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Schulentwicklungsplan: Plagwitz lebt – die Erich-Zeigner-Schule merkt’s

Marko Hofmann
Die Sanierung der Erich-Zeigner-Schule ist so gut wie vollendet.
Die Sanierung der Erich-Zeigner-Schule ist so gut wie vollendet.
Foto: Marko Hofmann
In Plagwitz tut sich seit Jahren etwas. Wohnraum aus der Gründerzeit wird saniert, Stadthäuser werden gebaut. Der Dunst über dem Stadtteil ist lange verflogen, das Image nicht mehr grau. Folgerichtig tummeln sich auch immer mehr Familien mit Kleinkindern in dem Stadtviertel. Hier sehen sie ihre Zukunft, hier sollen die Kinder zur Schule gehen. Aber in welche?

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Die Entwicklung hat Auswirkungen auf die Schullandschaft. Noch steht die Erich-Zeigner-Schule gewissermaßen allein mitten im Epizentrum des Kinderbooms und ist schon jetzt randvoll.

Der Stadtbezirk Südwest ist groß. Er erstreckt sich von Plagwitz bis raus nach Knautkleeberg. Genau fünf Grundschulen decken dieses Gebiet ab. Während es Richtung Land – das kennt man ja schon aus anderen Stadtbezirken – ruhig zugeht, wächst der Bedarf in den zentrumsnahen Gebieten enorm. „Vor allem der Ortsteil Plagwitz erfährt einen positiven, in seinen Auswirkungen auf die öffentlichen Einrichtungen jedoch gravierenden Wandel“, heißt es hierzu im Entwurf zum Schulentwicklungsplan.

Der Seitenflügel der Zeigner-Schule in der Weißenfelser Straße.
Der Seitenflügel der Zeigner-Schule in der Weißenfelser Straße.
Foto: Marko Hofmann
Das heißt: Es gibt schon jetzt zu viele Grundschüler für zu wenig Schulen. Die Erich-Zeigner-Schule steht im Epizentrum des Kinderreichtums und wird schon im Schuljahr 2011/2012 randvoll sein. Wäre ja eigentlich schön, aber bis 2020/2021 wird sich die Gesamtklassenzahl laut Prognose noch einmal verdoppeln, von jetzt 20 auf dann 40. Schon im Schuljahr 2011/2012 könnte die Schule vier Klassen über der Richtkapazität sein, die exakten Meldezahlen stehen noch aus.

Letztes Jahr haben sich genau 101 Schüler sich an der Erich-Zeigner-Schule angemeldet, zum Schulanfang 2015/16 könnten 238 Schüler in der Aula sitzen. Es ist unmöglich, dass diese dann alle in die Erich-Zeigner-Schule gequetscht werden. Deren derzeit stattfindende Sanierung wäre dann bei so vielen Kindern vergebens gewesen. Was ist die Lösung? Derzeit lernen die Schüler im Seitenflügel Weißenfelser Straße, der nach der Sanierung leer stehen würde.

Die Schule am Adler wird in Zukunft zu klein sein.
Die Schule am Adler wird in Zukunft zu klein sein.
Foto: Marko Hofmann
Im Entwurf steht: „In diesem Flügel und unter Einbeziehung aller Räume der sanierten Erich-Zeigner-Schule, ist die Einrichtung einer zweiten vierzügigen Grundschule am Standort möglich, wobei hier erhebliche räumliche Defizite für die beiden Horte und Defizite an Pausen- und Spielfläche zu verzeichnen sind sowie die Sporthallenkapazitäten nicht ausreichen“.

Spätestens 2014/2015 muss eine neue Grundschule her. Klingt nicht gerade nach einer Ideallösung. So steht es auch im Entwurf, dessen Verfasser die Konzentration von ca. 900 Schülern an einem Standort für „bedenklich“ halten. Deshalb schlagen sie vor, bis spätestens 2014/2015 eine weitere vierzügige Grundschule im Gebiet zu eröffnen. Das bedeutet aber auch, dass der Seitenflügel der Erich-Zeigner-Schule darüber hinaus genutzt werden muss, denn zwei vierzügig geführte Schulen können nur 32 Klassen aufnehmen.

Nach 2020/2021 soll der Bedarf nur ganz langsam sinken. Für das Jahr 2025/2026 geht die Prognose immer noch von über 30 Klassen aus, die in diesem Schulbezirk unterrichtet werden müssten. Die Schulen würden also auch dann noch gut gefüllt sein. Dass eine zusätzliche Grundschule im Schulbezirk der Erich-Zeigner-Schule bereits 2012 zur Verfügung steht, sehen die Verfasser des Entwurfs als „nicht realistisch“ an. An der zumindest zeitweiligen Beengung auf dem Schulhof der „Erich Zeigner“ führt also kein Weg vorbei.

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Die Situation im Schulbezirk der Schule am Adler lässt sich da leichter lösen. Zwar soll auch hier zukünftig der Bedarf so hoch sein, dass ihn die Schule, die sich das Gebäude mit der Mittelschule am Adler und dem RAA, dem Verein für interkulturelle Arbeit, Jugendhilfe und Schule teilt, nicht befriedigen kann, aber immerhin kann hier eine andere Schule aushelfen. Bedingung ist, dass die Stadt den Brandschutz in der 120. Schule in Großzschocher realisiert und den Schulbezirk geringfügig Richtung 120. Schule verändert. Die derzeit dreizügige Schule in der Martin-Herrmann-Straße könnte dann vierzügig geführt werden und somit würde die Überkapazität der Schule am Adler, die ab 2015/2016 vier Klassen betragen wird, durch die 120. Schule aufgefangen werden.

Die 60. Schule in Knautkleeberg-Knauthain ist von all diesem Wuling nicht betroffen. Die mit 2,5 Zügen geführte Schule wird bis 2013 mit einer leichten Überstrapazierung des Kapazitätsrichtwerts leben müssen, dann flacht das Schüleraufkommen wieder etwas ab.

Die Schulnetzplanung für den Stadtbezirk Südwest soll spätestens 2013 aktualisiert werden.


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