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Liberalisierter Energiemarkt: Vertrag zwischen Universität Leipzig und ONTRAS unterzeichnet

Redaktion
Beate Schücking und Ralph Bahke bei der Vertragsunterzeichnung.
Beate Schücking und Ralph Bahke bei der Vertragsunterzeichnung.
Foto: Uni Leipzig / Swen Reichhold
Die Universität Leipzig hat eine Kooperation mit der ONTRAS – VNG Gastransport GmbH Leipzig, einer Tochter der VNG, gestartet. Die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate Schücking, und der Kaufmännische Geschäftsführer der ONTRAS, Ralph Bahke, unterzeichneten am Mittwoch, 17. Oktober, einen entsprechenden Vertrag.


Danach werden beide Partner in den kommenden zwei Jahren zusammenarbeiten, um in Zeiten der Energiewende Antworten auf drängende Fragen zu finden, die Herausforderungen des liberalisierten Energiemarktes bewältigen zu können und Mitarbeiter auf diese veränderten Anforderungen einzustellen.

"Ich freue mich sehr über diese Kooperation. Sie führt uns einen großen Schritt weiter hin zum Ziel der Universität Leipzig, eng mit der Wirtschaft Hand in Hand zu gehen", sagte Prof. Schücking nach der Vertragsunterzeichnung. Der Universität bieten sich ihr zufolge aktuelle Forschungsprobleme, die im Verbund von Fächern und Fakultäten bearbeitet werden können. Das Unternehmen sei auch bereit, mehr als bisher die Lehre zu bereichern, Praktikantenplätze zur Verfügung zu stellen, Themen für Qualifikationsarbeiten zu stellen und zu betreuen sowie bei der weiteren praxisrelevanten Ausgestaltung der Studienprozesse mitzuwirken.

Prof. Dr. Fritz Klauser vom Institut für Wirtschaftspädagogik der Universität Leipzig fügte hinzu: "Keines unserer bisherigen Kooperationsprojekte mit der Wirtschaft war so umfassend und fakultätsübergreifend wie dieses." Unter seiner Federführung werden an der Universität zunächst die Kommunikations- und Geschäftsprozesse bei ONTRAS unter die Lupe genommen. Eine anonyme Onlinebefragung soll unter anderem analysieren, wie die Mitarbeiter innerhalb der Geschäftsprozesse miteinander kommunizieren und kooperieren und wie die die Kommunikationskultur und das Arbeitsklima innerhalb des Unternehmens wahrgenommen werden.

In diese Arbeit würden auch Studierende einbezogen. Wenn die Ergebnisse vorliegen, werde gemeinsam mit dem Unternehmen beraten, welche Maßnahmen zu einem verbesserten Wissensmanagement und Wissenstransfer im Unternehmen und damit zu einer effektiveren Ausgestaltung der Geschäftsprozesse beitragen können. "Dabei lernen unsere Studenten enorm viel", meint Klauser.

Die Energiewirtschaft ist ONTRAS-Geschäftsführer Bahke zufolge ein komplexes Gebilde. In dem Geflecht von Fakten spielten unter anderem Fragen der Nachhaltigkeit, der Ökologie und des Energierechts eine wichtige Rolle. Das Unternehmen erhoffe sich von dem Kooperationsvertrag mit der Universität Leipzig nach seinen Worten einen Zugang zu unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen, die bei der Lösung der Praxisprobleme behilflich sind sowie Studien- und Weiterbildungsangebote, um Fach- und Führungskräftenachwuchs auszubilden, der den veränderten Qualifikationsanforderungen der Branche entspricht.

Wegen zahlreicher gesetzlicher Änderungen im Energiebereich musste das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit seine Mitarbeiterzahl von 80 auf 270 erhöhen. "Das schnelle Wachstum erfordert auch neue Informations- und Kommunikationswege", berichtet Bahke. Diese zu bahnen, sei ein Ziel der Kooperation mit der Universität.

Das universitäre Interesse an dem Unternehmen und die Interessen von ONTRAS an einem universitären Kooperationsvertrag resultieren vor allem aus der aktuellen Situation der gesamten Energiewirtschaft. Charakteristisch dafür sind vor allem zwei Prozesse - die Liberalisierung des Energiemarktes mit völlig neuen Risiken und Geschäftsfeldern und die Energiewende, unter anderem mit der staatlichen Regulierung von Preisen und Gewinnspannen, dem Kohlendioxid-Zertifikathandel oder der Förderung erneuerbarer Energien bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit und der politischen Forderung nach niedrigen Preisen für Strom und Gas.

Beide Prozesse stellen Unternehmen wie ONTRAS vor neue Herausforderungen, zum einen auf technischem, zum anderen vor allem auf ökonomischem, rechtlichem und ökologischem Gebiet sowie im Hinblick auf die Neuorganisation von Geschäftsprozessen bei der innerbetrieblichen Organisation und Kommunikation.

ONTRAS ist ein überregionaler Erdgaslogistiker im europäischen Verbundsystem mit Sitz in Leipzig und betreibt Deutschlands zweitlängstes Ferngasnetz mit über 7.200 Kilometern Leitungslänge. Neben Erdgas für die Wärme- und Stromerzeugung, als Kraftstoff sowie als chemischer Rohstoff transportiert das Leitungsnetz Gas aus Biomasse sowie künftig synthetisch erzeugtes Gas aus Sonnen- und Windenergie. ONTRAS schließt zudem Biogasanlagen ans Gasleitungsnetz an.

www.uni-leipzig.de/~wipaed

www.ontras.com


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