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Lasst uns froh und munter sein: Juliane Ehrlicher erzählt über die Entstehung ihrer Galerie

Daniel Thalheim
Juliane Ehrlicher leitet die sju-Galerie in Leipzig-Schleußig.
Juliane Ehrlicher leitet die sju-Galerie in Leipzig-Schleußig.
Foto: Kai Bergmann
Die kleine Galerie sju liegt an der Könneritzstraße. Auf den ersten Blick ist sie nicht zu erkennen, denn sie befindet sich in einem Kaminstudio. Warum das Konzept "Zwei in einem" klappt, wie alles begann, erzählt Galeristin Juliane Ehrlicher der L-IZ. Die verheiratete Diplom-Ingenieurin hat aber noch mehr auf der Pfanne.

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Juliane Ehrlicher, wann ging's los mit der sju-Galerie?

Alles begann mit der Eröffnung des Geschäftes meines Vaters. Zum Zweck der Gestaltung des Ladens und um öffentlichkeitswirksame Aktivitäten zu veranstalten, begann ich 2008, Einzelausstellungen von Künstlern in den Räumlichkeiten zu organisieren. Also präsentierte ich Arbeiten befreundeter Künstler wie Wendelin Lippold, der damals noch in den Anfängen seines Malereistudiums steckte. 2010 organisierte ich eine Einzelausstellung mit Christina Reiter. Ab da wusste ich, dass ich nichts anderes machen wollte.

Wie ging's weiter?

Ich fing an, mich und die Kunstszene auszuprobieren und auszuloten. 2011 lernte ich die Künstlerin Elisabeth Wolf kennen und schätzen. Jetzt geht nichts mehr ohne den anderen. Gemeinsam sind wir auf Reisen, besuchen Ateliers, Ausstellungen und Messen. Das gibt uns Sicherheit und bringt auch noch ganz viel Spaß. Ein tolles Projekt, welches in unserer Zusammenarbeit entstand, ist unser Kunstblog "Sjukunstsalon". Dort dokumentieren wir einige Aktivitäten von verschiedenen Künstlern bundesweit.

Seit 2008 im Kunstgeschäft dabei: Juliane Ehrlicher.
Seit 2008 im Kunstgeschäft dabei: Juliane Ehrlicher.
Foto: Kai Bergmann
Um was geht es Ihnen?

In erster Linie sind wohl ganz egoistische Beweggründe, sich für den Beruf als Galerist zu entscheiden, verantwortlich. Ich stehe einfach auf gute Kunst. Es gibt kein Metier, das mich mehr fasziniert. Und so habe ich die Gelegenheit, mich den ganzen Tag damit zu beschäftigen. Das aber wiederum kommt auch meinen Künstlern zugute, denn ich möchte junge Talente aufbauen und sie zu einem gewissen Bekanntheitsgrad verhelfen.

Klingt nach Aufbauarbeit...

Kunst ist für jede Gesellschaft und ihre Entwicklung existentiell. Und diese Entwicklung mitzugestalten, ist ein großer Traum. Außerdem wollen wir mit viel Spaß an die Sache herangehen. Vorurteile und Hemmschwellen abbauen, mit denen die vermeintlich elitäre Kunstszene behaftet ist.

Welche Künstler sind in Ihrem Programm?

An der Programmgestaltung wird noch fleißig gebastelt. Alle unsere Künstler sind in erster Linie Bekanntschaften, die sich schnell zu Freundschaften entwickelt haben. Dabei ist es uns nicht wichtig, wo und bei wem diese studiert haben und aus welchem Kulturkreis sie stammen. Die Chemie muss stimmen und die Arbeiten müssen ein gewisses Bauchgefühl auslösen. Wichtig ist auch, dass sie sich voll und ganz dem Kunstsschaffen verschrieben haben. In Künstlern wie Uli Pforr aus Hamburg, Lee D. Böhm aus Leipzig, Christina Reiter aus Österreich, Tatiana Petkova aus Bulgarien und den Jungs vom Leipziger Atelier F3 haben wir genau das gefunden, was wir nicht direkt gesucht haben, aber was unsere Seele und unser Herz berührt. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser Weg der richtige ist.

Wohin geht's 2012?

Es mag vielleicht überheblich klingen, aber dieses Jahr wollen wir richtig durchstarten. Mit dem Team des Onlinepresseportals "Freie Sicht" haben wir verlässliche und kunstaffine Partner in unserer Hauptstadt gefunden. Also werden wir räumlich mit der Redaktion fusionieren und einen Showroom in Berlin eröffnen. Natürlich werden wir auch intensiv daran arbeiten, unsere "sju Galerie" in Leipzig zu etablieren, orientieren uns aber auch in Sachen Netzwerkerweiterung im europäischen und internationalen Ausland. Jetzt liegt aber mein Fokus auf den Ausstellungsvorbereitungen für Uli Pforrs Ausstellung "Lasst uns froh und munter sein!" ab dem 28. Januar.

Vielen Dank für das Interview.

sju-Galerie online: www.sju-galerie.de


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