Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche



Ja, wo blieb er denn? – Italien-Müll reiste augenscheinlich weiter nach Sachsen-Anhalt

Redaktion
Johannes Lichdi.
Johannes Lichdi.
Foto: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Sachsen
So richtig glückliche Figuren machen einige sächsische Minister derzeit nicht. Auch wenn sie öffentlich stolz verkünden: An den Vorwürfen ist nichts dran. Wie Umweltminister Frank Kupfer am Montag, 5. Januar, bei der Sondersitzung des Ausschusses für Umwelt und Landwirtschaft des Sächsischen Landtages.


Da ging es um die Details der Abfalllieferungen, die in den Jahren 2007 und 2008 aus Italien nach Sachsen gelangt sind. Der so genannte "Italo-Müll", von dem die Abgeordneten nach diversen Medienberichten gern gewusst hätten, wo er tatsächlich gelandet ist und ob dabei alles mit rechten Dingen zuging.

„Die Prüfungen, die insbesondere die Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Cröbern betreffen, haben auch weiterhin keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass Abfälle in umweltgefährdender Weise entsorgt worden wären“, so Umweltminister Frank Kupfer. Irgendwie war das auch nicht die Frage. Viel dringender schien gerade dem umweltpolitischen Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Johannes Lichdi, zu erfahren: Wo ist der Müll tatsächlich gelandet?

„Zwei Drittel des mit Endverbleib Sachsen notifizierten italienischen Mülls, 106.000 von 150.000 Tonnen, sind von Sachsen nach Sachsen-Anhalt weiterverschoben worden", stellt der Abgeordnete nach der Sitzung erbost fest. „Von dort ist er zum Teil weiter verteilt worden. Es besteht der Verdacht, dass die Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft (WEV) unter den Augen der sächsischen Behörden rechtswidrig gehandelt hat."

Das Problem bei der Aufklärung ist: Die Landesregierung beantwortet nur das, was auch gefragt wird. Wer also Fragen formuliert, muss schon ins Detail gehen und so kleinteilig formulieren, dass möglichst kein Schlupfloch bleibt. Deswegen hatte das Umweltministerium vorab 29 detaillierte Fragen vom Ausschuss übermittelt bekommen.

Insgesamt – so das Ministerium – hatte es für die Abfalllieferungen 391 Notifizierungen gegeben, für die jeweils bis zu 135 Einzellieferungen erfolgten. Die für jede einzelne Lieferung erforderlichen Begleitscheine liegen derzeit freilich noch in der Landesdirektion Dresden – und werden derzeit EDV-technisch erfasst und ausgewertet.

Hinweise auf eine Falschdeklaration der Abfälle sowie eine Beimischung radioaktiven Materials hätten sich nicht ergeben, so der Minister zu einer Detailfrage, die die Gemüter ebenfalls erhitzt hatte: Waren denn nicht auch radioaktive Abfälle unter dem vielen Müll aus Kampanien?

Lediglich in dem bereits bekannten Fall wurde durch eine entsprechende Messeinrichtung eine geringfügig erhöhte Strahlenbelastung festgestellt, so das Ministerium. Geschehen bei der Anlieferung von Ersatzbrennstoffen an ein Kraftwerk.

Die Ersatzbrennstoffe waren zum Zeitpunkt der Lieferungen aus Italien hergestellt worden. Natürlich in Cröbern in der MBA. Was dann die schleunigste Anschaffung eines Strahlungsmessgerätes für Cröbern zur Folge hatte. Mit diesem Fall hatte man nicht wirklich gerechnet.

Die gemessene Dosisleistung hätte freilich nur 0,1 Mikrosievert pro Stunde betragen. Das Ministerium zitierte zum Vergleich die Strahlenbelastung während eines Atlantikfluges in 10.000 Metern Höhe: die sei 250 Mal so hoch. 30 Millisievert werden da oft als Vergleichswert angegeben.

Der durchschnittliche Deutsche kommt mit 1 bis 5 Millisievert über die Runden – pro Jahr, wohlgemerkt.

Nach Bekanntwerden des Vorfalls – so das Umweltministerium – hätte man bei der Westsächsischen Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft (WEV) Cröbern alle weiteren Abfalllieferungen aus Italien Messungen unterzogen. Auffällige Strahlenbelastungen habe es dabei nicht gegeben.

Hinweise auf toxische Industrieabfälle unter den Hausmülllieferungen habe es bisher auch nicht gegeben, so Kupfer weiter.

Aber wo blieb der ganze Müll?

„Umweltminister Frank Kupfer soll endlich aufhören, frühzeitig Entwarnung zu rufen", erklärt Johannes Lichdi am Montag zu den Müllverschickungen über die Grenze nach Sachsen-Anhalt. „Hier liegt ein klarer Verstoß gegen EU-Recht, die Abfallverbringungsordnung, vor. Auf Nachfrage musste der Minister heute die Falschdeklarationen hinsichtlich des Verbringungsorts zugeben. Das Umweltministerium hat die Abfallströme des italienischen Mülls offenbar nicht im Griff."

Für ihn ist tatsächlich ungeklärt, ob die Zuständigen in Sachsen tatsächlich nichts wissen oder nicht wirklich wissen wollen, was mit den Abfällen passiert.

„Mein Eindruck ist, dass die sächsischen Behörden erst nach Nachfragen meiner Fraktion ernsthaft tätig werden. Erst jetzt wird der ganze Komplex offenbar systematisch aufgearbeitet", so Lichdi.


Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks



Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Homophobe Fangesänge: RB-Fans fallen bei Oberliga-Derby unangenehm auf

Seltsame Gesänge mit einem Nachspiel aus dem Block der RBL U23 - Supporter am Sonntag im Bruno-Plache-Stadion
Hat RB Leipzig ein Problem mit homophoben Fans? Während des Oberliga-Spiels der U23 am Sonntag, 19. Oktober bei Lok Leipzig skandierten Anhänger Grüppchen im Gästeblock einen diskriminierenden Fangesang. Kein Einzelfall, welcher sich da im Bruno-Plache-Stadion ereignete. mehr…

Polizeibericht: Skeptischer Käufer, Zahlreiche Einbrüche und Pkw-Diebstähle

Ein 54-Jähriger wurde beim Kauf eines Musikinstrumentes stutzig +++ In der Inselstraße wurde ein Ladendetektiv von einem aufgebrachten Dieb angegriffen +++ Zu mehreren Einbrüchen und Pkw-Diebstählen kam es im Stadtgebiet +++ Zu einem Unfall sucht die Polizei Zeugen. mehr…

Tanners Interview mit Francesca Ollietti von ChibiWonderland: "Die lassen sich gerne von meiner Euphorie anstecken"

Bildermacherin Francesca Ollietti von ChibiWonderland.
Hin und wieder belauscht der Tanner in der Leipziger Straßenbahn Menschen beim Vorurteile tauschen. Das ist erheiternd. Und wenn´s zu schlimm wird steigt er einfach aus und geht ein Bierchen trinken. Letztens ging es hinter ihm heiß her. Das Thema war die heutige Jugend und der Genauwisser-Tausch gipfelte in: „Die nehm doch alle nur Droschn un machen den jansen Dach nüscht.“ mehr…

Öffentlichkeitsfahnung der Polizei: 38-jähriger Leipziger vermisst

Der gesuchte 38-Jährige aus Holzhausen.
Die Leipziger Polizei bittet um Mithilfe bei der Suche nach Heiko K., der am vergangenen Freitag gegen Mittag seine Wohnung in Holzhausen verließ. Seit einem kurzen Besuch einer Apotheke in der Holzhäuser Straße in Leipzig gegen 16 Uhr wurde er nicht mehr gesehen. Da er Medikamente benötigt, die er jedoch nicht mit sich führt, bittet die Polizei um Hinweise zum Aufenthaltsort des Gesuchten. mehr…

Kieselalgen haben einen molekularen Lichtschalter: Leipziger Forscher suchen jetzt nach einer Nutzbarmachung

Lichtmikroskopische Aufnahme der Kieselalge.
Kieselalgen spielen für die Wasserqualität und für das Weltklima eine wichtige Rolle. Sie erzeugen einen großen Teil des Sauerstoffs in der Erdatmosphäre und bewerkstelligen etwa ein Viertel der globalen CO2-Assimilation, wandeln also Kohlenstoffdioxid in organische Stoffe um. Ein entscheidender Faktor dabei sind ihre Lichtrezeptoren. Forscher der Universität Leipzig und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung haben nun herausgefunden, dass die Art des Lichts den Kohlenstofffluss in den Algen steuert. mehr…

Kulkwitzer See: Können Hangrutschungen hier gefährlich werden?

Das Markranstädter Ufer des Kulkwitzer Sees.
Mitte September - um den 16. herum - sorgte eine kleine Hangrutschung für Aufsehen am Kulkwitzer See. Auf Markranstädter Seite war ein fünf mal drei Meter großes Stück vom Steilufer abgebrochen. Für manchen Liebhaber des Sees ein kleines Warnzeichen: Sind die Ufer des Sees tatsächlich sicher? - Die Frage war nur: Wer könnte es wissen? Die L-IZ hat lieber mal gleich drei Instanzen gefragt. mehr…

Landkreis Leipzig setzt das Thema Demografie auf die Tagesordnung: Wie sichert man Mobilität und Infrastrukturen?

Ohne gute Infrastruktur funktionieren ländliche Räume nicht.
"Wir werden weniger, wir werden älter - das wird unter dem Begriff demografischer Wandel schon seit längerem diskutiert. Die zentrale Frage lautet: Wie kann es gelingen, unter diesen Bedingungen auch langfristig den Zugang zu Einrichtungen und Angeboten der Daseinsvorsorge - also z. B. Schulen, Ärzten und Einkaufsgelegenheiten - zu sichern?", fragt sich jetzt auch mal ganz öffentlich der Landkreis Leipzig. Ein Forschungsprojekt soll ein paar Antworten finden. mehr…

Audio - Stadtrat 15.10.2014: Finanzbürgermeister Bonew stellt Leipziger Doppelhaushalt 2015/2016 vor

Aus dem Leipziger Stadtrat.
Zum ersten Mal in der Geschichte Leipzigs soll ein Haushalt für die zwei Jahre 2015/2016 aufgestellt werden. Finanzbürgermeister Torsten Bonew spricht die einleitenden Worte und stellt den alten und neu gewählten Stadträten anschließend den Entwurf für den Doppelhaushalt vor. mehr…

Leuchtende Städte: Künstliches Licht lässt Leipziger Amseln länger nach Nahrung suchen

Leipziger Amsel beim abendlichen Konzert.
Künstliches Licht verlängert die Nahrungsaufnahme bei Amseln. Vögel im Stadtzentrum sind deshalb nicht nur wesentlich früher, sondern auch länger aktiv als ihre Verwandten in dunkleren Stadtvierteln. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung an rund 200 Amseln in Leipzig, die im Rahmen des Forschungsverbundes „Verlust der Nacht" durchgeführt wurde. mehr…

MDR-Werbetochter interessiert sich auf einmal für Online-Werbung: Laut Markenstudie finden 69 Prozent der Deutschen Internet-Werbung schlecht

Demnächst mit Werbung? - Website des MDR.
Die offizielle Pressekonferenz zur "West-Ost-Markenstudie 2014" will die MDR-Werbung GmbH (MDRW) zwar erst am 23. Oktober abhalten. Aber am Montag, 20. Oktober, ließ das Unternehmen, eine 100-prozentige Tochter des Dreiländersenders MDR, schon mal ein Ergebnis gucken, das eigentlich nicht überrascht: 69 Prozent der Deutschen finden Werbung im Internet schlecht. Ist sie ja auch. mehr…

Am 21. Oktober: Oskar-Halecki-Jahresvorlesung des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas mit Karol Modzelewski

Gesellschaftspsychologie einer Revolution. Die „Solidarnosc“ als Massenbewegung, ihre Niederlage während des Kriegsrechts, und wie ihr Mythos als Deckmantel für die Transformationsprozesse in Polen genutzt wurde. Darum geht es in der Oskar-Halecki-Jahresvorlesung des GWZO am Dienstag, 21. Oktober, mit Karol-Modzelewski. mehr…

Mehrgenerationenhaus in Möckern: Brockdorff-Palais barrierefrei kernsaniert

Das sanierte Brockdorff-Palais.
Der Berliner Projektentwickler- und Immobilienvertriebsunternehmer Andreas Schrobback hat mit seiner Unternehmensgruppe am 17. Oktober nach nur zehn Monaten Bauzeit das sanierte und barrierefreie Brockdorff-Palais im Leipziger Stadtteil Möckern feierlich an seine Eigentümer übergeben. Diese konnten bei der offiziellen Bauübergabe das fertig sanierte Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert bereits besichtigen. mehr…

Am 24. Oktober: NU:N mit "Estampie" in der NaTo

Ensemble NU:N.
Am Freitag, 24. Oktober, spielen um 20 Uhr Nora Thiela, Falk Zenker und Gert Anklam (Ensemble NU:N) in der NaTo. Ihr Programm heißt "Estampie" und schlägt einen Bogen zwischen Alter Musik und Weltmusik/Jazz. Die acht höfischen Tänze Estampies Royales aus dem französischen „Manuscrit du Roi“ um 1300 gelten heute als die älteste überlieferte Instrumentalmusik des Abendlandes. mehr…

Multimediavortrag am 23. Oktober beim ADFC: Im Land der Tutsi, Hutu und Berggorillas

Am Äquator in Uganda angekommen.
Mit dem Fahrrad durch Zentralafrika - Stefan Frotzscher aus Coswig hat sich diesen Traum wahrgemacht. Seit Jahren setzt der Fahrradenthusiast eine Reise, die in Sachsen begann, Stück um Stück fort. Er zog inzwischen eine geschlossene Radspur durch 42 Länder auf 3 Kontinenten bis ans Ende von Afrika nach Cape Town (Kapstadt). Am Donnerstag, den 23. Oktober, präsentiert er in Leipzig in einem Multimedia-Vortrag die wichtigsten Momente seiner Afrikareisen. mehr…

Baustart am Dittrichring: Neues Meliá-Hotel soll 2016 zum Übernachten einladen

Das künftige "Innside by Meliá".
Projektentwickler, Architekten, Persönlichkeiten und nicht zuletzt der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig versammelten sich am Freitag, 17. Oktober, in Leipzigs Innenstadt, um mit der Grundsteinlegung für ein besonderes Haus einem Akt beizuwohnen, der die Strahlkraft hat, die Zukunftsarchitektur der Messemetropole entscheidend mitzuprägen. Und das an einem Standort, der prominenter nicht sein könnte: Gottschedstraße/Ecke Dittrichring. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Die L-IZ-Suche.
Tagesansicht: heute | gestern | vorgestern
Tagesansicht: heute | gestern | vorgestern
Anzeigen.
Veranstaltungshinweise der IHK Leipzig

Veranstaltungshinweise:

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
Zur Website der IHK Leipzig
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Weltnest
Tüpfelhausen
Hafenbar
Zuletzt auf L-IZ.de veröffentlicht.
Alle Artikel von heute in der Tagesansicht.
Anzeigen.
Gewinnspiele & Aktionen.
Bücher:
Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher aus Leipzig.
Unser Senf
Anzeigen.
Größter Indoor-Spielplatz in Mitteldeutschland
Link-Tipps.
Forum Café LE
Bildblog