Leipziger Schulentwicklungsplan: Eine Schulschließung droht im Osten
Marko Hofmann
14.08.2011
24. Schule in Alt-Paunsdorf.
Foto: Marko Hofmann
Der Leipziger Osten ist, gemessen an den zukünftigen Grundschülerzahlen, ein Sonderfall in der Leipziger Schulentwicklungsplanung. In dem großen Gebiet von Reudnitz bis Paunsdorf und Heiterblick gehen zwei Trends Hand in Hand. In den Gebieten, die näher am Zentrum liegen, werden in Zukunft einige Schüler mehr im Klassenraum sitzen, in den Gebieten am Stadtrand werden dagegen einige Schulbänke leer bleiben.
Anzeige
An einer Schule soll das sogar für immer so sein. Wilhelm-Wander-Schule, Schule am Rabet, August-Bebel-Schule, 74. Schule, 25. Schule, Hans-Christian-Andersen-Schule, Brüder-Grimm-Schule, Theodor-Körner-Schule, 24. Schule, Schule Mölkau, Christoph-Arnold-Schule: Die Liste der Schule im Leipziger Osten ist lang. Viel länger als beispielsweise im Stadtbezirk Mitte oder im Süden, was gewiss auch mit der Größe dieses Gebiets zu tun hat, was die Stadtteile Reudnitz, Anger-Crottendorf, Neustadt-Neuschönefeld, Engelsdorf, Mölkau und Paunsdorf umfasst. Aber: Die Klassenlisten werden in Zukunft an manchen Schulen nicht annähernd so lang sein wie die in Mitte oder im Süden.
Im Schulentwicklungsplan wurden das Ist und das Bald für die Schulen des Stadtbezirks dokumentiert und prognostiziert. Im letzten Schuljahr wurden an diesen elf Schulen insgesamt 104 Klassen unterrichtet, 2025/2026 werden es 140 Klassen sein. Doch nur die Nachfrage in Reudnitz und Anger-Crottendorf wird deutlich steigen. In Sellerhausen und Paunsdorf, wo in vier Schulen im 2010/2011 31 Klassen unterrichtet wurden, also gerade mal acht Klassen pro Schule, werden es 2025/2026 nur neun mehr, also 40, sein.
Das einst gut besuchte Richard-Wagner-Gymnasium müsste zur Neu-Nutzung dringend saniert werden.
Foto: Marko Hofmann
Die steigende Nachfrage in den zentrumsnahen Gebieten will die Stadt mit einem bunten Bäumchen-wechsle-dich und mit Änderungen des Schulbezirks auffangen.
So soll zum Schuljahr 2015/2016 die Schulbezirksgrenze zwischen der 74. Schule in der Friedrich-Dittes-Straße 23 und der Ernst-Pinkert-Schule in der Martinstraße so verändert werden, dass in Zukunft mehr Schüler Richtung Martinstraße zur Schule laufen müssen.
Zwar ist die 74. für 3,5 Züge ausgelegt, aber da das Kellergeschoss unbenutzbar ist, können tatsächlich nur drei Züge unterrichtet werden. In Zukunft müssten an der Friedrich-Dittes-Straße allerdings 4,5 Züge Platz finden, da die Nachfrage nach Grundschulplätzen spätestens 2016/2017 noch weiter steigen soll. Schon jetzt ist die Plattenbauschule mit zwei Klassen über der Richtkapazität.
Die Ernst-Pinkert-Schule in der Martinstraße.
Foto: Marko Hofmann
Die Ernst-Pinkert-Schule müsste schon ab 2012/2013 mehr Schüler aufnehmen, doch auch hier wird vorgeschlagen, die Schulbezirksgrenze zu verändern, sodass mehr Schüler in die 77. Schule an der Riebeckstraße gehen würden. Voraussetzung dafür ist wiederum, dass die Förderschule am Thonberg, die sich das Plattenbau-Gebäude mit der 77. teilt, in das Schulgebäude Zweenfurther Straße zieht.
Damit die Schule in der Martinstraße die zusätzlichen Schüler aus Richtung Friedrich-Dittes-Straße 23 aufnehmen kann, muss zudem das Haus II der Schule in der Friedrich-Dittes-Straße 9 von der Sprachheilschule Käthe-Kollwitz-Schule geräumt werden. Deren Schüler sollen dann ihre neue Heimat im ehemaligen Richard-Wagner-Gymnasium in der Karl-Vogel-Straße finden, was seit der Schließung Ende der Neunziger leersteht und dringend saniert werden müsste. Die Ernst-Pinkert-Schule würde dann mit den Häusern I und II 4,5-zügig geführt werden. Soweit die zentrumsnahen Gebiete.
Ganz anders ist die Situation in Paunsdorf, Heiterblick und Sellerhausen, wo sich vier Schulen einen Schulbezirk teilen: die Brüder-Grimm-Schule und die Theodor-Körner-Schule in Paunsdorf Nord, die Hans-Christian-Andersen-Schule in Sellerhausen und die 24. Schule in Alt-Paunsdorf. Für Letztere wird die Lage laut Prognose bedrohlich. Schon ab 2012/2013 wird die Nachfrage zurückgehen. Wurden letztes Schuljahr noch sieben Klassenverbände an dieser Schule unterrichtet, wird für Jahre 2014 bis 2020 ein Rückgang auf vier Klassen prognostiziert, also auf eine Einzügigkeit.
Erst 2021 soll der Bedarf wieder ansteigen und in 14 Jahren das Niveau von heute erreichen. Da so in den Gebieten Paunsdorf und Heiterblick dauerhaft von einer Überkapazität von 5,5 Zügen ausgegangen wird und die 24. Schule sowieso dringend sanierungsbedürftig ist, wird vorgeschlagen, diese Schule aufzuheben. Auch, um wichtige Mittel für Neubauten und Sanierungen an anderen Stellen zu sparen.
„Vor diesem Hintergrund ist eine Straffung des Grundschulnetzes vorgesehen, indem die 24. Schule aufgehoben wird“, heißt es im Deutsch des Ausschusses Schulplanung. Alle zukünftigen Grundschüler Altpaunsdorfs müssten dann auf ihrem Schulweg die vielbefahrene Permoserstraße überqueren, um zur Brüder-Grimm-Schule in der Goldsternstraße oder zur Theodor-Körner-Schule im Schlehenweg zu gelangen. Sie könnten aber auch mindestens drei Haltestellen mit Bus oder Bahn fahren und noch 600 Meter (Bus) oder 800 Meter (Bahn) bis zur Schule laufen. Wann die Aufhebung erfolgen soll, ist nicht im Entwurf des Schulentwicklungsplans zu lesen.
Margitta Hollick, schulpolitische Sprecherin der Stadtratsfraktion von Die Linke hat schon gegenüber L-IZ.de angekündigt, dass eine Schließung der 1890 gebauten Schule in Altpaunsdorf für ihre Partei nicht in Frage kommt. Über jeden Vorschlag im Schulentwicklungsplan wird der Stadtrat einzeln entscheiden.
Es passte natürlich. Am einen Ende der Straße erklärte Baubürgermeister Martin zur Nedden den wissbegierigen Journalisten, warum die Stadt jetzt auffällige Piktogramme neben die Blindenleitstreifen in der Grimmaischen Straße malen lässt - und 100 Meter weiter stand ein Blumentransporter drauf und ein DHL-Auto parkte mal kurz. Es geht wohl nicht wirklich um die Leitstreifen im Pflaster. Es geht wohl mehr um die tägliche Gedankenlosigkeit der Eiligen. mehr…
Am Samstag, den 26. Mai 2011 findet auf dem Sportcampus Jahnallee das alljährliche Internationale Kinderfest der Studentischen Eltern Leipzig e.V. statt. Das Fest für Leipziger Familien wird von Engagierten vieler internationaler Vereinigungen wie dem Zentrum für europäische und orientalische Kultur (ZEOK) und der Capoeira-Gruppe mit verschiedensten Aktionen getragen. mehr…
Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils. mehr…
Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben. mehr…
Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird. mehr…
Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat. mehr…
"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden. mehr…
Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491. mehr…
In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins glatt mit 0:41 geschlagen geben. Gegen die Greife von der mecklenburgischen Küste fanden die heimischen Löwen am Sonnabend einfach keine Mittel. Für Running Back Daniel Teubert war es zugleich das letzte Spiel im Lion-Dress. mehr…
Es ist eine Mischung aus Volksfest und hochklassigem Sportevent. Die 9. Auflage der „Sparkassen Neuseen Classics – Rund um die Braunkohle“ war auch am Sonntag, den 20. Mai, eine Erfolgsstory. Über 50.000 begeisterte Zuschauer jubelten bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen Profis wie Amateuren auf ihren Rennrädern entlang der Strecke und im Gewerbepark Zwenkau zu. mehr…
Im Prozess um den Tod einer Leipziger Arabistik-Studentin gibt es ein Geständnis. Verteidiger Ralf Juhnke verlas zu Beginn des zweiten Verhandlungstags eine Erklärung. Sein Mandant Sebastian T. (28) habe Franziska S. (25) im Streit mit einem Hammer erschlagen. Im Studentenwohnheim in der Johannes-R.-Becher-Straße lauerte der Berliner seiner Ex-Freundin auf, um sie zur Rede zu stellen. mehr…
Am Dienstag, 29. Mai, beginnt die große Festwoche am Neuen Nikolaigymnasium, mit der das 500-jährige Bestehen der Schule gefeiert wird. Im Gegensatz zur Thomasschule wissen die Nikolaitaner sogar recht sicher, dass ihre Schule ihre Wurzeln im Jahr 1512 hat. Und selbst das Schulgebäude existiert noch am Nikolaikirchhof. Hier könnte man in diesem Jahr auch feiern. Das tut man auch. Am 29. Mai eröffnet dort die Ausstellung "Bürgerstolz und Bildung". mehr…
Wissenschaftler der Universität Leipzig haben einen Meilenstein auf dem Gebiet der Erforschung von Gliazellen gesetzt. Sie konnten in einer internationalen Zusammenarbeit den Nachweis führen, dass Nervenzellen und Gliazellen ähnliche Wirkmechanismen haben. Beide setzen zur Kommunikation Botenstoffe frei. Bislang wurde den Gliazellen diese Fähigkeit abgesprochen, sie galten nur als "Stützgerüst" für die Nervenzellen. mehr…
Nach dem überraschenden Rücktritt von Lok-Trainer Willi Kronhardt hat beim 1. FC Lok Ernüchterung Einzug gehalten. Präsident Michael Notzon rekapituliert noch einmal für L-IZ.de die Ereignisse am Sonntagvormittag und bezieht Stellung zur Finanzsituation des Vereins. mehr…
Ein Film über eine einzigartige Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost ist am Dienstag, dem 22. Mai, um 19:30 Uhr der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 8, zu sehen. Für den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ begleiteten Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zwölf deutsche Jugendliche. mehr…