Marko auf der Insel (3): Was zieht man an zum roasted chicken?
Marko Hofmann
31.01.2009

Hier wohnt Marko.
Foto: Marko Hofmann
Vom Abenteuerwochenende kam ich leicht verschreckt und geschafft zu meinem neuen Zuhause zurück. Meine Wohnung befindet sich im obersten Stockwerk des Internatshauses dem ich zugeteilt wurde. Kelly College verfügt insgesamt über sechs Internatshäuser.
Russel (als Rückzugsort für Tagesschüler), Conway (für die elf und zwölfjährigen und für beide Geschlechter zusammen), Marwood, Newton (jeweils für Mädchen ab 13 Jahren), Courtenay und School House (für Jungs ab 13). Ich wurde School House zugeordnet und soll dort neben meiner Tätigkeit als German Assistant an der Schule die Funktion des Resident Tutor ausüben. Boss jedes boarding houses, also Internatshauses, ist der sogenannte Housemaster bzw. die Housemistress.
In der Wohnung des Resident Tutors, also meiner zukünftigen, sah es gestern, als ich sie das erste Mal sah, aus wie in einer kleinen Rumpelkammer. Ein kaputter Schreibtisch stand mitten im hohen Wohnzimmer der ca. 25 qm² Wohnung und ein rotes, durchgesessenes Sofa stand lieblos in der Ecke. Der Kühlschrank in der Küche, die außerhalb der Wohnung am Ende eines acht Meter langen Ganges ist, war voller braunem Bratenfett.
Aber: Das Bett im 2 x 3 Meter großen Schlafzimmer sah gut aus und auch das Bad war besser, als man bei englischer Klempnerei vermutet hatte – zumindest wurde ich nicht mit Wasserhähnen konfrontiert, die zu nah am Beckenrand gebaut waren. Eine Brigade von jungen Frauen war gerade dabei die Wohnung zu säubern, während ich mich fragte, wann sie wohl erfahren hatten, dass hier jemand einzieht. Die Nacht schlief ich ja sowieso nicht hier, es war Abenteuerwochenende, und so war mir das alles erstmal egal.
Bei meiner Rückkehr ins Haus jedenfalls, lernte ich auch den Housemaster von School House, Dominic, kurz Dom, und seine Frau Clare kennen, die ich aber nur zwei Minuten sah. Dom lud mich direkt zum Abendessen für den nächsten Tag ein: es sollte roasted chicken geben.
In meiner Wohnung hatte sich inzwischen einiges getan. Es gab einen neuen Schreibtisch und einen neuen Kühlschrank. Leider hat aber niemand daran gedacht, dass der auch unter die Küchenarbeitsplatte passen muss,. Doch er passte nicht, und deswegen stand er fortan angeschlossen mitten in der Küche herum. Ich war aber froh, dass man überhaupt soviel Anstrengung unternommen hatte.
Am nächsten Abend ging ich, der Einladung folgend, eine Etage nach unten in Doms Wohnung und wurde von ihm direkt ins Wohnzimmer geführt. Dort sah ich seine Ehefrau sitzen und diese sprach mich auch sofort an, sodass wir uns für eine Weile unterhielten. Nach zehn Minuten kam aber eine zweite Frau ins Zimmer, die auch gut Doms Frau sein konnte. Gute Nachrichten: Bigamie in England erlaubt!?

Ehrwürdig: Der Flur in Markos Internat.
Foto: Marko Hofmann
Nein, diese war wirklich seine Frau und auf der Couch saß eine Lehrerin der Schule die wohl wusste, dass ich komme. Sie hat glücklicherweise nicht mitbekommen, dass ich sie zehn Minuten für Doms Frau gehalten hatte. Die beiden hatten kürzlich geheiratet und waren gerade von den Flitterwochen wiedergekommen und ich war froh, dass ich nicht die falsche Frau nach Reiseziel und Erlebnissen gefragt hatte. Dies hätte die Peinlichkeit offensichtlich werden lassen. Diese Gelegenheit bekam ich später.
Bei einer Einladung zum roasted chicken dachte ich an einen Grill mit einem Huhn drauf, denn immerhin war es Sommer – sogar in England. Es ging aber, statt in einen Garten, ins schmucke Speisezimmer mit Kamin und großem Spiegel. Das hätte ich vielleicht ohne Weiteres verkraftet, wenn ich mich wie ein Gast für das Speisezimmer angezogen hätte. Ich dachte mir aber, dass für die eine Etage nach unten Hausschuhe reichen; die Jeans mit den kaputten Hosentaschen und eine schlumpige Strickjacke schienen mir gerade zu perfekt für ein hübsches Grillen im Garten…
Keiner der Anwesenden sagte etwas zu meiner Kleidung und auch ich vermied selbstverständlich jegliche Erwähnung meines modischen Fehlgriffes. Das Huhn war übrigens ganz ausgezeichnet. Wenigstens hatte ich mitten im Essen auch die Serviette ordentlich auf meinen Schoß gelegt. Die anderen hatten es schon zu Beginn des Essens getan. Ich war noch zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Trotz meines Auftretens sollten Dom und ich in den folgenden Wochen gut zusammenarbeiten und so einige Probleme im Haus lösen können. Von den Aufgaben eines Resident Tutors aber nächste Woche mehr….

Die Schafe im Dartmoor: Jedes ordentlich gepunktet.
Foto: Marko Hofmann
Ach ja: Die Schafe in Dartmoor (oder auf Dartmoor (?) – wer weiß das schon) sind alle mit einem Punkt versehen, damit die Bauern wissen, welche Schafe zu welcher Farm gehören. Zäune und die typisch englischen Mauern (enclosures) gibt es hier nicht durchgängig.
Marko auf der Insel (2): Die erste Woche – ein Alptraum
Es passte natürlich. Am einen Ende der Straße erklärte Baubürgermeister Martin zur Nedden den wissbegierigen Journalisten, warum die Stadt jetzt auffällige Piktogramme neben die Blindenleitstreifen in der Grimmaischen Straße malen lässt - und 100 Meter weiter stand ein Blumentransporter drauf und ein DHL-Auto parkte mal kurz. Es geht wohl nicht wirklich um die Leitstreifen im Pflaster. Es geht wohl mehr um die tägliche Gedankenlosigkeit der Eiligen.
mehr…
Am Samstag, den 26. Mai 2011 findet auf dem Sportcampus Jahnallee das alljährliche Internationale Kinderfest der Studentischen Eltern Leipzig e.V. statt. Das Fest für Leipziger Familien wird von Engagierten vieler internationaler Vereinigungen wie dem Zentrum für europäische und orientalische Kultur (ZEOK) und der Capoeira-Gruppe mit verschiedensten Aktionen getragen.
mehr…
Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils.
mehr…
Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben.
mehr…
Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird.
mehr…
Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat.
mehr…
"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden.
mehr…
Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491.
mehr…
In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins glatt mit 0:41 geschlagen geben. Gegen die Greife von der mecklenburgischen Küste fanden die heimischen Löwen am Sonnabend einfach keine Mittel. Für Running Back Daniel Teubert war es zugleich das letzte Spiel im Lion-Dress.
mehr…
Es ist eine Mischung aus Volksfest und hochklassigem Sportevent. Die 9. Auflage der „Sparkassen Neuseen Classics – Rund um die Braunkohle“ war auch am Sonntag, den 20. Mai, eine Erfolgsstory. Über 50.000 begeisterte Zuschauer jubelten bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen Profis wie Amateuren auf ihren Rennrädern entlang der Strecke und im Gewerbepark Zwenkau zu.
mehr…
Im Prozess um den Tod einer Leipziger Arabistik-Studentin gibt es ein Geständnis. Verteidiger Ralf Juhnke verlas zu Beginn des zweiten Verhandlungstags eine Erklärung. Sein Mandant Sebastian T. (28) habe Franziska S. (25) im Streit mit einem Hammer erschlagen. Im Studentenwohnheim in der Johannes-R.-Becher-Straße lauerte der Berliner seiner Ex-Freundin auf, um sie zur Rede zu stellen.
mehr…
Am Dienstag, 29. Mai, beginnt die große Festwoche am Neuen Nikolaigymnasium, mit der das 500-jährige Bestehen der Schule gefeiert wird. Im Gegensatz zur Thomasschule wissen die Nikolaitaner sogar recht sicher, dass ihre Schule ihre Wurzeln im Jahr 1512 hat. Und selbst das Schulgebäude existiert noch am Nikolaikirchhof. Hier könnte man in diesem Jahr auch feiern. Das tut man auch. Am 29. Mai eröffnet dort die Ausstellung "Bürgerstolz und Bildung".
mehr…
Wissenschaftler der Universität Leipzig haben einen Meilenstein auf dem Gebiet der Erforschung von Gliazellen gesetzt. Sie konnten in einer internationalen Zusammenarbeit den Nachweis führen, dass Nervenzellen und Gliazellen ähnliche Wirkmechanismen haben. Beide setzen zur Kommunikation Botenstoffe frei. Bislang wurde den Gliazellen diese Fähigkeit abgesprochen, sie galten nur als "Stützgerüst" für die Nervenzellen.
mehr…
Nach dem überraschenden Rücktritt von Lok-Trainer Willi Kronhardt hat beim 1. FC Lok Ernüchterung Einzug gehalten. Präsident Michael Notzon rekapituliert noch einmal für L-IZ.de die Ereignisse am Sonntagvormittag und bezieht Stellung zur Finanzsituation des Vereins.
mehr…
Ein Film über eine einzigartige Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost ist am Dienstag, dem 22. Mai, um 19:30 Uhr der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 8, zu sehen. Für den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ begleiteten Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zwölf deutsche Jugendliche.
mehr…