Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche





Marko auf der Insel: Ein Tagebuch – direkt aus einem englischen Internat
In der L-IZ schrieb Marko Hofmann über den spannenden Neubeginn des 1. FC Lok Leipzig. Dann stürzte er sich ins Lehrerstudium und landete – ganz unverhofft – im Herbst 2008 zu einem Praxissemester mitten in England. Sein Tagebuch aus einem echten Jungs-Internat hier kann man's lesen.
Zur Startseite des Dossiers

Marko auf der Insel (13): Über Schlangestehen, Miniröcke und Klatsch & Tratsch

Marko Hofmann
Haus im Dartmoor ...
Haus im Dartmoor ...
Es gibt keine Nation – außer vielleicht die Andorraner – zu der es kein Stereotyp gibt. Was bei den Deutschen die Pünktlichkeit, die Kartoffel und der Ernst sind, sind bei den Schotten das Delirium, der Rock und der Dudelsack.

Die L-IZ im Überblick

Was sind aber die Stereotypen für Engländer? Und sind Stereotypen eigentlich nicht größtenteils zutreffend?

Natürlich denkt man bei England immer an schlechtes Wetter. Neblige Seen, Täler und Regen. Ich habe bis jetzt nicht den Eindruck, dass das Wetter hier in England besonders schlecht ist. Es verändert sich nur mehrmals im Laufe des Tages. Wenn morgens die Sonne scheint, kann es bis zum Abend hin viermal geregnet haben und dazwischen kann es für jeweils zwei Stunden Sonnenschein gegeben haben. Das Ganze kann mehrere Tage so gehen. Aber das es hier überdurchschnittlich regnet ist für mich eine Mär, verkünde ich das im schönen Südwesten Englands sitzend.

Der Nebel gehört einfach dazu bei einer Wanderung durchs Moor ...
Der Nebel gehört einfach dazu bei einer Wanderung durchs Moor ...
Foto: Marko Hofmann

Die Engländer selbst sind vom Wetter besessen. Sie reden ungemein häufig davon und dies ist auch in bestimmten Situationen durchaus hilfreich für sie. Fremden gegenüber ist man nämlich häufig reserviert und es gibt’s nichts Besseres als einen kurzen Kommentar über das Wetter, um ins Gespräch zu kommen. Ein “Was für ein toller Tag“ reicht schon aus, um ein langes Gespräch zu beginnen. Mir ist das schon ein paar Mal passiert und mittlerweile habe ich auch begonnen, meine Gespräche so zu beginnen oder zumindest einen unvermittelten Kommentar über die Petrus’sche Arbeit fallen zu lassen.

Mitten im Dartmoor: eine Landschaft für sagenhafte Geschichten.
Mitten im Dartmoor: eine Landschaft für sagenhafte Geschichten.
Foto: Marko Hofmann

Ein weiterer Teil der englischen Gesellschaft ist die sprachliche Freundlichkeit. Man begrüßt sich nicht nur mit einem “Hello“ oder “Hi“, sondern auch immer mit einem “Are you ok?“, “How are you?“ oder dem kurzen “Ok?“. Nicht dass die fragende Person viel Wert auf die Antwort legt, aber es gehört sich eben. Seine Krankheitsgeschichte sofort herunterzudichten ist fehl am Platz und nur angebracht, wenn ein enger Freund fragt. Vielmehr sollte man kurz antworten und dann zurückfragen. Eine beliebte Antwort auf “How are you?“ ist “Not too bad, thank you“.

Diese Antwort wiederum bringt uns zur nächsten englischen Eigenart. Nie zuviel Aufhebens um die eigene Person machen. Keine Aufmerksamkeit erzeugen. Das ist peinlich. Und: sich selbst nicht so wichtig nehmen. Was wie eine lobenswerte Eigenschaft klingt und auch meist so ist, treibt aber auch negative Blüten. So ist es sehr britisch, Leute bei Fehlverhalten nicht direkt anzusprechen, sondern lieber die Augenbraue zu heben oder tief und hörbar Luft zu holen. Zu beobachten ist dieses Verhalten unter anderem beim Schlange stehen. Eine weitere Lieblingsbeschäftigung der Engländer.

Und während sich die Wanderer fern im Nebel verlieren ...
Und während sich die Wanderer fern im Nebel verlieren ...
Foto: Marko Hofmann

Es wurde schon behauptet, dass selbst dann, wenn ein Engländer allein an der Kasse steht, er eine Schlange bildet. Überall findet man Schlangen: im Supermarkt, an diversen Eingängen, bei McDonalds und an Bushaltestellen. Zuerst darf in den Bus, wer zuerst da war. Schlangen bei McDonalds sind auch für Deutschland nicht ungewöhnlich, aber es überrascht hier das System des Schlangestehens. Wenn fünf Kassen geöffnet sind, gibt es nicht etwa fünf Schlangen. Es gibt eine Schlange und die Leute gehen nicht zur freien Kasse. An der Bushaltestelle schlängelt sich die Masse zuweilen um das Wartehäuschen und nicht etwa die Straße entlang.

Mehr zum Thema:



Dossier Marko auf der Insel:
Ein Tagebuch – direkt aus einem englischen Internat
In der L-IZ schrieb Marko Hofmann über den spannenden Neubeginn des 1. FC Lok Leipzig. Dann stürzte er sich ins Lehrerstudium und landete – ganz unverhofft – im Herbst 2008 zu einem Praxissemester mitten in England. Sein Tagebuch aus einem echten Jungs-Internat hier kann man's lesen.
Etwas, was mir nie in den Sinn gekommen wäre, als ich früher an England dachte, ist die furchtbare Mode des weiblichen Geschlechts. Ganz in Mode sind momentan beige Wollstiefel. Fast jedes Mädchen hat sie. Darüber hinaus findet man im Straßenbild auch einige Mädchen mit grellen Strumpfhosen (pink, giftgrün, lila). Diese kann man aber als Betrachter nur sehen, da die Mädchen in England viel offenherziger herumlaufen als in Deutschland. Schaute man in Deutschland schon mal, wenn ein Minirock die Straße entlang schwebte, verliert man hier schnell die Lust. Es gibt einfach zu viele. Die Ausschnitte der Oberteile krönen dann die Offenherzigigkeit vieler Mädchen. Englische Bordsteine sind keine reinen Freiluftfleischtheken, aber der Anteil der leicht Bekleideten ist im Gegensatz zu Deutschland enorm. Ich selbst kann dafür allerdings keinen Grund finden.

... denkt Marko über knapp bekleidete Engländerinnen nach.
... denkt Marko über knapp bekleidete Engländerinnen nach.
Foto: Marko Hofmann

Dieses Verhalten wiederum könnte (keine Ahnung, ob es dazu eine Studie gibt), aber ein Grund sein, warum England die höchste Schwangerschaftsrate für Teenager in Westeuropa hat. Die meisten Kinder dieser Gruppe sind ungewollt und die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche ist entsprechend hoch. Erst kürzlich wurde auch in Deutschland von dem Jungen berichtet, der mit zwölf Jahren angeblich Vater wird. Hier in England waren die Zeitungen voll davon.

Engländer lieben ihren Klatsch & Tratsch, solange es nicht um sie geht. Viel interessanter sind die Queen und ihre Familie, die Leute aus der Nachbarschaft oder jegliche Art Prominenz (A - Z-Prominente). Dies wiederum steht im krassen Gegensatz dazu, dass Engländer selbst nur ihren engsten Freunden von ihren Problemen erzählen.

Ein streitbares Thema wenn es um England geht, ist auch das Essen. Aber das verdient einen eigenen Artikel.


Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks




Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Neuer Versuch, Leipzigs Blindenleitstreifen sichtbar zu machen: Piktogramme für die Grimmaische Straße

Piktogramm neben dem Blindenleitstreifen in der Grimmaischen Straße.
Es passte natürlich. Am einen Ende der Straße erklärte Baubürgermeister Martin zur Nedden den wissbegierigen Journalisten, warum die Stadt jetzt auffällige Piktogramme neben die Blindenleitstreifen in der Grimmaischen Straße malen lässt - und 100 Meter weiter stand ein Blumentransporter drauf und ein DHL-Auto parkte mal kurz. Es geht wohl nicht wirklich um die Leitstreifen im Pflaster. Es geht wohl mehr um die tägliche Gedankenlosigkeit der Eiligen. mehr…

Am 26. Mai: Internationales Kinderfest auf dem Sportcampus Jahnallee

Am Samstag, den 26. Mai 2011 findet auf dem Sportcampus Jahnallee das alljährliche Internationale Kinderfest der Studentischen Eltern Leipzig e.V. statt. Das Fest für Leipziger Familien wird von Engagierten vieler internationaler Vereinigungen wie dem Zentrum für europäische und orientalische Kultur (ZEOK) und der Capoeira-Gruppe mit verschiedensten Aktionen getragen. mehr…

Ausstellungseröffnung am 24. Mai: Es ‚messet’ wieder. Reclams Messestände von 1945 – 1990

Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils. mehr…

Grüne Hochschulgruppe und Grüne Jugend laden ein: Diskussion über die Preiserhöhung der LVB

Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben. mehr…

Eine Wagner-Doppel-CD aus den ETERNA-Archiven: Richard ist Leipziger ...

Doppel-CD zum 200. Geburtstag: Richard ist Leipziger ...
Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird. mehr…

Am 23. Mai: Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln ist zu Gast in Leipzig

Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln.
Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat. mehr…

Am 23. Mai in Markkleeberg: Grüner-Ring-Veranstaltung zur agra-Brücke

"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden. mehr…

Doppelstadt mit Berggeschrei: Annaberg an einem Tag

Ein Doppelstadtrundgang: Annaberg an einem Tag.
Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491. mehr…

American Football: Rostocker greifen bei den Leipzig Lions die Punkte ab

In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins (hellblau) glatt mit 0:41 geschlagen geben.
In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins glatt mit 0:41 geschlagen geben. Gegen die Greife von der mecklenburgischen Küste fanden die heimischen Löwen am Sonnabend einfach keine Mittel. Für Running Back Daniel Teubert war es zugleich das letzte Spiel im Lion-Dress. mehr…

50.000 begeisterte Zuschauer bei Neuseen Classics: Lokalmatador André Schulze gewinnt Profirennen im Zielsprint

Es ist eine Mischung aus Volksfest und hochklassigem Sportevent. Die 9. Auflage der „Sparkassen Neuseen Classics – Rund um die Braunkohle“ war auch am Sonntag, den 20. Mai, eine Erfolgsstory. Über 50.000 begeisterte Zuschauer jubelten bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen Profis wie Amateuren auf ihren Rennrädern entlang der Strecke und im Gewerbepark Zwenkau zu. mehr…

Leipziger Stalking-Mord: Chemie-Student gesteht tödliche Hammerschläge

Im Prozess um den Tod einer Leipziger Arabistik-Studentin gibt es ein Geständnis. Verteidiger Ralf Juhnke verlas zu Beginn des zweiten Verhandlungstags eine Erklärung. Sein Mandant Sebastian T. (28) habe Franziska S. (25) im Streit mit einem Hammer erschlagen. Im Studentenwohnheim in der Johannes-R.-Becher-Straße lauerte der Berliner seiner Ex-Freundin auf, um sie zur Rede zu stellen. mehr…

500 Jahre Nikolaischule: Die Veranstaltungen zum 500-jährigen kündigen sich an

Alte Nikolaischule.
Am Dienstag, 29. Mai, beginnt die große Festwoche am Neuen Nikolaigymnasium, mit der das 500-jährige Bestehen der Schule gefeiert wird. Im Gegensatz zur Thomasschule wissen die Nikolaitaner sogar recht sicher, dass ihre Schule ihre Wurzeln im Jahr 1512 hat. Und selbst das Schulgebäude existiert noch am Nikolaikirchhof. Hier könnte man in diesem Jahr auch feiern. Das tut man auch. Am 29. Mai eröffnet dort die Ausstellung "Bürgerstolz und Bildung". mehr…

Leipziger Wissenschaftler setzen Meilenstein in Glia-Zellforschung: Bald Behandlung von schweren Netzhauterkrankungen möglich?

Prof. Andreas Reichenbach.
Wissenschaftler der Universität Leipzig haben einen Meilenstein auf dem Gebiet der Erforschung von Gliazellen gesetzt. Sie konnten in einer internationalen Zusammenarbeit den Nachweis führen, dass Nervenzellen und Gliazellen ähnliche Wirkmechanismen haben. Beide setzen zur Kommunikation Botenstoffe frei. Bislang wurde den Gliazellen diese Fähigkeit abgesprochen, sie galten nur als "Stützgerüst" für die Nervenzellen. mehr…

Lok-Präsident Notzon zum Kronhardt-Rücktritt: „Wir gleiten nicht ins Chaos ab“

Michael Notzon.
Nach dem überraschenden Rücktritt von Lok-Trainer Willi Kronhardt hat beim 1. FC Lok Ernüchterung Einzug gehalten. Präsident Michael Notzon rekapituliert noch einmal für L-IZ.de die Ereignisse am Sonntagvormittag und bezieht Stellung zur Finanzsituation des Vereins. mehr…

Am 22. Mai Film und Diskussion in der naTo: „Wir weigern uns Feinde zu sein“

Wir weigern uns Feinde zu sein
Ein Film über eine einzigartige Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost ist am Dienstag, dem 22. Mai, um 19:30 Uhr der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 8, zu sehen. Für den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ begleiteten Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zwölf deutsche Jugendliche. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Anzeigen.
Veranstaltungshinweise der IHK Leipzig

Veranstaltungshinweise:

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
Zur Website der IHK Leipzig
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Aktuelle Dossiers.
Anzeigen.
Leipziger Leselust Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher Leipziger Autoren und Verlage.
Link-Tipps.
Bildblog