die L-IZ im Überblick

So berichtet es zumindest am 3. März die Mitteldeutsche Zeitung vom 3. März. Und natürlich geht es dabei um die von der WEV in den Jahren 2007 und 2008 erhaltenen 142.000 Tonnen Abfälle aus Kampanien mit der Abfallschlüsselnummer 190501. Das hat jetzt schon einige Anfragen im sächsischen Umweltministerium ergeben, bei deren Beantwortung der Umweltminister einräumen musste, das es da nicht immer nachvollziehbare Wege der stinkenden Tonnage gibt.

Von diesen Abfällen wurden 106.000 Tonnen an die Sortierungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH Ortsteil Naundorf (SVG) nach Deuben (Sachsen-Anhalt) geliefert. Schon das ein Vorgang, der mit "grenzüberschreitend" recht harmlos umschrieben ist.

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Dossier Müllskandal
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Bis heute fehlt den sachsen-anhaltinischen Behörden noch immer für rund 35.000 Tonnen Abfall der Nachweis, wo sie entsorgt. Deswegen will die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag jetzt von den sächsischen Umweltehörden eine Tiefenprüfung der Deponie Cröbern im Süden von Leipzig fordern.

„Uns liegen Recherchen der Detektei Bakiner vor. Danach ist eindeutig zu erkennen, dass im November 2008 unsortierte Haushaltsabfälle auf der Deponie in Cröbern vergraben wurden", so Johannes Lichdi, umweltpolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion. „Damit stellt sich die Frage nach der abfallrechtlichen Zuverlässigkeit des Deponiebetreibers Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft (WEV). – Umweltminister Frank Kupfer muss die Vorwürfe endlich ernsthaft prüfen lassen."

Die WEV hatte gegenüber der LVZ vom 12. März erklärt, die von Frontal 21 gefilmten unsortierten Haushaltsabfälle entstammen aus Brandschäden. „In einem Großteil der von der Detektei vorgelegten Recherche sind jedoch keine Brandschäden zu erkennen", stellt Lichdi klar. Die Unterlagen der Detektei wurden am 2. Februar 2009 von der Bundesvereinigung Umweltaudit e. V. der Länderarbeitgemeinschaft Abfall (LAGA) in Magdeburg übergeben. Somit müssten diese Informationen auch der Staatsregierung vorliegen, so Lichdi.


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