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Erster Schritt in Heiterblick: Teslabrücke soll 2012 für 8 Millionen Euro neu gebaut werden

Ralf Julke
Teslabrücke in Heiterblick.
Teslabrücke in Heiterblick.
Foto: Ralf Julke
Mühsam nährt sich nicht nur das Eichhörnchen in Zeiten knapper Finanzen. Kommunen und ihren Dienstleistern geht es genauso. Das Geld reicht auch nach 20 Jahren deutscher Einheit nicht vorn und nicht hinten, um die Sanierungsrückstände der letzten 40 Jahre aufzuholen. Und für ein echtes Zukunftsprojekt geht's auch nur kleckerweise voran. Immerhin.


Im Herbst 2010 kochten die Gemüter hoch bei Mitarbeitern der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), im Aufsichtsrat und in den Stadtratsfraktionen. Die Finanzierung für den notwendigen Ausbau des Technischen Zentrums in Heiterblick waren kurzerhand im Rahmen der sächsischen Sparrunde gestrichen worden. Immerhin ein Projekt, um das die LVB seit über zehn Jahren mit den sächsischen Verkehrsministern rangen und das zuletzt noch einmal abgespeckt und in Module aufgesplittet worden war, nachdem klar war, dass es kurzfristig nicht in Privat Public Partnership (PPP) zu realisieren wäre. Dieser Traum war mit der Finanzkrise 2008 ausgeträumt.

Wichtige Verbindung zum Technischen Zentrum der LVB: Teslabrücke.
Wichtige Verbindung zum Technischen Zentrum der LVB: Teslabrücke.
Foto: Ralf Julke

Doch im Rathaus zu Leipzig weiß man sehr wohl, wie dringend diese Investition in Heiterblick ist, wenn man den zunehmend modernisierten Straßenbahnpark der LVB warten und reparieren will. Dazu sind die alten, zumeist über 100 Jahre alten Straßenbahnhöfe im Stadtgebiet in der Regel zu klein, zu eng, nicht ausbaufähig.

Auch die Stadt ist seit Jahren eingebunden in die Zukunftspläne der LVB in Heiterblick. Sie hat sich auch frühzeitig verpflichtet, ihrerseits die Zufahrt zum Gelände zu modernisieren. Was auch bedeutet: Die rund 100 Jahre alte Teslabrücke, die die Teslastraße im Ortsteil Heiterblick über die Bahngleise der Strecke Leipzig-Eilenburg führt, muss durch einen Neubau ersetzt werden.

Lastenbeschränkung, Fahrbahneinengung: Nach 100 Jahren ist die Teslabrücke reif für die Erneuerung.
Lastenbeschränkung, Fahrbahneinengung: Nach 100 Jahren ist die Teslabrücke reif für die Erneuerung.
Foto: Ralf Julke
Die Brücke bindet die Teslastraße an die Torgauer Straße und die LVB-Hauptwerkstatt an das Gleisnetz der Straßenbahn an. Aufgrund ihres Bauzustandes ist sie seit längerem nur noch eingeschränkt nutzbar. Für den motorisierten Individualverkehr gilt eine Lasteinschränkung auf 2,8 Tonnen, die Fahrbahn ist auf jeweils eine Spur eingeengt und die Geschwindigkeit auf maximal 10 km/h reduziert.

Wegen der Verkehrsbedeutung der Brücke ist ein baldiger Ersatzneubau dringend erforderlich. Ursprünglich war geplant, diesen Neubau mit dem Ausbau der Hauptwerkstatt zum Technischen Zentrum der LVB zu realisieren. Da der Freistaat Sachsen sich in den nächsten Jahren an diesem Vorhaben nicht in der erwarteten Größe beteiligen kann, die Brücke aber möglichst bald gebaut werden muss, wurde jetzt ein neues Finanzierungsmodell für die Brücke entwickelt.

In der vergangenen Woche stellte es Baubürgermeister Martin zur Nedden in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters vor. Die Vorlage zum Bau- und Finanzierungsbeschluss soll im Mai in die Ratsversammlung eingebracht werden.

Die Kosten werden insgesamt mit knapp 8,3 Millionen Euro veranschlagt. Dazu wird eine Kreuzungsvereinbarung mit der DB AG angestrebt, nach der diese 2,6 Millionen Euro der Kosten übernimmt. Stadt und LVB schließen eine Kostenteilungs- und Geschäftsbesorgungsvereinbarung ab. Beim Freistaat werden Fördermittel in Höhe von 2,3 Millionen Euro beantragt.

Gebaut werden soll von Anfang Januar 2012 bis Ende November 2013.


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