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Leserbrief zum Thema Flughafen Leipzig/Halle: Fluglärmkommissions-Sitzung am 07.12.2011

Redaktion
Startender Cargo-Flieger am Flughafen Leipzig / Halle.
Startender Cargo-Flieger am Flughafen Leipzig / Halle.
Foto: Flughafen Leipzig / Halle, Uwe Schoßig
Von Thomas Pohl / Rackwitz: Zweimal im Jahr trifft sich auf dem Flughafen regelmäßig eine Kommission, die seit 20 Jahren nicht in der Lage ist, ihrer Aufgabe nach § 29b Luftfahrtgesetz nachzukommen. Diese Kommission heißt Fluglärmkommission und müsste entsprechend ihres Auftrages der obersten Luftfahrtbehörde, dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr, Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor unzumutbaren Fluglärm vorschlagen.

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Der § 29b Absatz 1 fordert, dass „auf die Nachtruhe der Bevölkerung in besonderem Maße Rücksicht zu nehmen“ ist. Dieses Gesetz scheint für den Flughafen Leipzig/Halle aber nicht zu gelten, wenn man die regelmäßigen Alibi-Sitzungen der Fluglärmkommission verfolgt.

Am 06.12.2011 schreibt die LVZ, dass Markus Otto von EAT, im Auftrag von DHL seine Aussage bekräftigt hat, dass die „lauten AN 12 und AN 26 bis spätestens 2015 aussortiert werden“. Man wolle etwas „Vorzeigbares“ auf den Tisch legen. Selbstverständlich nehme man „die Kommission sehr ernst“. Mal abgesehen davon, dass der vorgeschlagene Termin für eine „freiwillige Selbstverpflichtung“ aufgrund der langen Laufzeit völlig indiskutabel ist.

Doch während der Sitzung war plötzlich nicht mehr die Rede davon, dass auch die AN 12 bis zu diesem Zeitpunkt ausgemustert werden soll. Doch die Fluglärmkommission „begrüßte [trotzdem] diese Entscheidung“, die nicht einmal einklagbar wäre. Die AN 12 wurde von 1957 bis zum Jahr 1973 in Russland gebaut und wird international als „Kerosin-Lärm-Konverter“ verspottet und hat auf fast allen europäischen Destinationen ein Start- und Landeverbot.

In den Arabischen Emiraten darf diese Turbopropmaschine seit März 2010 ebenfalls nicht mehr starten und landen. Laut der dortigen Zivilluftfahrtbehörde „hat die Prüfung gezeigt, dass das Flugzeug AN 12 den internationalen Sicherheitsnormen nicht mehr gerecht wird.“ Laut Markus Otto „fliegt sie am Flughafen Leipzig/Halle auch jetzt schon nicht mehr in der Kernzeit“. Die Nachtzeit beginnt allgemein um 22.00 Uhr und endet um 6.00 Uhr. Luftfahrt-Lobbyisten haben zur Durchsetzung ihrer Ziele die sogenannte Nachtzeit gekürzt und Worte wie „Kernzeiten“ sowie „Nachtrandzeiten“ erfunden.

Doch selbst diese Aussage des Herrn Otto ist eine Lüge, wie zwei Beispiele beweisen. Die Informationen stammen vom Flughafen selbst. So starteten am 03.10.2011 auf der Südbahn in Startrichtung Ost um 0:12 eine AN 12, um 2.07 eine AN 26, ebenso wie um 3.59, 5:08 und 5.26 Uhr. Zwischen den Turboprops startete noch eine Lockheed Electra LH 188 aus dem Jahr 1960. Am 24.10. dasselbe Spiel: Start einer AN 26 um 0:02, um 2.29, um 3.44, um 5.09 und um 5.27 Uhr. Und wenn die Turboprops gerade mal nicht in der Nacht starten und landen, terrorisieren Luftfahrtgiganten wie die AN 124-100 oder eine MD 11 mit GI’s an Bord oder aber auch Jumbo-Jets von Boeing 747 die Bevölkerung mit ihrem ohrenbetäubenden Fluglärm.

Für wie dumm werden die 1,7 Mio Menschen im Großraum Leipzig/Halle/Merseburg von den Behörden und von der Fluglärmkommission gehalten? Es wird Zeit, dass Gesetze zum Schutz der Bevölkerung vor unzumutbaren Fluglärm auch in der hiesigen Region Gültigkeit erlangen!

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