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Leserbrief zu Öffnungszeiten der Deutschen Nationalbibliothek: Schwache Nutzerzahlen sollen Grund für Kürzung sein

Redaktion
Lesesaal im Neubau der Deutschen Nationalbibliothek.
Lesesaal im Neubau der Deutschen Nationalbibliothek.
Foto: Matthias Weidemann
Von Hagen Schölzel: Die im Artikel wiedergegebene Behauptung der DNB, der geplanten Kürzung der Öffnungszeiten lägen Untersuchungen des Nutzungsverhaltens oder der Benutzerinteressen zugrunde, wurde bisher nicht tatsächlich belegt. Eine Leipziger Bürgerinitiative hat dazu bereits am 19.02.2013 einen offenen Brief an Frau Dr. Niggemann, die Generaldirektorin der DNB, geschrieben und um eine Offenlegung der durch die genannten Untersuchungen ermittelten Ergebnisse im Detail gebeten. Dieser Brief blieb bisher unbeantwortet.


Es ist nach wie vor unklar, wann und wie die Untersuchungen durchgeführt wurden und es stellt sich die Frage, ob überhaupt belastbare Ergebnisse vorliegen.

Wenn behauptet wird, die notwendige Personalausstattung für einen Betrieb ab 8 Uhr sei nicht vorhanden, dann stellt sich die Frage, auf welche Weise die Öffnungszeiten bisher realisiert wurden. Tatsächlich handelt es sich um eine Verlagerung von Ressourcen, die bisher dem Standort Leipzig zur Verfügung standen, nach Frankfurt, wo bisher in der Tat sehr nutzerunfreundliche Öffnungszeiten existierten (nur von 10 bis 20 Uhr). Es ist sehr begrüßenswert, wenn in Frankfurt bessere Nutzungsmöglichkeiten geschaffen werden. Aber die zwei Stunden längere Öffnungszeit in Frankfurt werden mit zwei Stunden kürzerer Öffnungszeit in Leipzig gegenfinanziert. Das ist ein sehr fragwürdiges Vorgehen.

Weiterhin scheint der Text zu suggerieren, Öffnungszeiten ab 8 Uhr morgens seien ein Luxus, den man sich zwar bisher in Leipzig leistete, der aber nicht länger zu erhalten sei. Wir sind dagegen der Meinung, dass es die Aufgabe der DNB ist, möglichst breite Öffnungszeiten anzubieten. Die Deutsche Nationalbibliothek ist eine der bedeutendsten Bibliotheken Deutschlands und sollte sich beispielsweise am Service der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden oder der Bayerischen Staatsbibliothek in München messen lassen.

In Dresden werden Öffnungszeiten Mo-Sa von 8-24 Uhr und So von 10-18 Uhr angeboten. Die Bayerische Staatsbibliothek ist sogar an 7 Tagen in der Woche von 8-24 Uhr geöffnet. Solche Öffnungszeiten wären sowohl in Frankfurt als auch in Leipzig sehr wünschenswert.

Informationen zur o.g. Bürgerinitiative und auch den offenen Brief an die Generaldirektorin der DNB finden Sie auf folgender Internetseite:
http://www.forschungsgruppe-soziales.de/?q=aufruf

Zum Artikel vom 23. Februar 2013 auf L-IZ.de
Öffnungszeiten der Deutschen Nationalbibliothek: Schwache Nutzerzahlen sollen Grund für Kürzung seinl


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