Ausstellung im Grassi: Die Deutsche Posaune - ein Leipziger Welterfolg!
Redaktion
02.09.2010
Grassi-Museum
Im Mai 2008 lockten die Veranstaltungen des Deutschen Evangelischen Posaunentages 16.000 Gäste mit ihren Instrumenten nach Leipzig. Die Abschlussveranstaltung im Zentralstadion begeisterte 35.000 Zuschauer, die musikalische Darbietung des weltgrößten Posaunenchors zog sogar ins Guinness-Buch der Rekorde ein.
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Die neue Sonderausstellung, die am Samstag, 4. September, im Museum für Musikinstrumente eröffnet wird, setzt sich mit der Geschichte jenes legendären Instruments auseinander, dessen Schall die Mauern von Jericho zwar doch nicht zum Einsturz brachte, aber im Verlauf von 600 Jahren in den verschiedensten Lebensbereichen gebraucht wurde und zahlreiche, vor allem klangliche Änderungen erfuhr.
Die moderne Posaune ist in ihrer heutigen Form und Klangfarbe eine Leipziger Erfindung und geht auf den Instrumentenmacher Christian Friedrich Sattler (1778-1842) zurück. Sattler erregte 1821 mit zwei Erfindungen Aufsehen: mit der chromatischen Ventiltrompete und mit der Tenorbassposaune, letztere wurde 1838-1839 zusätzlich mit einem Quartventil versehen.
In der Sattlerschen Werkstatt in der Querstraße entstanden "Signalhörner, Chromatische Ventilhörner" - damals eine absolute Novität - und die nach seiner Art gebauten Posaunen mit deutlich ausladendem Schallbecher bei insgesamt größerem Rohrdurchmesser und markantem Klang. Solche Instrumente werden heute als "Leipziger Modell" oder "Deutsche Posaune" bezeichnet. Jene Sattlersche Neuerung diente als Vorbild für Instrumentenmacher vieler Nationen und prägt damit bis in unsere Zeit wesentlich das optische Erscheinungsbild und damit auch die Klangfarbe der modernen Posaune.
In der Ausstellung bekommt man einen Überblick zur Geschichte der Posaunen mit wertvollen, zuweilen seltenen oder kuriosen Objekten aus der Sammlung und zahlreichen Leihgaben aus Privatsammlungen. Man kann herausragende Posaunenhersteller des 19. und 20. Jahrhunderts aus dem Mitteldeutschen Raum und deren Werke näher kennen lernen - so die Leipziger Firmen Sattler, Penzel, Ullmann, Zuleger, Schlott und Pollter, die Dresdner Firma Heckel, die Erfurter Firma Kruspe und die Adorfer Firma Piering.
Im Zentrum der Ausstellung steht die historische Werkstatt eines Posaunenmachers mit allen für den Bau benötigten Utensilien.
Zwei Filme gewähren Einblick in die Tradition des Posaunenbaus und weihen in die Besonderheiten des Posaunenspiels ein. Die Filme wurden von Sebastian Gomon von der HTWK Leipzig, Fakultät Medien, speziell für die Ausstellung angefertigt. Eine Privatsammlung mit Karikaturen, historischen Postkarten, Stichen und Plakaten zum Thema ,Posaune' wird gezeigt. Es gibt Quiz und Rätsel für kleine und größere Kinder.
Diese Sonderausstellung ist ein gemeinsames Projekt mit dem Verein für Mitteldeutsche Posaunengeschichte e. V. In Kooperation mit der HTWK Leipzig, Fakultät Medien und wird durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.
Die Ausstellung wird vom 4. September 2010 bis zum 29. Juli 2011 im Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig (Johannisplatz 5-11) zu sehen sein.
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Führungen sind auf Anfrage möglich.
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