Schulentwicklungsplan: In Leipzigs Mitte entspringt ein Problem
Marko Hofmann
13.08.2011
Schule am Floßplatz.
Foto: Marko Hofmann
Es ist ein großer roter Kreis im Entwurf des Schulentwicklungsplans 2011, der für ein großes Problem steht: Der Stadtbezirk Mitte braucht mindestens drei Grundschulen. Doch es ist nicht der einzige Kreis auf dem Leipziger Stadtplan, der Sorgen bereitet.
Anzeige
Insgesamt gibt es fünf rote und vier grüne Kreise und damit neun mehr oder weniger große Probleme im Leipziger Grundschulnetz.
Der Schulentwicklungsplan 2011 für Leipzig liegt derzeit bei Fraktionen, Schulen und Stadtelternrat, die sich über das, was drin steht, so ihre Gedanken machen werden. Auch die Leipziger Internet Zeitung hat mittlerweile ein Exemplar, in dem unter anderem nach Stadtbezirken gegliedert eine Bestandsaufnahme bei den Grundschulen enthalten ist. Welche Schulen gibt es, welche sind staatlich, welche in freier Trägerschaft? Wie viele Klassen und Schüler hat welche Schule im Moment – eine Information, die übrigens nicht jede freie Schule preisgibt - wann wurde die Schule gebaut, wie ist der bauliche Zustand, wird das Schulgebäude mit einer anderen Einrichtung geteilt, wie viele Räume hat es? Soweit die Bestandsaufnahme, die nur einen Teil ausmacht. Ein anderer, der wichtigere, weil bis dahin unbekannte Teil, ist die Zukunftsprognose für diese Stadtbezirke, die keineswegs immer gleich ist.
Insgesamt wird die Zahl der Klassen an staatlichen Grundschulen in Leipzig laut Prognose von 636 im Schuljahr 2010/2011, bis zum Schuljahr 2020/2021 auf ca. 830 ansteigen. Es wird erwartet, dass die Zahl der Grundschüler dann um circa 4.000 gestiegen sein wird. Gingen letztes Schuljahr noch circa 12.774 Kinder zwischen 6 und 10 Jahren in eine staatliche Grundschule, sollen es bereits 2019/2020 um die 17.000 sein. In ähnlicher Dimension soll auch die Zahl der Hortkinder steigen.
Schon völlig ausgelastet: die Schule am Floßplatz.
Foto: Marko Hofmann
Doch nicht in allen Stadtteilen werden dringend Grundschulen gebraucht, in Paunsdorf soll sogar eine geschlossen werden. In Leipzig gilt derzeit generell: Wer Kinder lachen und Familien spazieren gehen sehen will, muss sich an den Rändern des Auwalds aufhalten. Sowohl in Gohlis-Süd als auch in Mitte als auch in Plagwitz oder in der Südvorstadt laufen zahlreiche Kleinwüchsige durch die Straßen. In der Ost-West-Ausrichtung herrscht dagegen im wahrsten Sinne des Wortes tote Hose. Im Schulentwicklungsplan gibt es hierzu eine Karte mit grünen und roten Kreisen. Bei rot besteht Handlungsbedarf im Sinne von Kapazitätsschaffung, bei grün Handlungsbedarf im Sinne von Schulaufhebungen oder Schulfusionen. Der dickste Kreis ist um den Stadtbezirk Mitte gezogen.
Zwischen Rosental und Bayerischen Bahnhof existieren im Moment genau fünf staatliche Grundschulen. Die Pablo-Neruda-Grundschule, die Schule am Floßplatz, die Lessingschule, die Èdouard-Manet-Schule und die ab kommendem Schuljahr, 2011/2012 selbstständige Schule 5 im Stadtbezirk Mitte – noch gibt es keinen anderen Namen - die einstige Auslagerung der Lessingschule in Systembauweise direkt am ehemaligen Zentralstadion.
Im Schulentwicklungsplan heißt es: „Bis auf die neue Schule 5 im SB-Mitte sind die Kapazitäten der Grundschulen im Stadtbezirk erschöpft.“ Schon jetzt. In diesen Schulen wurden im Jahr 2010/2011 genau 57 Schulklassen unterrichtet. Im Jahr 2020/2021, dem prognostizierten Höhepunkt des Anstiegs an Grundschülern, sollen es 113 sein, also so gut wie doppelt so viele. Spätestens 2015/2016 werden die Grundschulen um mehr als 120 % ausgelastet sein. Die Lessingschule ist schon jetzt überbelegt.
Bleibt wohl vorerst im Dienst: altes Gebäude der Neruda-Schule.
Foto: Marko Hofmann
Der Stadtbezirk, so wird es im Plan vorgeschlagen, soll insgesamt drei neue Grundschulen erhalten. Vor allem im südlichen Zentrum werden diese voraussichtlich gebraucht. Im nördlichen Zentrum wird erwartet, dass die Lessingschule und ihre kleine Schwester, die irgendwann vom Interim in einen Neubau wechseln wird - und dann dreizügig geführt wird – die Nachfrage in den Griff kriegen. Allerdings geht man derzeit davon aus, dass die Richtkapazität beider Schulen zusammen im Jahr 2016/2017 um fünf Klassen überschritten wird. „Die temporäre Überschreitung des Kapazitätsrichtwerts kann durch alternierende Mehrbildung von Klassen abgesichert werden“, heißt es im Entwurf.
Weil weder die Schule am Floßplatz noch die Èdouard-Manet-Schule in der Manet-Straße in irgendeiner Form erweitert werden können, wird für das südliche Zentrum vorgeschlagen: „Es ist erforderlich, voraussichtlich ab dem Schuljahr 2015/2016, einen weiteren Schulstandort in Zentrum-Süd einzurichten, um die Bedarfsnachfrage abzusichern.“ Offen ist allerdings die Frage, wo manche Schüler in der Schule am Floßplatz ab 2013/2014 lernen werden, denn tritt die Prognose ein, wird die Richtkapazität der Schule zu diesem Zeitpunkt um vier Klassen überschritten werden. Im Jahr 2014/2015 sollen es dann schon sechs Klassen zu viel sein.
Im Zentrum-Südost soll zunächst geprüft werden, ob das jetzige Schulgebäude der Pablo-Neruda-Grundschule in der Straße des 18. Oktober nach der Fertigstellung des Neubaus, geplant für 2013, am Netz bleiben kann.
„Sollte dies nicht möglich sein, so muss im Bereich Zentrum Südost eine Fläche zur Errichtung neuer Schulhauskapazitäten gesichert werden. Mit der Fortschreibung der Schulnetzplanung ist eine Entscheidung darüber zu treffen.“
Die momentane Prognose geht davon aus, dass die Richtkapazität der Neruda-Schule erst 2014/2015 überschritten wird, dann aber auch locker bis 2025/2026. Von einer Sanierung des jetzigen Schulgebäudes ist nichts im Plan zu lesen. Ob darüber hinaus noch eine weitere Grundschule benötigt wird, soll anhand der kommenden Bevölkerungsvorausschätzung und der Schulberichterstattung entschieden werden.
Das Zeitfenster in Mitte ist also noch etwas größer als woanders …
Es passte natürlich. Am einen Ende der Straße erklärte Baubürgermeister Martin zur Nedden den wissbegierigen Journalisten, warum die Stadt jetzt auffällige Piktogramme neben die Blindenleitstreifen in der Grimmaischen Straße malen lässt - und 100 Meter weiter stand ein Blumentransporter drauf und ein DHL-Auto parkte mal kurz. Es geht wohl nicht wirklich um die Leitstreifen im Pflaster. Es geht wohl mehr um die tägliche Gedankenlosigkeit der Eiligen. mehr…
Am Samstag, den 26. Mai 2011 findet auf dem Sportcampus Jahnallee das alljährliche Internationale Kinderfest der Studentischen Eltern Leipzig e.V. statt. Das Fest für Leipziger Familien wird von Engagierten vieler internationaler Vereinigungen wie dem Zentrum für europäische und orientalische Kultur (ZEOK) und der Capoeira-Gruppe mit verschiedensten Aktionen getragen. mehr…
Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils. mehr…
Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben. mehr…
Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird. mehr…
Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat. mehr…
"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden. mehr…
Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491. mehr…
In ihrem ersten Heimspiel der neuen Football-Regionalliga-Saison mussten sich die Leipzig Lions den Rostock Griffins glatt mit 0:41 geschlagen geben. Gegen die Greife von der mecklenburgischen Küste fanden die heimischen Löwen am Sonnabend einfach keine Mittel. Für Running Back Daniel Teubert war es zugleich das letzte Spiel im Lion-Dress. mehr…
Es ist eine Mischung aus Volksfest und hochklassigem Sportevent. Die 9. Auflage der „Sparkassen Neuseen Classics – Rund um die Braunkohle“ war auch am Sonntag, den 20. Mai, eine Erfolgsstory. Über 50.000 begeisterte Zuschauer jubelten bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen Profis wie Amateuren auf ihren Rennrädern entlang der Strecke und im Gewerbepark Zwenkau zu. mehr…
Im Prozess um den Tod einer Leipziger Arabistik-Studentin gibt es ein Geständnis. Verteidiger Ralf Juhnke verlas zu Beginn des zweiten Verhandlungstags eine Erklärung. Sein Mandant Sebastian T. (28) habe Franziska S. (25) im Streit mit einem Hammer erschlagen. Im Studentenwohnheim in der Johannes-R.-Becher-Straße lauerte der Berliner seiner Ex-Freundin auf, um sie zur Rede zu stellen. mehr…
Am Dienstag, 29. Mai, beginnt die große Festwoche am Neuen Nikolaigymnasium, mit der das 500-jährige Bestehen der Schule gefeiert wird. Im Gegensatz zur Thomasschule wissen die Nikolaitaner sogar recht sicher, dass ihre Schule ihre Wurzeln im Jahr 1512 hat. Und selbst das Schulgebäude existiert noch am Nikolaikirchhof. Hier könnte man in diesem Jahr auch feiern. Das tut man auch. Am 29. Mai eröffnet dort die Ausstellung "Bürgerstolz und Bildung". mehr…
Wissenschaftler der Universität Leipzig haben einen Meilenstein auf dem Gebiet der Erforschung von Gliazellen gesetzt. Sie konnten in einer internationalen Zusammenarbeit den Nachweis führen, dass Nervenzellen und Gliazellen ähnliche Wirkmechanismen haben. Beide setzen zur Kommunikation Botenstoffe frei. Bislang wurde den Gliazellen diese Fähigkeit abgesprochen, sie galten nur als "Stützgerüst" für die Nervenzellen. mehr…
Nach dem überraschenden Rücktritt von Lok-Trainer Willi Kronhardt hat beim 1. FC Lok Ernüchterung Einzug gehalten. Präsident Michael Notzon rekapituliert noch einmal für L-IZ.de die Ereignisse am Sonntagvormittag und bezieht Stellung zur Finanzsituation des Vereins. mehr…
Ein Film über eine einzigartige Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost ist am Dienstag, dem 22. Mai, um 19:30 Uhr der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 8, zu sehen. Für den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ begleiteten Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zwölf deutsche Jugendliche. mehr…