Zwischen Gewitterguss und Abschlussparty: 19. Wave Gotik Treffen endet in gemütlicher Runde + Bildergalerie
Daniel Thalheim
25.05.2010

Zur großen Abschlussparty finden sich alle noch einmal zum geselligen Beisammensein ein
Foto: Patrick Limbach
Der Pfingstmontag ist für viele Gruftis Abreisetag. Für einen kleinen Kreis bleiben noch persönliche Konzerte auf der im Gewitterguss ertränkten Parkbühne, in der agra-Halle und Schauspielhaus. In der Moritzbastei steigt die große Abschlussparty.
Das 19. Wave Gotik Treffen ist nun vorbei. An vier Tagen konnten laut Veranstalterangaben knapp über 20.000 Gäste an Lesungen, Klassikevents, Konzerten, Ausstellungen und vielem mehr teilhaben. Besonders beliebt waren neben den typischen Szenekonzerten von Brendan Perry, Alien Sex Fiend, Moonspell und Faith And The Muse vor allem die Klassikdarbietungen in der Krypta des Völkerschlachtdenkmals, der Peterskirche und im Westwerk. Auch das neue Brunchangebot im Ring-Café kam bei den schwarz gekleideten Besuchern gut an. Proppenvoll war auch die Absintherie Sixtina, wo die schwarzen Gäste von der Sixtina-Crew rund um die Uhr mit Absinth, Bier, Bratwürsten, Steaks sowie Lesungen, Konzerten und Filmvorstellungen versorgt wurden.

Zeraphine lassen am letzten WGT-Tag auf der Parkbühne die Sonne wieder erstrahlen
Foto: Patrick Limbach
Am Pfingstmontag herrscht Aufbruchstimmung. Für viele war das Konzert von Alien Sex Fiend am Sonntag der ultimative Abschluss. Für andere heißt es aber noch bleiben und eine kleine Shoppingtour in der agra-Halle machen, wo bereits viele Stände zum Ärger vieler schon dicht machen. Oder sie finden sich in der Parkbühne im Clara-Zetkin-Park ein und lauschen den Klängen der dort aufspielenden Bands.
Wenn nicht gerade ein Gewittersturm durch die raschelnden Bäume braust und laut niederprasselnder Regen die rockigen Klänge von den "Golden Apes", "Voices Of Masada" und "Morlocks" übertönt. Viele Gäste flüchten unter die großen Biergartenschirme des Freisitzes am Glashaus oder suchen direkt im beliebten Lokal trockene Zuflucht.
Pünktlich zum Auftritt von "Zeraphine" füllt sich die Parkbühne dann wieder schlagartig. Die Sonne ist wieder da, das Gewitter ist vergessen. Auch die US-Band "Faith And The Muse" und ihr Tanzduo "Serpentine", die das WGT nun privat genießen und entspannen möchten, tummeln sich an der Parkbühne. Unglaublich, wie groß Mr. Faith ist, auf der Bühne wirkt er viel kleiner.
"Zeraphine" gelten in der Szene als konstante Undergroundgröße. Die Band ging aus den "Dreadful Shadows" hervor, die ebenfalls sehr beliebt waren. "Zeraphine" freut es, dass der Wettergott ihrem Auftritt so wohlgesonnen ist. Sänger Sven Friedrich begrüßt die Fans in der knackig gefüllten Parkbühne und stimmt zu einen Querschnitt aus dem bisherigen Schaffen der 2000 gegründeten Combo an. Auch ein neues Stück findet Platz in der von Highlights gespickten Sets. Vor allem die Frauen scheinen von dem charmanten Sänger Sven Friedrich sehr angetan zu sein, sie tanzen ihre Wiegeschritte, schauen verträumt Richtung Bühne und jubeln besonders laut bei den Stücken auf.
Während "Zeraphine" am frühen Abend an der Parkbühne abräumen, wird die agra-Halle durch Wikinger, Ritter, Zauberer und Elfen übernommen. Bereits mit Rollkoffern zur bevorstehenden Abreise bewaffnet, laufen die Anhänger von Met, Kettenhemd und Dudelsack in die Halle, um den Auftritt der dänischen Folk-Metal-Band "Svartsot" nicht zu verpassen. Die in Fell bekleideten Dänen legen mit ihren heftigen Songs gleich kräftig los und lassen dazu ihre Kugelbäuche ordentlich hin und her wippen. Die Musik dröhnt übersteuert und viel zu laut aus den Boxen - doch wen stört das jetzt noch?

Valravn begeistern noch die letzten WGT-Besucher mit ihrem elfenartigen Folk-Pop über dänische Mythen
Foto: Patrick Limbach
Nach ihrem Auftritt finden ihre Landsleute von "Valravn" den Weg zur Bühne. Ihre luftig leichten Elfen-Stücke des letzten Albums "Koder Pa Snor" werden stets mit großem Applaus begrüßt und verabschiedet. Die Klänge kommen klar verständlich aus den Boxen. Die erschlagenen Raben, so heißt der Bandname ins Deutsche übersetzt, wummern im Takt mit ihren Trommeln, schlagen die Saiten ihrer Zupfinstrumente und drücken sanft die Tasten ihres iBooks, während Sängerin Anna Katrin Egilströd wie eine Elfe auf der Bühne tanzt und wundersame Geschichten über Elfen und verliebte Männer singt.
Mehr zum Thema:
Dossier WGT 2010
Wave Gotik Treffen 2010
Hilfe die Goten kommen! Und wie gewohnt, ist die Leipziger Internet Zeitung wie auch im vergangenen Jahr den "Schwarzen" auf der Spur, bei Konzerten vor Ort und mit den Künstlern und Gästen aus aller Welt im Gespräch.
Juan Pino indes begeistert die noch anwesenden WGT-Besucher mit einem derben Trommelsolo, bis dann das treibende Stück "Kelling" von der Band angestimmt wird. Die mitreißenden Melodien und Rhythmen führen dazu, dass in Schaffell gekleidete Männer ihre Methörner in der Luft kreisen lassen, Frauen in Elfenkostümen anmutig tanzen oder gar einen Bauchtanz vollführen. Vergessend, dass ringsum der Abbau von Verkaufsständen und Verpflegungsbuden fortschreitet. Aufbruchstimmung.
Wer nicht rechtzeitig zum Zug oder Flugzeug muss, lässt in der Moritzbastei das 19. Wave Gotik Treffen in geselliger Runde mit Dandys, Prinzessinnen, Rokoko-Herren und bunten Cyber-Goths ausklingen. Dann heißt es gemeinsam zu Achtziger-Pop tanzen oder Elektro-Rhythmen in der Ratstonne lauschen. Alle freuen sich schon auf das Jubiläums-WGT, denn 2011 geht das beliebte Treffen in die 20. Runde. Die Gruftis wünschen sich dann ein weniger durchwachsenes Konzertprogramm, auch wenn sie das stets steigende Angebot rund um die Szene-Auftritte der beliebten Bands lieben und gerne annehmen. So lange heißt es zwölf Monate warten, bis in Leipzig die größte Grufti-Party der Welt wieder steigt, die auch in diesem Jahr ohne große Vorkommnisse, Ärger und Pannen zelebriert wurde.
Bildergalerie
Einfach zum Vergrößern die Vorschaubilder anklicken:
Der Gerichtssaal ist übervoll. Alle 30 Besucherstühle, die sich gegenüber der Richterbank aufreihen, sind belegt. Als ein paar Minuten nach Eröffnung ein weiterer Mann den Saal betritt, schiebt die Rechtspflegerin den letzten freien Stuhl hinter der Richterbank vor. Es geht um zwei kleine Wohnungen an diesem Morgen im Amtsgericht Leipzig. Die eine ist 37 Quadratmeter groß, die andere 54. Das Verkehrswertgutachten setzt 10.000 Euro für die kleine - im Hausplan als Wohnung Nummer drei erfasst - an, für die größere - Nummer vier – setzt es 34.000 Euro an.
mehr…
Mit ihm hatte wohl kaum einer gerechnet. Als die Kandidaten für den Posten des Sozialbürgermeisters heute im Leipziger Stadtrat benannt wurden, tritt NPD-Mann Klaus Ufer vor: „Ich nominiere Winfried oder Wilfried Meißner.“ Oberbürgermeister Burkhard Jung fragte nach: „Ja, wie denn nun?“ Er heißt Wilfried Meißner. „Entschuldigung, ich war mir nicht sicher“, so Ufer.
mehr…
Eine Boulevardzeitung mit großen Buchstaben hat gestänkert: Der Leiter der Branddirektion Leipzig, Karl-Heinz Schneider, war während des Hochwassers im Urlaub. Angeblich habe er am Balaton Badeferien gemacht. So ein Skandal, oder?
mehr…
Die Edouard-Manet-Schule wird stärker als bisher als die Grundschule der Stadt Leipzig für die Ausbildung der Thomaner-Anwärter positioniert. Dies beschloss der Stadtrat auf seiner heutigen Sitzung. „Wir sind nicht gegen eine private Grundschule auf dem Campus des Forum Thomanum, stellte Stadtrat Stefan Billig (CDU) fest. „Wir sind für beides, nämlich auch für eine Grundschule in kommunaler Trägerschaft.“ Beide sollten nicht in Konkurrenz stehen sondern in Symbiose. Die Elternvertreter wüssten dies.
mehr…
Ein tragischer Todesfall eines Kleinkindes kostete Jugendamtsleiter Siegfried Haller im vergangenen Jahr das Amt. In dessen Folge wurde das Amt für Jugend, Familie und Bildung neu gebildet. Nun muss Oberbürgermeister Burkhard Jung extern prüfen lassen, ob dies seine Sach- und Strukturziele erfüllt.
mehr…
Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) geht offenbar schlampig mit seinen Aktenbeständen um. Der Sächsische Datenschutzbeauftragte und die vom Sächsischen Staatsminister des Innern eingesetzte Expertenkommission haben bei der Prüfung des Ablagesystems erhebliche Mängel festgestellt.Dass im Archiv der Schlapphüte wie aus dem Nichts neue Unterlagen zur Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) aufgetaucht sind, überrascht angesichts der Pannenhäufung bei der Verfolgung der Rechtsterroristen nicht wirklich.
mehr…
2017 läuft der Nutzungsvertrag der Stadt mit der ZSL Betreibergesellschaft aus. Schon jetzt möchte die CDU die Stadtverwaltung verpflichten, in einem Folgevertrag sicherzustellen, dass die ursprünglich geplante Nutzung von 70 % zu Zwecken des Sports auch umgesetzt wird. Derzeit sind es viele Konzerte und Unterhaltungsveranstaltungen, die die Halle auslasten.
mehr…
Mit großer Mehrheit hat der Stadtrat heute den Antrag der SPD-Fraktion angenommen, sich zur Unterstützung der Ziele des EBI zu bekennen. Dieser steht für die Europäische Bürgerinitiative „Wasser ist Menschenrecht“ und setzte sich zum Ziel, die Privatisierung der Wasserwirtschaft zu verhindern, sowie den Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen zu verbessern.
mehr…
Gefahr in Verzug in Plagwitz? - Das befürchten jedenfalls die Mitstreiter der Schaubühne in der Karl-Heine-Straße. Es geht um den legendären Felsenkeller – das eigentliche Wahrzeichen von Plagwitz. Am historischen Ballhaus und der traditionsreichen Kulturstätte Felsenkeller geschieht seit Jahren nur wenig. Jetzt aber scheinen die Eigentümer zu planen, im Felsenkeller einen Supermarkt zu errichten.
mehr…
Seit zwei Jahren schon beantragt die Fraktion Die Linke die Errichtung eines Hauses für die Leipziger Szene. „Wir haben der Stadtverwaltung vertraut, dass es hier Fortschritte geben würde, nun beantragen wir, dass im dritten Quartal eine Vorlage in die Ratsversammlung eingebracht wird, die den Investitionsbedarf und mögliche Investoren nennt“, sagte Skadi Jennicke.
mehr…
Die Bürgeranfragen im Leipziger Stadtrat heute handelten von drei ganz unterschiedlichen Themen. Frankziska Riekewald wollte wissen, ob es richtig ist, dass sich der Bau der Mittelschule in der Goyaschule bis ins Jahr 2018 verzögert wird. Darauf antwortete der frisch wiedergewählte Bürgermeister für Schule, Thomas Fabian: Ja, frühestens im Herbst 2018 wird der Schulbetrieb dort aufgenommen. In der Folge muss die Grundschule fünf, die in die Räume der Spotmittelschule ziehen soll, weiter als Containerschule erhalten bleiben.
mehr…
Neben dem amtierenden Bürgermeister Uwe Albrecht kandidierte Marcus Tolle für die FDP. Der Volljurist mit kaufmännischem Abschluss sorgte für eine knappe Abstimmung im ersten Wahlgang. 29 Stimmen errang der Amtsinhaber, Herausforderer Tolle kam auf 27 Stimmen bei 8 Enthaltungen und 6 ungültigen Stimmen. Damit verfehlten beide die absolute Mehrheit, worauf Wolfgang Leuze von der Fraktion Bündnis 90/die Grünen beantragte, die Wahl bis zur nächsten Ratsversammlung auszusetzen.
mehr…
Fast neun Monate hat es gedauert von der Bürgermeisterwahl in Markanstädt bis zur Entscheidung des Verwaltungsgerichts Leipzig am Mittwoch, 19. Juni: Die Klage gegen die Wahl von Jens Spiske zum Bürgermeister von Markanstädt wird abgewiesen. Wahlanfechtungen verhinderten schon gleich nach der Wahl am 30. September den Amtsantritt des Wahlsiegers.
mehr…
Thomas Fabian bleibt Leipzigs Beigeordneter für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule. Der Stadtrat bestätigte ihn heute um 15:18 Uhr im Amt. Fabian bewarb sich um seine zweite Amtszeit mit einer Rede, die sowohl das Erreichte als auch das Geplante erläuterte. „In meiner Amtszeit wurden 200 Millionen in Schulen und Kitas investiert, wir haben allein 55 neue Kitas gebaut, sowie die Schulsozialarbeit sowie die offene Seniorenarbeit ausgebaut“, sagte er.
mehr…
Eine große Überraschung ist es mangels anwesender Gegenkandidaten nicht, dass Heiko Rosenthal (Die Linke) Bürgermeister für Ordnung, Umwelt und Sport bleibt. In seiner Kanditaturansprache brauchte es Rosenthal mit dem einzigen Gegenkandidaten Ludger Hinsen (ein Wahlvorschlag von Stadtrat Klaus Ufer, NPD) nicht aufnehmen, denn Herr Hinsen war nicht anwesend. Und so lud Heiko Rosenthal die Abgeordneten auf eine fiktive Flussfahrt von Lützschena bis zum Connewitzer See ein, bei der er die Errungenschaften seiner ersten Amtszeit einflocht.
mehr…