Leipzigs Schulentwicklungsplan: Bis zu 12 Klassen zu viel an der Erich-Kästner-Schule
Marko Hofmann
25.08.2011
Erich-Kästner-Schule in Gohlis.
Foto: Marko Hofmann
Ob im Süden, in Altwest oder in Gohlis: An Leipzigs Grundschulen tun sich Platzprobleme auf. Im Schulbezirk der Erich-Kästner-Schule könnte es laut Prognose im Entwurf des Schulentwicklungsplans bald zwölf Klassen zu viel für die Schule geben. Für Wahren wird derweil über die Reaktivierung der Schule im Opferweg nachgedacht.
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Es ist schon jetzt zu eng in der Erich-Kästner-Schule auf dem Karree zwischen Georg-Schumann-, Lützow- und Erfurter Straße in Gohlis-Süd. In der 1973 erbauten Grundschule tummelten sich bereits im letzten Schuljahr mit 16 Klassen vier Klassen zu viel. Für dieses Schuljahr werden sogar noch zwei zusätzliche Klassen erwartet. Macht sechs Klassen über der Richtkapazität.
Ein Abflauen des Bedarfs im Schulbezirk der Erich-Kästner-Schule ist nicht in Sicht. Bis 2020/2021 soll die Klassenzahl noch mal um neun Klassen steigen. Insgesamt müssten dann 26 Klassen in der ehemaligen POS „Friedrich Engels“ unterrichtet werden, die dann dank des Neubaus immerhin für eine Vierzügigkeit ausgelegt wäre. Die trotzdem bei Weitem nicht ausreichen würde. Im Maximum geht der Entwurf des Schulentwicklungsplans davon aus, dass an diesem Standort 12 Klassen zu viel gebildet würden.
Baustelle der neuen Erich-Kästner-Schule.
Foto: Marko Hofmann
Wie will die Stadt diesen Überhang bedienen? - Eine Schulbezirksänderung kommt nicht in Frage, weil die benachbarte Geschwister-Scholl-Schule in der Elsbethstraße ebenfalls jeden Quadratmeter zur Befriedigung des Bedarfs braucht. Bleibt nur die Möglichkeit, die jetzige Erich-Kästner-Schule am Netz zu halten, nachdem der Neubau fertig ist, von dem Schüler und Lehrer ab dem Schuljahr 2013/2014 Besitz ergreifen sollen. Ob der unsanierte Plattenbau auch perspektivisch zur Schullandschaft gehören wird, wird die Zukunft zeigen.
Noch steht das Schulgebäude am Opferweg in Wahren leer.
Foto: Marko Hofmann
So heißt es im Entwurf: „Eine abschließende Entscheidung zur weiteren Vorgehensweise muss im Zuge der Erstellung der Schulnetzplanung im Jahr 2013 erfolgen“, was man als eine Entscheidung zwischen weiterem Neubau oder Sanierung interpretieren kann. In den restlichen Schulbezirken des Stadtbezirks Nord ist die Situation etwas entspannter. Die 75. Schule in Gohlis-Nord und die Adam-Friedrich-Oeser-Schule in Eutritzsch haben sogar deutliche Überkapazitäten zu vergeben.
An der Paul-Robeson-Schule wird es eng.
Foto: Marko Hofmann
Davon kann an der Paul-Robeson-Schule in der Jungmannstraße in Wahren, direkt an der Grenze zu Lindenthal, nicht die Rede sein. Das ebenfalls 1973 errichtete und bereits sanierte Schulgebäude wird durch eine Grundschule, eine Mittelschule und den Hort genutzt. Spätestens 2012/2013 wird diese Enge zu einem Problem, denn dann müssen auf der derzeit anderthalbzügig geführten Grundschule statt den maximal möglichen sechs Klassen, acht Klassen das Einmaleins lernen. Von den Räumlichkeiten der Mittelschule kann die Grundschule nichts abknapsen, da dann die gesetzlich geforderte Mindestzügigkeit der Mittelschule nicht gewährleistet werden kann.
Eine Lösung wäre eine Verkleinerung des Schulbezirks, eine andere die Verlagerung der Grund- oder Mittelschule. Schon in der Schulnetzplanung 2006 wurde, wie auch diesmal, eine Verlagerung der Paul-Robeson-Schule in das derzeit ungenutzte Schulgebäude im Wahrener Opferweg, direkt an der Wahrener Gnadenkirche, vorgeschlagen. Die Schulbezirksgrenze könnte dann entlang der B6 verlaufen.
Diese Reaktivierung hätte auch unmittelbare Folgen für die Grundschule Stahmeln, die derzeit auf zwei Schulgebäude, je eins in Stahmeln und eins in Lützschena, verteilt ist. Die Schüler aus Stahmeln könnten durch eine Schulbezirksänderung mit an den Opferweg, was allerdings im Zweifelsfalle einen deutlich längeren Schulweg für manche Schüler bedeuten würde.
Darüber wird aber erst frühestens im Dezember entschieden, wenn die einzelnen Vorschläge im Stadtrat diskutiert werden.
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