Leserbrief zum Artikel „Deutschlandstipendium in Sachsen: Ein Nischenangebot für technische Studienrichtungen“ sowie zur Reaktion von Dr. Thomas Feist
Redaktion
04.07.2012
Dr. Thomas Feist und Dr. Manuela Rutsatz.
Foto: Konrad Köthke
Von Dr. Thomas Feist: Sehr geehrter Herr Eisenblätter, ob das, was ich gesagt habe, eines Bundestagsabgeordneten würdig ist oder nicht, lassen Sie mich bitte selbst entscheiden. Ihr Hinweis auf das BaFöG, dass übrigens, um der Wahrheit Genüge zu tun, von der unsozialen gelb-schwarzen Regierung erhöht und der Kreis der möglichen Bezieher ausgedehnt wurde (hier hat die CDU nicht blockiert, sondern Flagge gezeigt im Gegensatz zu Nullrunden bei Rot-Grün), zeigt den Denkfehler: beim Deutschlandstipendium geht es eben nicht um eine soziale Leistung, sondern um ein Leistungsstipendium.
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Dieser Denkfehler hat auch dafür gesorgt, dass das Deutschlandstipendium erst so spät an der Uni Leipzig kommt.
Ihrer Würde als ehemaliger Senator der Universität Leipzig würde es möglicherweise gut anstehen, auch eigene Fehler zuzugeben statt mit dem Finger nur auf andere zu zeigen. Aber selbstverständlich entscheiden Sie selbst darüber, was sie sagen und was nicht. Dieses Recht nehme ich mir auch zukünftig ganz selbstbewusst heraus.
Und um dem Ganzen noch eins draufzusetzen: ein wesentliches Argument gegen das Deutschlandstipendium war immer, dass es quasi ein Trick der Geldgeber sein könnte für später einzuführende Studiengebühren. Ja, darüber könnte man in der Tat mal nachdenken, wenn Sie schon darauf hinweisen. (Und in der Wissenschaftslandschaft tut man dies bereits. Ich verweise hier auf den Artikel "There is no free lunch" von Prof. Helmut Schwarz, Präsident der Alexander-von-Humboldt-Stiftung).
Abschließend: keine Bundesregierung hat bisher soviel Geld für Bildung und Forschung ausgegeben wie die derzeitige: 14 Mrd Euro zusätzlich. Das nenne ich "politische Initiative" - Kenntnisnahme vorausgesetzt. Die Haushaltspläne sind öffentlich zugänglich. Gern können Sie dort einmal unter der Rubrik "Studienfinanzierung" nachlesen und "Danke!" sagen, bevor Sie an meiner persönlichen Spendenbereitschaft herummäkeln. Im Übrigen: was soll daran schlecht sein, sich für andere einzusetzen?
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