Ausstellungseröffnung im Lubok-Haus: Oliver Kossack zeigt seine Zeichnungen zu seiner Amtseinführung in der HGB
Daniel Thalheim
14.09.2011
HGB-Prorektor Oliver Kossack.
Foto: Daniel Thalheim
Oliver Kossack dürfte Leipziger Kunstinteressierten kein Unbekannter sein. Der neue Prorektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst ist schon vor seiner Amtseinführung als Künstler in Leipzig aktiv gewesen. In Tel Aviv geboren, ist der Grafiker und Maler auch Galerist im Kunstraum b2 auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei. Als ehemaliger Meisterschüler vom Leipziger Maler Arno Rink könnte er ein Vertreter der "Neuen Leipziger Schule" sein. Im Oktober möchte der Lubok Verlag Kossack mit einer kleinen Bilderschau beehren.
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Der Professor für die Lehre in den künstlerischen Druckwerkstätten der Leipziger Kunsthochschule ist mit seinen künstlerischen Arbeiten in der Leipziger Dogenhaus Galerie vertreten. Aber was hat Kossack mit dem in der Paul-Gruner-Straße beheimateten Lubock Verlag zu tun? Der Lubok-Verlag publiziert seit 2007 originalgrafisch gedruckte Künstlerbücher in ihrer "Lubok Reihe". Auf der Verlagsseite kann man nachlesen, dass für jeden Band der Verleger und Künstler Christoph Ruckhäberle um die zehn zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen einlädt, ihre eigene künstlerische Handschrift im Linolschnittdruck zu hinterlassen.
"Nur zu gern akzeptieren die Künstler die Herausforderung und nutzen nicht selten die Lubok Reihe als Experimentierfeld", heißt es weiter im Verlagstext. Und das wahrscheinlich nicht ohne Grund. Der Lubok Verlag verwendet noch gute alte Schnellpressen aus den Fünfziger Jahren. Das heißt hohe Auflagen zu erschwinglichen Preisen, worunter im Verlagsprogramm auch eine 300 Exemplare starke Publikation von Oliver Kossack zu finden ist. In "Lubok Solo 1" sind 16 schwarz-weiße Originallinolschnitte zu finden. Anders als noch in Kossacks Katalogwerk "The Works" von 2010 in einer 1.000 Exemplaren starken Auflage samt 121 Abbildungen im vierfarbigen Offsetdruck. Die Preise sind wahrlich gering: 25 - 30 Euro kosten die liebevoll gestalteten Druckwerke. Rund 140 Künstler sind von Outfit, Preis und Qualität überzeugt.
Flyer zur Kossack-Ausstellung im Oktober.
Bild: Lubok Verlag
Und in jenen Verlagsräumen des Lubok Verlags stellt Oliver Kossack nun eine kleine Bilderschau aus Zeichnungen aus. Am Abend des 13. Oktober findet die Ausstellungseröffnung von "Black Tie Pls. Zeichnungen" statt. Bis Anfang November sind die Arbeiten zu sehen - mal neue mal ältere wie eine Lubok-Pressesprecherin der L-IZ am Telefon mitteilte.
In den letzten beiden Jahren hat der Grafiker solo in der Dogenhaus Galerie und in der Galerie für zeitgenössische Kunst ausgestellt, ist aber im Ausstellungsbetrieb seit Mitte der Neunziger in Leipzig zu sehen gewesen. Gruppenausstellungen führen Kossack auch mal nach außerhalb, über die Stadtgrenzen der Pleißemetropole hinweg. Zu seiner Stilistik beschreibt seine betreuende Dogenhaus-Galerie, Kossack würde einen Eklektizismus bewusst verfolgen, "der ihm Raum gibt, sich frei zwischen unterschiedlichen Kunststilen und Haltungen – vom abstrakten Expressionismus, Minimalismus, Bad Painting bis hin zu einer Punk-Trash-Ästhetik – zu bewegen. Kossacks Installationen, Malereien, Textarbeiten und Fotocollagen zitieren und kommentieren bekannte künstlerische Positionen und Diskurse und analysieren Ikonen der Moderne bzw. Postmoderne."
Ab 13. Oktober bis 2. November können Leipziger Kunstfreunde sehen, wie genau das farbenfrohe Treiben auf seinen Bildern aussieht und welche Themen dem Künstler in der letzten Zeit durch den Kopf gingen. Ob dabei die Amtseinführung als neuer Prorektor als Gedanke mit umher schwirrte, lässt sich tatsächlich nur vor Ort feststellen. Oliver Kossack wird jedenfalls bei der Vernissage anwesend sein.
Kunstinteressierte sollten aber mit dem Lubok Verlag Termine vereinbaren, feste Öffnungszeiten gibt es in diesem Zeitraum nicht. Denn vom 21. bis 23. Oktober 2011 ist Lubok auf der Kunstbuchmesse "Salon Light" in Paris anzutreffen, am 20. Oktober ist der Lubok Verlag bei einer Ausstellungseröffnung im neuen "Book and Printshop" der Shoreditch Beach-Gallery London vertreten, am 14. Oktober sind die Verlagsleute in Frankfurt zugegen.
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