Leipzigs Schulentwicklungsplan: Der Stadtelternrat hat „gewisse Bedenken“
Marko Hofmann
24.09.2011
Wird reaktiviert: Schule in Wahren.
Foto: Marko Hofmann
So langsam nimmt die öffentliche Diskussion des Entwurfs des neuen Schulentwicklungsplans Fahrt auf. Nach den ersten Fraktionen äußerte sich gegenüber der L-IZ auch der Stadtelternrat und meldete Bedenken an. Die Prognose sei insgesamt zu unsicher.
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In der Grundsache positiv, in den Details mit Verbesserungsbedarf, so bewertet der Leipziger Stadtelternrat (SER) den Entwurf zum Schulentwicklungsplan. Die höchste Vertretung der Schulelternschaft in der Stadt hat zwar noch nicht die Statements aller Elternsprecher erhalten, aber schon in den Arbeitsgruppen das Papier besprochen. Eine gewisse Tendenz zeichnet sich ab.
„Wir begrüßen es zunächst ausdrücklich, dass sich des Problems endlich angenommen wird und schauen jetzt nach vorn und nicht zurück“, so der Vorsitzende Manfred Heuschkel. Der Stadtelternrat will den Finger nicht in die Wunde legen und nicht kritisieren, dass es so lang gedauert hat, lieber wird jetzt nach vorn geschaut.
Ausgiebig haben sich die Elternsprecher mit dem 245-Seiten-Dokument befasst und dabei so manche Schwachstellen entdeckt. „Dass in der Prognose generell davon ausgegangen wird, dass die Hälfte eines Grundschuljahrgangs auf das Gymnasium wechselt und die andere Hälfte auf eine Mittelschule sehen wir kritisch“, so Heuschkel, der auf soziale Brennpunkte in der Stadt verweist, in denen deutlich mehr Schüler aufgrund ihrer Leistung nach der Grundschule eine Mittelschule besuchen werden. „Dort wird es mit der 50/50-Prognose ziemlich problematisch.“
Baustelle der neuen Erich-Kästner-Schule.
Foto: Marko Hofmann
Die Mittelschulen würden dann voller werden als gedacht und das genau dort, wo der Schulentwicklungsplan laut Stadtelternrat schon sehr eng geplant ist. „Es gibt in Leipzig Bereiche- in denen viele Häuser leer stehen. Spätestens wenn die bezugsfertig sind, könnten die Prognosen wackeln“, so Heuschkel. Zusammen mit seinen Kollegen vermisst der Vorsitzende auch eine konkrete Festlegung, wann und wie häufig die Richtigkeit der Schulnetzplanung überprüft wird.
„Unserer Meinung nach muss jedes Jahr im Februar oder März anhand der Anmeldezahlen eine Prüfung erfolgen, ob die Prognosen richtig waren. Nur dann kann entsprechend reagiert werden.“ Der Vorsitzende hat sich im August die Containerschule in der Friedrich-Ebert-Straße, die neue 5. Schule, angesehen, die eine Folge verpasster konkreter und frühzeitiger Planung war. „Das ist kein schlechtes Gebäude für eine gewisse Zeit, aber auch die Errichtung einer Containerschule braucht einen gewissen Vorlauf. Der Plan befasst sich mit dem Zeitraum bis 2025. Er wird ohne konkrete Überprüfungen nicht aufgehen.“
Auch zur geplanten Schließung der 24. Grundschule in Altpaunsdorf hat sich der Stadtelternrat seine - ambivalente - Meinung gebildet. „Eine Grundschule zu schließen ist immer problematisch, andererseits ist die Sachlage hier nicht so einfach.“ Vor allem der Sanierungsbedarf sei aus Sicht des SER ein Problem. „Wenn man eine Schule für zwei Millionen saniert, muss auch eine Zweizügigkeit sichergestellt sein“, fordert Heuschkel, der sich als Vater eines Kindes an der Mittelschule Paunsdorf aber auch in die Lage der Eltern in Altpaunsdorf denken kann.
„Unser Oberbürgermeister sagte mal ‚Kurze Beine, kurze Wege’, das wäre bei einer Schließung nicht mehr möglich. Der Schulweg zu den nächsten Schulen wäre für die Kinder auch enorm schwierig.“ Von daher unterstütze man zwar die Schule und deren Förderverein in seinem Vorhaben, die Schule zu erhalten und würde dies auch begrüßen, jedoch könne man eben auch die Stadt verstehen. „Wir müssen unsere knappen Mittel sorgfältig einsetzen und wir bezweifeln, dass sich eine Sanierung lohnt. Es wäre einfacher, wenn ausreichende Mittel vorhanden wären.“
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