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Blauverschiebung: Galerie KUB mit Performancefestival am Wochenende

Daniel Thalheim
Franziska Eißner von der Galerie KUB.
Franziska Eißner von der Galerie KUB.
Foto: Daniel Thalheim
"Es ist ein internationales Performancefestival in Leipzig", erklärt KUB-Galeristin Franziska Eißner auf die Frage hin, was denn nun diese "Blauverschiebung" noch bis zum 9. Oktober sei. Am Donnerstag war feierliche Eröffnung an einer reich gedeckten Tafel mit Würsten, Eintopf und Brot. Zwar fiel die Eröffnungs-Performance der Galeristin in der Baugrube des kommenden Galerieneubaus ins Wasser. Aber das Interesse ist an dem Abend rege. Auch haarig wird's.

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So verschob sich die Performance in Richtung Tafel, die ritterlich-rustikal zum Abendbrot einlud. Die KUB mutierte am regennassen Abend des 6. Oktober Gourmetgewölbe mit drumherum zitternden und flackernden Projektionen. "Wenn wir schon internationale Gäste haben, bieten wir mal was spezifisch-deutsches an - das Abendbrot." Franziska Eißner lacht. Von ihr erfährt man, dass das Leipziger Performancefestival seit 2008 existiert und in diesem Jahr vom 6. bis zum 9. Oktober dauert.

Die Galerie KUB ist zwar der Veranstalter, so Eißner gegenüber der L-IZ, aber naTo und Werk 2 finden am Freitag weitere Veranstaltungen statt. Der Samstag und der Sonntag ist ganz der Galerie KUB vorbehalten. So haben am Freitag Anja Ibsch (Deutschland) und Artur Grabowski (Polen) ab 18 Uhr ihre Auftritte in der naTo, geht es mit Przemyslaw Branas (Polen), Marcio Carvalho (Portugal) und Lan Hungh (Taiwan) in den Cammerspielen des Werk 2 ab 20.30 Uhr weiter und zuletzt landen doch alle wieder in der Kantstraße, wo Luis Probala (Polen) und Dirk Baumanns (Deutschland) ab 22 Uhr performen.

Der Mensch als Kunstobjekt - Blauverschiebung vom 6. - 9. Oktober 2011.
Der Mensch als Kunstobjekt - Blauverschiebung vom 6. - 9. Oktober 2011.
Bild: Galerie KUB / Presse

Am Samstag geht es schon an diesem Ort ab 16 Uhr los, wenn sieben Künstler auftreten und Theoretisches auf den Tisch kommt. "Am Sonntag gibt es noch eine Performance von Kurt Johannessen", so Eißner. Aber wer statt einem Brunch lieber Performance sehen will, dann vom Freitag bis Samstag. Bereits zum vierten Mal findet dieses Festival in Leipzig statt. "Meiner Meinung nach entwickelt sich in Leipzig eine Performanceszene", so Eißner. "Als wir 2008 damit angefangen haben, gab es nicht wirklich viel dieser Kunst in Leipzig." Eißner erklärt, dass Performance aus der bildenden Kunst stammt und eigentlich nichts mit Tanztheater zu tun hat. Doch die Grenzen verwischen zusehends. "Wir veranstalten auch regelmäßig eine Performancekunst -Reihe 'Bluescreen'. Langsam entwickelt sich sowohl auf künstlerischer Seite als auch auf der Seite des Publikums dafür eine Szene."

Wieder einer hängen geblieben - Kurt Johannessen aus Norwegen.
Wieder einer hängen geblieben - Kurt Johannessen aus Norwegen.
Bild: Galerie KUB / Presse
An Highlights an diesem Wochenende zählt Eißner den Performance-Marathon am heutigen Freitag von der Südvorstadt nach Connewitz und zurück auf. Die Galeristin erklärt, dass der 18 Uhr aufgetretene Pole Artur Grabowski Dozent für Performancekunst in Krakow ist. Sie schildert, dass die Traditionslinien für Performance in Polen weitaus tiefer geschnitten sind als in Deutschland. Im polnischen Nachbarland wird eben Performance als Studienfach mittlerweile angeboten, aber in Krakow gibt es das schon ziemlich lange, weiß Eißner. "Polen ist in Sachen Performancekunst Vorreiter." Kurt Johannessen soll laut KUB-Galeristin am Samstag großer Höhepunkt sein. Zu sehen werden er und weitere Künstler in der Galerie KUB. Johannessen ist der bekannteste Künstler in Norwegen, berichtet Eißner weiter. "Das kann man fast von jedem sagen. Performancekünstler sind eigentlich in der ganzen Welt zuhause. Das sind Künstler, die sehr auf Achse sind." Eißner hebt auch Jürgen Fritz aus Deutschland hervor.

"Fritz ist Begründer von Black Market International, was eine der ersten professionellen Zusammenschlüsse von Performancekünstlern ist", betont die Galeristin. Am Sonntag gibt es ab 11 Uhr noch einen öffentlichen Brunch an. dann können Festivalbesucher oder Leute, die mit den Künstlern in Kontakt kommen wollen, in die Kantstraße gehen und die Galerie KUB aufsuchen, dann schön in Ruhe und ohne Stress in den Sonntag starten. Dann zeigt allerdings Künstler Johannessen sein Projekt "haircollectionproject", worin er 3.064 Haare von ebenso vielen Personen gesammelt hat und an diesem Vormittag weiter führt. Man muss schon dabei Haare lassen, wenn man am Sonntag in die KUB kommt. Von welchen Körperpartien er diese an diesem Tag haben möchte, verrät Franziska Eißner nicht.

Blauverschiebung in der Galerie KUB mit Programm
www.galeriekub.de/Blauverschiebung


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