Marko auf der Insel (12): Ein Deutscher in England
Marko Hofmann
05.04.2009
Foto: Marko Hofmann
Ein Deutscher in England. Kann das überhaupt gut gehen, nach allem was passiert ist. Ich meine, immerhin hat mit Karl Wald ein Deutscher das Elfmeterschießen erfunden. Aber die Zwistigkeiten zwischen Deutschen und Engländer gehen mindestens auf den Zweiten Weltkrieg, wenn nicht sogar auf den Ersten zurück.
Friedrich der Große hatte durch eine Verschiebung der Allianzen vor dem Siebenjährigen Krieg sogar noch Unterstützung von den Briten bekommen.
Lang ist es her. Allerdings muss ich nach sieben Monaten in England sagen, dass ich als Deutscher zwar mit allerlei Stereotypen konfrontiert werde, sich aber bis jetzt noch kein Engländer von mir wegen meiner Nationalität abgewandt hat. Trotz allem gibt es bestimmte Sachen die einem eben nur als Deutschen passieren.

Ich als Einstein ...
Foto: Jana Asmussen
In einer Anfängerklasse für Deutsch wurde zu Beginn des Schuljahres das deutsche Alphabet mithilfe von Namen gelehrt. Die Schüler sollten deutsche Namen mit “A“ nennen und natürlich war der zweite Name “Adolf“. Dies beschreibt das Verständnis eines englischen Ottonormalschülers von deutscher Geschichte recht gut. Wenn es um Deutsche und ihre Geschichte oder nur um Deutsche geht, dann wird man automatisch mit den Jahren 1933 - 1945 konfrontiert. Schon (erst?) zwei Schüler haben vor mir den Hitlergruß gemacht. Die Engländer kennen den Namen Hitler, aber viele, so scheint es, denken es sei Spaß, den Hitlergruß zu machen und “Heil Hitler“ vor einem Deutschen zu rufen. Ich intervenierte beide Male bei den Hauseltern und musste beide Male erklären, dass dies kein Spaß für einen Deutschen ist. An einer deutschen Schule würde man damit ernsthafte Probleme kriegen. Hier wurde es bei einer ernsthaften Ermahnung belassen.
Die Geschichtslehrer an dieser Schule versuchen auf die Schüler immer wieder einzuwirken, wenn es um die Nazis und den Holocaust geht. Sie verweisen zu recht darauf, dass das erste Pogrom gegen Juden im 12. Jahrhundert in York stattgefunden hat und man somit als Engländer keinen Grund haben sollte, mit dem Finger auf Deutsche zu zeigen. Überhaupt sind die Geschichtslehrer hier ein nettes Grüppchen. Sagte doch einer von ihnen letztens zu mir, dass wir die Franzosen im Ersten Weltkrieg ruhig hätten schlagen dürfen, denn sie als Engländer mögen die ja auch nicht…
Ich habe versucht, nicht das Bild des gemeinen Deutschen abzubilden oder eher Selbstironie anzuwenden.

Auch die Lehrer waren kreativ: "Entdecker"-Verkleidung als Astronaut.
Foto: Marko Hofmann
Im Februar gab es eine Themenwoche die das Motto “Entdecker“ hatte. Einen Tag war es allen Schülern und Lehrern erlaubt, sich als Entdecker zu verkleiden. Am Abend zuvor schlich ich mich spät ins Lehrerzimmer und besetzte einen Arbeitsplatz mit einem WM-Handtuch und stellte das Adidas-Duschgel direkt daneben. Am nächsten Morgen trabte ich in Kniestrümpfen, Badelatschen, kurzen Hosen und Hemd an. Den Fotoapparat am Arm. Alle konnten sich an meiner Verkleidung erfreuen die aber auch aus der Not geboren war, denn ich hatte ja im August keine Kleiderkammer aus Deutschland mitgebracht. Andere kamen als Astronauten, ich kam, als das was ich bin: ein deutscher “Tourist“ der England entdeckt.
Im Rahmen dieser Woche durften sich auch die Deutschanfänger einen berühmten deutschen Entdecker suchen und eine Wandzeitung gestalten damit sie mal ordentliche deutsche Kultur und Geschichte kennenlernen. Höhepunkt des Ganzen war dann ein Fotoshooting bei dem die Schüler sich als ihren Entdecker verkleideten. So hatten wir einige die als Röntgen am Schreibtisch im grellen Licht standen, als Humboldt vor einem Dschungel posierten oder mit Einsteinperücke Geige spielten. Mir blieb es vorbehalten die Zunge herauszustrecken. Dass das Bild dann auch in der Schule veröffentlicht wird, wurde mir vorher nicht gesagt. Nun schaue ich also auf die Schüler mit Perücke herab.
Von einem ehemaligen deutschen Schüler erfuhr ich kurz vor meiner Abreise im August, dass der Leiter meines Internatshauses der größte Deutschenhasser an der Schule sei. Dieses Gefühl hatte ich nie. Im Gegenteil, er versicherte mir kürzlich sogar, dass er immer ein gutes Bild von den Deutschen hatte, da seine Großeltern nach dem Krieg in Deutschland waren und beim Aufbau mithalfen. Schon sie schwärmten von den verlässlichen und netten Deutschen. Ich wiederum, so wurde mir bestätigt, hätte mit einem Vorurteil aufgeräumt: Das Deutsche keinen Humor haben …
Wenn man über das Bild des Deutschen bei Engländern schreibt, muss man natürlich auch über das Bild des Engländers beim Deutschen schreiben. Das passiert nächste Woche. Bis dahin bitte ich darum, mir Pauschalisierungen wie “der Deutsche“ oder “der Engländer“ zu vergeben. Es gibt nicht “den Deutschen“ oder “den Engländer“, aber wenn Menschen über Nationen reden, wird gern verallgemeinert.
Es passte natürlich. Am einen Ende der Straße erklärte Baubürgermeister Martin zur Nedden den wissbegierigen Journalisten, warum die Stadt jetzt auffällige Piktogramme neben die Blindenleitstreifen in der Grimmaischen Straße malen lässt - und 100 Meter weiter stand ein Blumentransporter drauf und ein DHL-Auto parkte mal kurz. Es geht wohl nicht wirklich um die Leitstreifen im Pflaster. Es geht wohl mehr um die tägliche Gedankenlosigkeit der Eiligen.
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Am Samstag, den 26. Mai 2011 findet auf dem Sportcampus Jahnallee das alljährliche Internationale Kinderfest der Studentischen Eltern Leipzig e.V. statt. Das Fest für Leipziger Familien wird von Engagierten vieler internationaler Vereinigungen wie dem Zentrum für europäische und orientalische Kultur (ZEOK) und der Capoeira-Gruppe mit verschiedensten Aktionen getragen.
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Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils.
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Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben.
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Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird.
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Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat.
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"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden.
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Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491.
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In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins glatt mit 0:41 geschlagen geben. Gegen die Greife von der mecklenburgischen Küste fanden die heimischen Löwen am Sonnabend einfach keine Mittel. Für Running Back Daniel Teubert war es zugleich das letzte Spiel im Lion-Dress.
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Es ist eine Mischung aus Volksfest und hochklassigem Sportevent. Die 9. Auflage der „Sparkassen Neuseen Classics – Rund um die Braunkohle“ war auch am Sonntag, den 20. Mai, eine Erfolgsstory. Über 50.000 begeisterte Zuschauer jubelten bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen Profis wie Amateuren auf ihren Rennrädern entlang der Strecke und im Gewerbepark Zwenkau zu.
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Im Prozess um den Tod einer Leipziger Arabistik-Studentin gibt es ein Geständnis. Verteidiger Ralf Juhnke verlas zu Beginn des zweiten Verhandlungstags eine Erklärung. Sein Mandant Sebastian T. (28) habe Franziska S. (25) im Streit mit einem Hammer erschlagen. Im Studentenwohnheim in der Johannes-R.-Becher-Straße lauerte der Berliner seiner Ex-Freundin auf, um sie zur Rede zu stellen.
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Am Dienstag, 29. Mai, beginnt die große Festwoche am Neuen Nikolaigymnasium, mit der das 500-jährige Bestehen der Schule gefeiert wird. Im Gegensatz zur Thomasschule wissen die Nikolaitaner sogar recht sicher, dass ihre Schule ihre Wurzeln im Jahr 1512 hat. Und selbst das Schulgebäude existiert noch am Nikolaikirchhof. Hier könnte man in diesem Jahr auch feiern. Das tut man auch. Am 29. Mai eröffnet dort die Ausstellung "Bürgerstolz und Bildung".
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Wissenschaftler der Universität Leipzig haben einen Meilenstein auf dem Gebiet der Erforschung von Gliazellen gesetzt. Sie konnten in einer internationalen Zusammenarbeit den Nachweis führen, dass Nervenzellen und Gliazellen ähnliche Wirkmechanismen haben. Beide setzen zur Kommunikation Botenstoffe frei. Bislang wurde den Gliazellen diese Fähigkeit abgesprochen, sie galten nur als "Stützgerüst" für die Nervenzellen.
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Nach dem überraschenden Rücktritt von Lok-Trainer Willi Kronhardt hat beim 1. FC Lok Ernüchterung Einzug gehalten. Präsident Michael Notzon rekapituliert noch einmal für L-IZ.de die Ereignisse am Sonntagvormittag und bezieht Stellung zur Finanzsituation des Vereins.
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Ein Film über eine einzigartige Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost ist am Dienstag, dem 22. Mai, um 19:30 Uhr der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 8, zu sehen. Für den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ begleiteten Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zwölf deutsche Jugendliche.
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