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Schulentwicklungsplan: Teils längere Schulwege im Süden

Marko Hofmann
Foto: Marko Hofmann
Schon jetzt herrscht viel Betrieb an den Grundschulen in der Leipziger Südvorstadt und in Connewitz. Die 3. Grundschule ist bereits ausgelastet. In den kommenden zehn Jahren sollen die Schülerzahlen in diesen zwei Stadtteilen noch einmal stark ansteigen. Mindestens eine neue Grundschule muss deshalb gebaut werden. In Dölitz-Dösen, Lößnig und Marienbrunn ist die Lage dagegen entspannt.

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Es war im Jahr 1970 als die heutige 3. Grundschule in der Bernhard-Göring-Straße 107 eröffnet wurde. Für vier Züge hatte sie Platz und dieser Platz ist seit dem Jahr 2010 ausgeschöpft. Aufgrund der steigenden Schülerzahlen in ihrem Schulbezirk musste die Schule fünf Eingangsschulklassen aufnehmen. Weil es vier Jahre zuvor nur drei Eingangsklassen waren, war noch genug Platz. In den kommenden 10 Jahren wird sich die Schule nicht mehr so helfen können, denn dann soll die Gesamtklassenzahl von 16 im letzten Schuljahr auf 36 im Jahr 2020/2021 gestiegen sein. Die Schule müsste mehr als doppelt so viele Klassen aufnehmen, wie sie könnte. Schon für das am nächsten Montag beginnende Schuljahr werden sechs 1. Klassen prognostiziert.

Die Südvorstadt in der die Schule liegt, ist extrem kinderreich, 7,7 Prozent der Bewohner sind unter sechs Jahren, und extrem grundschularm. Die 3. Grundschule ist die einzige. Die nächste Grundschule Richtung Süden ist die Schule Connewitz in der Zwenkauer Straße weit hinter dem Connewitzer Kreuz. Die hat zumindest zurzeit noch Restkapazitäten. Zur Lösung des Problems wird in geringem Maße der Neubau der 3. Grundschule beitragen, der allerdings erst nächstes Jahr beginnt. Wenn das Haus bezugsfertig ist, können dort immerhin 20 Klassen lernen.

Die 3. Grundschule ist laut Prognose schon im kommenden Schuljahr zu klein.
Die 3. Grundschule ist laut Prognose schon im kommenden Schuljahr zu klein.
Foto: Marko Hofmann

Leider werden für das Schuljahr 2012/2013 schon 22 Klassen vorausgesagt, also noch mal drei Klassen mehr und damit sechs Klassen über der Richtkapazität. Der Neubau soll aber erst 2014/2015 fertig sein. Deshalb wird im Entwurf des Schulentwicklungsplans 2011 vorgeschlagen, für das Schuljahr 2012/2013 die Schulbezirksgrenze so zu verändern, dass mehr Schüler nach Connewitz gehen, um beide Schulen optimal auszulasten. Die jetzt in der Schule Connewitz lernenden LRS-Klassen (Lese-Rechtschreib-Schwäche) sollen dafür in die 9. Schule in der Gersterstraße verlagert werden. Im Plan wird darauf hingewiesen, dass durch diese Grenzverschiebung nicht jeder in seine Wunschschule kommen kann und „auch längere Schulwege für einzelne Schüler entstehen können“.

Bis zur Fertigstellung des Neubaus soll die Überkapazität außerdem durch zusätzliche Kapazitäten in Leichtbauweise aufgefangen werden. Es kommt also eine Containerburg auf den Schulhof der 3. Grundschule.

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„Unabhängig der Notwendigkeit einer Schulbezirksveränderung sollte ab dem Schuljahr 2014/2015 eine extensive Kapazitätserweiterung von circa 4 Zügen pro Schuljahr für die Ortsteilbereiche Südvorstadt und Connewitz erfolgen“, heißt es im SEP weiter. Vorgeschlagen wird eine Weiternutzung des alten Schulgebäudes der 3. Grundschule, obwohl von dessen Sanierung überhaupt nichts zu lesen ist, und ein zusätzlicher Neubau in der Südvorstadt. Von einem Neubau in Connewitz ist zwar im Allgemeinen die Rede – siehe oben – im Konkreten allerdings nicht. Vielleicht wird dies ja konkret, wenn die Bevölkerungsvorausberechung 2011 vorliegt, denn dann soll noch einmal über weitere „extensive Kapazitätserweiterungen sowie deren Stellen im Stadtbezirk“ diskutiert werden.

Die Lage an den restlichen drei Schulen im Stadtbezirk Süd, also an der 8., der 9. und an der Marienbrunner Schule ist stabil. Hier sind derzeit keine Veränderungen notwendig. Eltern balgen sich wie schon im Osten in den stadtnahen Gebieten um einen Grundschulplatz für ihre Kinder. Am Ende des Prognose-Zeitraums, so sieht es die Prognose vor, wird der Bedarf übrigens nur geringfügig zurückgegangen sein.


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