Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche



Grünen-OB-Kandidat zur Zukunft des Stadtverkehrs: Leipzig könnte Vorbildstadt für nachhaltige Mobilität werden

Ralf Julke
Felix Ekardt, Bündnis 90/Die Grünen
Felix Ekardt, Bündnis 90/Die Grünen
Foto: Gernot Borriss
In der letzten Woche hat die Mittelstandsvereinigung der CDU einmal wieder eine Diskussion über die Leipziger Verkehrspolitik angestoßen. Und während die Stadt versucht, den Verkehr endlich umweltfreundlicher zu machen und den Anteil des Umweltverbundes nachhaltig zu gestalten, sieht Clemens Meinhardt von der Mittelstandsvereinigung (MIT) den Autoverkehr immer mehr zurückgedrängt. Aber auch der OBM-Kandidat der Grünen, Prof. Dr. Felix Ekardt, sieht eine Chance für eine andere Art Stadtverkehr.

"In einer Großstadt wie Leipzig spielen alle Verkehrsträger eine wichtige Rolle, aber die Fakten sollten stimmen. Wir wissen seit langem aus der Verkehrswissenschaft: Mehr Straßen lösen keinen Stau auf, sondern ziehen neuen Verkehr an", sagt der Nachhaltigkeits-Forscher. "Bereits jetzt wird
der öffentliche Straßenraum durch das Auto dominiert. Die Sicherheit von älteren Leuten und Kindern auf dem Schulweg ist durch den Straßenverkehr an vielen Stellen bedroht."

Aber auch der Straßenlärm sei ein Dauerproblem. Er schade der Lebensqualität in Leipzig ernsthaft. "Und wir wissen aus der Lärmmedizin: Lärm ist keine Nebensächlichkeit, sondern macht krank – wer an belebten Straßen wohnt, hat ein massiv höheres Risiko für Herzkreislauferkrankungen."

Grüner OB-Kandidat Felix Ekardt - hier bei einer Grünen-Radtour.
Grüner OB-Kandidat Felix Ekardt - hier bei einer Grünen-Radtour.
Foto: Gernot Borriss

Zielrichtung sollte sein, Leipzig mit seinen im Vergleich zu Westdeutschland sehr guten Voraussetzungen zur Vorbildstadt für nachhaltige Mobilität und Lebensqualität umzubauen. Für Ressourcen- und Klimaschonung, für eine kind- und seniorengerechte Stadt und ein verkehrsberuhigtes Wohnumfeld sei die Entwicklung eines Energie- und Verkehrskonzeptes dringend angezeigt, das Alternativen zum Auto entwickelt und diese für jeden attraktiv und praktikabel macht. "Dies ist auch eine soziale Frage", betont Ekardt den Aspekt, der bei der Diskussion Auto versus Rad immer wieder ausgeblendet wird, "ist doch das Auto die teuerste Variante des Individualverkehrs. Der deutlichen Stärkung des Fahrrad- und Fußgängerverkehrs kommt auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Mobilität eine Schlüsselfunktion zu."

Umso zynischer sei daher auch der Angriff der CDU, die Grünen wären gegen eine wohnortnahe Versorgung und würden die autofahrenden Senioren benachteiligen. "Zum einen ist diese Behauptung glatt gelogen und zum anderen wird hier eine Altersgruppe, die Senioren, als Kronzeuge von der CDU herangezogen, die primär auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen ist", so Ekardt.

Das Argument hatte gerade Konrad Riedel, Vorsitzender der Senioren-Union, in den Ring geworfen. Aus dieser Position klingt das natürlich, als spräche Riedel gleichsam für alle Senioren in Leipzig.

Grüner OB-Kandidat 2013: Felix Ekardt.
Grüner OB-Kandidat 2013: Felix Ekardt.
Foto: Gernot Borriss
Die Wirklichkeit sieht ein bisschen anders aus, auch wenn Konrad Riedel glaubt, der Stadtrat habe den STEP Zentren nur beschlossen, damit die älteren Leipziger ohne Probleme mit dem Auto Einkaufen fahren können. Natürlich kann man genau den Eindruck gewinnen. Aber die Altersgruppe, die am häufigsten mit dem Pkw zum Einkaufen fährt, sind die 35- bis 49-Jährigen (71 %), gefolgt von den 50- bis 64-Jährigen (60 %) und den 18- bis 34-Jährigen (51 %). Mit steigendem Alter nimmt die Pkw-Nutzung gerade aus gesundheitlichen Gründen nämlich wieder ab. Bei den Einkäufen auf 44 %. Wobei hier eindeutig Rentnerpaare dominieren, die mit 80 Prozent über den höchsten Pkw-Ausstattungsgrad aller Leipziger verfügen. Was natürlich bedeutet - da sie das Auto nicht wie die jüngeren Altersgruppen auch zum Weg auf Arbeit oder zur Ausbildung einsetzen - dass diese Pkw vor allem im ruhenden Verkehr zu finden sind.

Die älteren Leipziger über 65 Jahre steigen aber eben auch zum Einkaufen wieder vermehrt auf die Straßenbahn um (18 Prozent - bei den jüngeren Altersklassen sind es nur 4 bis 8 %), fahren mit dem Fahrrad, was Konrad Riedel so unvorstellbar findet (11 %) oder gehen vermehrt zu Fuß (24 %). Was in der Logik bedeutet, dass der auch für Ältere fußläufig erreichbare Einkaufsmarkt viel wichtiger ist als der Parkplatz mit Supermarkt-Anschluss.

"Eine von Realismus und Ehrlichkeit geprägte Politik muss aber auch die Verkehrs- und Finanzpolitik parallel im Blick haben. Soli und Schuldenbremse werden die Haushaltslage perspektivisch verschärfen, und kaum etwas ist so teuer wie neue Straßen", stellt Felix Ekardt fest, "da muss die klare Priorität auf der Instandhaltung vorhandener Straßen liegen. Dabei wird der Bedarf an Mobilität durch ein reichhaltiges Angebot auch weiterhin befriedigt werden."

Maßnahmen wie etwa die Ausweitung von Tempo-30-Zonen müssten intensiv und ergebnisoffen diskutiert werden. Die durch Grüne und SPD auf Bundesebene angestrebte Novellierung der StVO in dieser Richtung wirke sogar kostensenkend, verringere die Anzahl von Verkehrsschildern in den Gemeinden, den Lärm und die Anzahl an schweren Verkehrsunfällen.

"Gerade angesichts der Lärmproblematik ist es etwas unverständlich, dass die Stadt die Karl-Tauchnitz-Straße nicht längst als Tempo-30-Zone ausgewiesen hat", sagt der Grünen-Kandidat. "Da hier die Lärmwerte regelmäßig überschritten werden, ist die Stadt zu wirksamen Maßnahmen verpflichtet. Die Stadt provoziert hier neuerliche Klagen."

Letztlich profitiere gerade der Mittelstand von einem intelligenten Verkehrsmanagement, das den Autoverkehr insgesamt reduziert, da somit diejenigen, die auf das Auto angewiesen seien, ohne Staus und ohne Zeitverlust die Stadt durchqueren können. "Das ist gut für alle. Umso mehr Menschen durch eine gute Fahrradinfrastruktur, einen bezahlbaren gut ausgebauten ÖPNV und durch vernünftige Wegeführung motiviert werden können, das Auto auch mal stehen zu lassen, umso besser für uns alle – besonders für unsere Kinder", sagt Ekardt.


Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks



Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

KarLi, neue Straßenbahnen, Umspannwerk: Verkehrsminister übergab LVB Fördermittelbescheide in Höhe von 14,5 Millionen Euro

Ulf Middelberg, Sven Morlok und Norbert Menke beim "KarLi"-Termin.
Ein Projekt nimmt Gestalt an. Parkbuchten, Fußwege, Haltestellen sind schon erkennbar, Bordsteine gesetzt, Gleise verlegt. Ab dem 17. November fahren die Straßenbahnen in der Karl-Liebknecht-Straße / Peterssteinweg wieder zweigleisig. Und bezahlt wird auch alles. Der Eiertanz um die in Frage gestellten Fördergelder im September war nichts als eine Ente. Am Dienstag, 21. Oktober, kam Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok persönlich auf die Baustelle, um gleich drei Förderzusagen zu überreichen. mehr…

Vattenfall und die sächsische Energiezukunft: Jetzt reist auch SPD-Chef Martin Dulig nach Schweden

Martin Dulig.
Die Grünen waren schon in Stockholm und haben dort mit den jetzt an der Regierung beteiligten schwedischen Grünen über das Thema Vattenfall gesprochen und die Zusicherung mitgebracht, dass von Regierungsseite in Schweden kein Interesse an neuen Tagebauen in Sachsen besteht. Nun verhandelt die sächsische SPD ja beharrlich mit der CDU über die künftige Regierung. Da bekommt sie das Thema Energiepolitik auch auf den Tisch. Anlass für den SPD-Fraktionsvorsitzenden, auch mal nach Schweden zu fahren. mehr…

Leipziger SPD-Juristen laden am 22. Oktober zur Diskussion: 25 Jahre Friedliche Revolution - Recht und Gerechtigkeit zwischen damals und heute

Am Mittwoch, 22. Oktober, lädt die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Jurist(-inn)en (ASJ) zu einer Diskussion über die Entwicklung des Rechts nach der Friedlichen Revolution und unterschiedliche Rechtswahrnehmungen in Ost und West. Die Diskussionsrunde beginnt um 19 Uhr im BüroCafe Tiefensee (Zentralstraße 1). Als Referent wird der ehemalige Prorektor der Uni Leipzig Altbischof Prof. Dr. Christoph Kähler in das Thema einführen. mehr…

Bibel und Bild: Wie die Cranachsche Bilderwelt gelesen und entschlüsselt werden kann

Sonja Poppe: Bibel und Bild.
Wer die Lutherstadt Wittenberg besucht, sollte - neben all den Erinnerungsstätten der Reformation - das Cranachhaus nicht verpassen, das heute - dank rührigen Engagements eines Vereins und einer Stiftung - wieder zu besichtigen ist und zeigt, wie der wahrscheinlich wohlhabendste Bürger Wittenbergs einst lebte. Und so nebenbei lernt er auch den Mann kennen, der der Reformation ein Gesicht gegeben hat. mehr…

HC Leipzig: Das Wolgograd-Desaster aus den Köpfen verbannen

Helena Hertlein (HC Leipzig).
Wenn die Handballerinnen des HC Leipzig am heutigen Mittwochabend (Anwurf 19:30 Uhr) im Bundesliga-Match beim SVG Celle ran müssen, sollte die Champions-League-Pleite von Wolgograd aus den Köpfen verschwunden sein. Zum Auftakt der Königsklasse hatten die Messestädter im fernen Russland eine klare 19:27-Pleite hinnehmen müssen. Zwischenzeitlich hatte das Team von Norman Rentsch sogar bereits 13 Tore im Rückstand gelegen (13:26). mehr…

Antifa oder Linksextreme? AfD-Abgeordneter startet mit abgekupferter Landtagsanfrage ins Nirgendwo

Neu im Sächsischen Landtag: Die AfD startet mit 14 Abgeordneten im Freistaat und kümmert sich um die ersten Themen
Die "Alternative für Deutschland" hat in Sachsen ihre ersten parlamentarischen Drucksachen im Landtag produziert. Was nach den Leipziger Äußerungen zur Moschee erneut auffällt –die zwei kleinen Anfragen des Abgeordneten Carsten Hütter kreisen nicht etwa um die Euro-Krise, Volksentscheide oder die Polizei-Reform. Der Autohändler aus Marienberg (Erzgebirgskreis) fragt erstmal nach linksextremen Aktivitäten. Die Blaupause für die Anfrage stammt dabei von der Linkspartei. mehr…

Homophobe Fangesänge: RB-Fans fallen bei Oberliga-Derby unangenehm auf

Der Gästeblock am Sonntag in Probstheida
Hat RB Leipzig ein Problem mit homophoben Fans? Während des Oberliga-Spiels der U23 am Sonntag, 19. Oktober, bei Lok Leipzig skandierten Anhänger im Gästeblock einen diskriminierenden Fangesang. Kein Einzelfall, welcher sich da im Bruno-Plache-Stadion ereignete. mehr…

Polizeibericht: Skeptischer Käufer, Zahlreiche Einbrüche und Pkw-Diebstähle

Ein 54-Jähriger wurde beim Kauf eines Musikinstrumentes stutzig +++ In der Inselstraße wurde ein Ladendetektiv von einem aufgebrachten Dieb angegriffen +++ Zu mehreren Einbrüchen und Pkw-Diebstählen kam es im Stadtgebiet +++ Zu einem Unfall sucht die Polizei Zeugen. mehr…

Tanners Interview mit Francesca Ollietti von ChibiWonderland: "Die lassen sich gerne von meiner Euphorie anstecken"

Bildermacherin Francesca Ollietti von ChibiWonderland.
Hin und wieder belauscht der Tanner in der Leipziger Straßenbahn Menschen beim Vorurteile tauschen. Das ist erheiternd. Und wenn´s zu schlimm wird steigt er einfach aus und geht ein Bierchen trinken. Letztens ging es hinter ihm heiß her. Das Thema war die heutige Jugend und der Genauwisser-Tausch gipfelte in: „Die nehm doch alle nur Droschn un machen den jansen Dach nüscht.“ mehr…

Öffentlichkeitsfahnung der Polizei: 38-jähriger Leipziger vermisst

Der gesuchte 38-Jährige aus Holzhausen.
Die Leipziger Polizei bittet um Mithilfe bei der Suche nach Heiko K., der am vergangenen Freitag gegen Mittag seine Wohnung in Holzhausen verließ. Seit einem kurzen Besuch einer Apotheke in der Holzhäuser Straße in Leipzig gegen 16 Uhr wurde er nicht mehr gesehen. Da er Medikamente benötigt, die er jedoch nicht mit sich führt, bittet die Polizei um Hinweise zum Aufenthaltsort des Gesuchten. mehr…

Kieselalgen haben einen molekularen Lichtschalter: Leipziger Forscher suchen jetzt nach einer Nutzbarmachung

Lichtmikroskopische Aufnahme der Kieselalge.
Kieselalgen spielen für die Wasserqualität und für das Weltklima eine wichtige Rolle. Sie erzeugen einen großen Teil des Sauerstoffs in der Erdatmosphäre und bewerkstelligen etwa ein Viertel der globalen CO2-Assimilation, wandeln also Kohlenstoffdioxid in organische Stoffe um. Ein entscheidender Faktor dabei sind ihre Lichtrezeptoren. Forscher der Universität Leipzig und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung haben nun herausgefunden, dass die Art des Lichts den Kohlenstofffluss in den Algen steuert. mehr…

Kulkwitzer See: Können Hangrutschungen hier gefährlich werden?

Das Markranstädter Ufer des Kulkwitzer Sees.
Mitte September - um den 16. herum - sorgte eine kleine Hangrutschung für Aufsehen am Kulkwitzer See. Auf Markranstädter Seite war ein fünf mal drei Meter großes Stück vom Steilufer abgebrochen. Für manchen Liebhaber des Sees ein kleines Warnzeichen: Sind die Ufer des Sees tatsächlich sicher? - Die Frage war nur: Wer könnte es wissen? Die L-IZ hat lieber mal gleich drei Instanzen gefragt. mehr…

Landkreis Leipzig setzt das Thema Demografie auf die Tagesordnung: Wie sichert man Mobilität und Infrastrukturen?

Ohne gute Infrastruktur funktionieren ländliche Räume nicht.
"Wir werden weniger, wir werden älter - das wird unter dem Begriff demografischer Wandel schon seit längerem diskutiert. Die zentrale Frage lautet: Wie kann es gelingen, unter diesen Bedingungen auch langfristig den Zugang zu Einrichtungen und Angeboten der Daseinsvorsorge - also z. B. Schulen, Ärzten und Einkaufsgelegenheiten - zu sichern?", fragt sich jetzt auch mal ganz öffentlich der Landkreis Leipzig. Ein Forschungsprojekt soll ein paar Antworten finden. mehr…

Audio - Stadtrat 15.10.2014: Finanzbürgermeister Bonew stellt Leipziger Doppelhaushalt 2015/2016 vor

Aus dem Leipziger Stadtrat.
Zum ersten Mal in der Geschichte Leipzigs soll ein Haushalt für die zwei Jahre 2015/2016 aufgestellt werden. Finanzbürgermeister Torsten Bonew spricht die einleitenden Worte und stellt den alten und neu gewählten Stadträten anschließend den Entwurf für den Doppelhaushalt vor. mehr…

Leuchtende Städte: Künstliches Licht lässt Leipziger Amseln länger nach Nahrung suchen

Leipziger Amsel beim abendlichen Konzert.
Künstliches Licht verlängert die Nahrungsaufnahme bei Amseln. Vögel im Stadtzentrum sind deshalb nicht nur wesentlich früher, sondern auch länger aktiv als ihre Verwandten in dunkleren Stadtvierteln. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung an rund 200 Amseln in Leipzig, die im Rahmen des Forschungsverbundes „Verlust der Nacht" durchgeführt wurde. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Die L-IZ-Suche.
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Weltnest
Tüpfelhausen
Hafenbar
Gewinnspiele & Aktionen.
Bücher:
Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher aus Leipzig.
Anzeigen.
Größter Indoor-Spielplatz in Mitteldeutschland
Link-Tipps.
Forum Café LE
Bildblog