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Müllskandal im Freistaat: Wer bezahlt den "Rest"?
Mit Müll hat der Freistaat Sachsen so seine Probleme. Mal werden Deponien überdimensioniert, mal verschwinden italienische Importe flugs über die Landesgrenze, mal sorgt eine Entsorgungsanlage für Umweltbelastung. Eine Dauergeschichte über Negieren, Absegnen und Aussitzen.
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Müll in Sachsen: Menge importierter Sonderabfälle 2008 erneut gestiegen

Ralf Julke
Sachsen ex- und importiert Müll.
Sachsen ex- und importiert Müll.
Foto: Ralf Julke
Müll aus Italien taucht tatsächlich in sächsischen Statistiken auf. In dieser Woche veröffentlichte das Landesamt für Statistik in Kamenz die Zahlen für Müll-Erzeugung und Müll-Entsorgung für das Jahr 2008. Sachsen ist demnach ein beliebtes Entsorgungsgebiet für gefährliche Abfälle.

Die L-IZ im Überblick

1.169.561 Tonnen gefährliche Abfälle wurden in Sachsen 2008 insgesamt erzeugt. Davon wurden rund 63 Prozent durch sächsische Unternehmen entsorgt (741.471 Tonnen), 36 Prozent wurden zur Entsorgung in andere Bundesländer verbracht (419.947 Tonnen) und die Restmenge ins Ausland (8.142 Tonnen).

Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes wurden dafür insgesamt 2.143.004 Tonnen gefährliche Abfälle in Sachsen entsorgt.

Nur rund 35 Prozent dieser Gesamtmenge - die oben genannten 741.471 Tonnen - stammten dabei von Erzeugern aus dem Freistaat. Die restliche Menge wurde aus anderen Bundesländern (793.644 Tonnen = 37 Prozent) und aus dem Ausland (607.889 Tonnen = 28,4 Prozent) eingeführt. Die größten Abfallmengen stammten von Abfallerzeugern aus direkt angrenzenden Bundesländern wie Thüringen (214.330 Tonnen), Sachsen-Anhalt (199.318 Tonnen) und Bayern (128.858 Tonnen).

Die meisten Sonderabfälle 2008 kamen aus Italien.
Die meisten Sonderabfälle 2008 kamen aus Italien.
Foto: Ralf Julke

Aus dem Ausland wurden insgesamt 607.889 Tonnen Sonderabfall nach Sachsen zur Entsorgung importiert, wobei der überwiegende Teil aus europäischen Staaten stammte. Und was keineswegs überrascht: Die meisten gefährlichen Abfälle kamen aus Italien (467.621 Tonnen = 76,9 Prozent).

Weitere Mengen stammen aus Österreich (39.969 Tonnen), der Schweiz (24.158 Tonnen), Schweden (17.721 Tonnen) und Frankreich (15.852 Tonnen). Insgesamt gesehen überwog die zur Entsorgung nach Sachsen importierte Sonderabfallmenge wie auch schon in den Jahren zuvor den exportierten Anteil wesentlich.

Wobei eines aus dem Zahlenwerk nicht ersichtlich wird: Dass auch nach Sachsen importierte gefährliche Abfälle weitertransportiert wurden, wie das etwa bei einem Teil der aus Italien stammenden Abfälle so gewesen sein soll. Zumindest ist das ein Thema des jetzt installierten Untersuchungsausschusses im Sächsischen Landtag.

Die Ergebnisse für das Jahr 2008 stammen aus der soeben veröffentlichten sächsischen Sonderabfallbilanz, die vom Statistischen Landesamt in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie erstellt wurde.

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