Dina Vier und Michael Schreckenberger: Zwei Künstler vom Atelier Nord stellen in der sju-Galerie aus
Daniel Thalheim
01.10.2011
Dina Vier vor einer ihrer Arbeiten.
Foto: Daniel Thalheim
Spaziergänger werden sich wundern, warum junge Leute sich vor einem Kaminstudio versammeln. Doch genau hier ist auch eine Galerie untergebracht. Der Laden in der Könneritzstraße ist eine Symbiose aus Kaminstudio und Ausstellungsraum. Es ist Vernissage. Die sju-Galerie hat Dina Vier und Michael Schreckenberger zur Kunstschau eingeladen.
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Der Abend des 30. September ist sommermild. An der Könneritzstraße in Schleußig herrscht Hochbetrieb. Die sju-Galerie mittendrin gelegen und der Verkaufsraum füllt sich rasch. Hier hängen über den Bioethanolkaminen Bilder. Man könnte meinen, dass dies ein Schrecken für jeden Künstler und jeden Galeristen sein müsste. Denn Bilder brauchen doch Raum und Platz um wirken zu können. Darüber haben hunderte Kunsthistoriker sich den Kopf zerbrochen - Hängekonzepte, Raumkonzepte, Lichteinfall und Raumgröße.
Wer Galeristin Juliane Ehrlicher kennt und sie fragt, weiß nach wenigen Antworten, dass sie mit dieser Art jungen Künstlern helfen will, ihre ersten Ausstellungen zu meistern. Und weil der Kaminkäufer gerne ein Gemälde anschaut, bietet sich diese Symbiose bestens an. Und die Künstler reißen sich um diese Möglichkeit. Meist Leute, die nicht studiert haben. Da kann mancher HGB-Studenten mit der Nasen rümpfen, das Konzept geht unterdessen voll auf.
Volle Bude sju-Galerie.
Foto: Daniel Thalheim
Ab heute stellen hier für 14 Tage zwei Künstler des Atelier Nord aus. Sie heißen Dina Vier und Michael Schreckenberger. "Where she goes the beautiful world" das Motto der Bilderschau aus abstrakt und gegenständlich gemalten Gemälden. "DIN A 4 ist ein Papierformat, aber auch eine Künstlerin, die sich so nennt", erklärt Juliane Ehrlicher gegenüber der L-IZ zu der im Atelier Nord ansässigen und betreuten Künstlerin. Nadine Böttcher heißt sie mit richtigem Vornamen und zeigt eine kleine Rückschau ihrer Arbeiten. "Es ist ihre erste Ausstellung nach drei Jahren", fügt die Galeristin hinzu. Außerdem sind noch drei Arbeiten von Michael Schreckenberger zu sehen, der bekanntlich das Atelier Nord leitet. Ehrlicher macht das, um die Arbeiten ein wenig bekannter zu machen. "Es war zwar eine kurzfristige Angelegenheit, aber es ist dafür wahnsinnig schön geworden."
Bis zum 19. Oktober wird die Ausstellung tagsüber zugänglich sein, bis Andreas Hachulla ab dem 21. Oktober mit seiner Ausstellung startet. Ehrlichers Partnerin Elisabeth Wolf - auch bekannt als 'lagquaffe' - kommt hinzu und erzählt, dass sie Dina Vier bereits seit zwei Jahren kennt. "Damals habe ich mich ins Atelier Nord einquartiert. Ich muss sagen, dass Nadine und ich sehr verschieden sind von unseren künstlerischen Ansätzen her, aber persönlich war von Anfang an ein echter Draht da. Sie und Michael Schreckenberger haben mich von Anfang an immer unterstützt. Ohne sie würde ich hier vielleicht nicht stehen und bei mir wäre künstlerisch nichts passiert. - Ein bisschen sind sie wie Mentoren für mich gewesen."
Die beiden sju-Galeristinnen: Juliane Ehrlicher (re.) und Elisabeth Wolf (li.)
Foto: Daniel Thalheim
Nadine Böttcher alias Dina Vier erzählt ins L-IZ-Mikro, dass eine kleine Retrospektive ihrer Arbeiten zu sehen ist. "Das sind aktuelle und weniger aktuelle Bilder. Teilweise sind sie schon fünf bis sechs Jahre alt - modern, abstrakt, fantasievoll." Warum die lange Pause zwischen dieser und ihrer letzten Ausstellung entstand, erklärt Dina Vier mit anderen Projekten, die sie beschäftigten. "Ich bin beruflich als Gestalterin tätig und habe viel grafisch gearbeitet. Im Atelier Nord gibt es immer viel zu tun. Zwar stelle ich hin und wieder in Restaurants und im Gemeindehaus aus, aber so eine Ausstellung ist schon was anderes."
"Elisabeth war es!", heißt es einmündig aus Ehrlichers und Dina Viers Mund über das Entstehen der Ausstellung. "Sie stellt bei uns im Atelier Nord auch aus. Daher kennen wir uns und so ging es los." Ob 14 Tage für eine Ausstellung reichen, beantwortet Dina Vier mit einem klaren: "Ich hoffe! Für das erste Mal nach zwei Jahren Pause reicht das erst einmal." Dina Vier verspricht auch, dass in Zukunft mehr von ihr kommt. Einhelliges Nicken der gesprächigen Runde in der sju-Galerie.
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