Stich für Stich: Kurzinterview mit Grafikerin Ina Hermann
Daniel Thalheim
12.01.2012
Ina Hermann.
Bild: Ina Hermann (Privat)
Am 13. Januar ist Ausstellungseröffnung. Die Erfurter Künstlerin Ina Hermann zeigt in der Galerie Artae ihre neuesten Arbeiten. Bis zum 25. Februar sind sie in der Gohliser Galerie zu sehen. Ihre Ausstellung heißt "Stich für Stich". Die Grafikerin ging mit Nadel und Faden an die Kunstwerke heran. Warum sie das tat, erzählt sie im kleinen L-IZ-Interview.
Anzeige
Beim Lesen ihrer Biografie stelle ich fest, dass Sie über Umwege zur Kunst gefunden haben. Wie fing alles an?
Kunst und Bücher waren schon immer meine Begleiter. Schwer, sich ein Leben ohne diese Zutaten vorzustellen. Auch während der Arbeit im Antiquariat habe ich mich schnell auf die Grafik spezialisiert. Das Gefühl, mit dem Finger leicht über eine Heckel-Grafik zu fahren oder ein illustriertes Buch mit Originalen von Kubin in der Hand zu halten, ist echt wunderbar. Die Feststellung, dass die bildende Kunst auch mein spezielles Medium ist, verdanke ich einer Zeit in Arbeitslosigkeit.
Warum wagten Sie erst 2002 den Weg in die Selbstständigkeit als Künstlerin?
Das sind Zeiten, in denen man auf sich selbst zurückgeworfen ist und nicht von außen getrieben wird. Bis zum Jahr 2002 hatte ich die Möglichkeit eine Lehrtätigkeit an der Erfurter Malschule auszuüben. Mit Ende der staatlich bezahlten Lehrtätigkeit beschloss ich, mich auf eigene Beine zu stellen. Und da bin ich, dankbar für Brüche im Leben, die die Welt immer mal wieder neu beleuchten und Chancen aufzeigen.
Stich für Stich: Ina Herrmann stellt neueste Grafiken in Leipzig aus.
Bild: Galerie Artae
Regelmäßig stellen Sie als Hauskünstlerin in der "Artae" aus: Wie kam es zu dem Kontakt mit Marian Elsner?
Marian Elsner und Sabine Aichele- Elsner habe ich in Erfurt kennengelernt. Sie suchten damals Künstler für einen Kunstkalender. Das war der Beginn einer schönen Zusammenarbeit und Freundschaft. Nicht zuletzt die haben die beiden Anteil an meinem Weg in der Kunst. Manchmal sind sie Antreiber. (Lächelt)
Was fasziniert sie an der Arbeit mit grafischen Methoden?
In der Grafik kann man mit wenigen Strichen und sparsamer Colorierung auf den Punkt einer Aussage kommen oder eine bestimmte Atmosphäre schaffen. Der Betrachter ist viel eher dazu angehalten, mit einem Blick zu erfassen und einen eigenen Kontext zum Thema zu finden. Denn betrachtete Kunst ist ja auch ein Selbstgespräch des Betrachters.
Wie schlägt sich das direkt nieder?
Die Techniken der Grafik ermöglichen mir viel eher eine Abstraktion. Außerdem war ich schon immer fasziniert von der Technik als solcher. Das heißt, man arbeitet nicht direkt auf dem endgültigen Träger, sondern die Materialien wie Holz oder Zink ermöglichen durch ihr Eigenleben ein experimentelles Arbeiten in engen Grenzen.
Wie nennt man die Technik, die sie für ihre neuen Arbeiten anwenden?
Die neuen Arbeiten sind technisch anders, unterliegen aber einer noch experimentelleren Entwicklung in der Aussage, denn sie steht bei Beginn der Arbeit nicht fest. Begonnen habe ich mit der Wachstechnik vor ungefähr zwei Jahren. Mein Thema damals war "Sieben dekorative Fälle für den Psychiater".
Was war der Auslöser für ihre neuesten Arbeiten?
Das überall diskutierte Thema der zunehmenden psychischen Erkrankungen in unserer reichen Welt wollte ich mit Witz bearbeiten, vielleicht auch Galgenhumor. Da erschienen mir gewachste Papiere mit Farbflecken, Flecken die das Leben auf der Haut hinterlässt, sehr nah.
Diese werden dann mit Nadel und Faden, einer hausfraulichen, also eher zu Hause genutzten Technik, umkreist und absurd benannt. Aber irgendwann reichte mir die psychisch aus der Norm fallenden Umkreisung einer Technik nicht mehr aus, denn das Leben ist voller Absurditäten. Diese fand ich in den neuen Arbeiten. Also, erst waren die Farbflecken da, dann fand der Faden seinen Weg ins Bild und zu guter Letzt fand ich eine absurde Geschichte oder Aussage auf dem Blatt. Stich für Stich setzt uns das Leben eben zu, wenn man es lässt.
Die Reihe "Recht auf Stadt" erlebt am 31. Mai eine weitere Auflage. Die zweite Veranstaltung, diesmal im Werk 2, dreht sich dabei rings um Fragen moderner Stadtentwicklung und die Rolle aller Beteiligten dabei. Diesmal unter dem Motto: "Kapitalanlage - Von Investoren-UFOs und Stadtteilzentren". mehr…
Flotte Sprüche, schwarze Business-Anzüge, dunkle Sonnebrillen. Die "Men in Black" sind nach zehn Jahren Leinwandabstinenz zurück. Im dritten Teil des SciFi-Franchise reist Will Smith ins Jahr 1969, um seinem Partner Tommy Lee Jones das Leben und die Menschheit vor einer vernichtenden Alien-Invasion zu retten. mehr…
Mit dem Sieg bei Fortuna Chemnitz hat der 1. FC Lok sein Saisonziel erreicht, steigt als Sechster in die neue Regionalliga auf. Geplant war alles ein wenig anders. Eigentlich sollte es der dritte Platz werden, eigentlich sollten die Neuzugänge einschlagen und von einem Trainerwechsel war vor der Saison auch nicht die Rede. Ein Saisonrückblick. mehr…
„Mut zu machen, dass wir Zeichen gegen Willkür und Gewalt setzen können“. Das ist für die in Berlin lebende Filmemacherin Karin Kaper die Botschaft ihres Filmes „Aber das Leben geht weiter“. Es geht um die - authentische - Vertreibungsgeschichte der Familien Queißer und Zukowscy, die in einem Bauernhof bei Görlitz aufeinander treffen. Ein L-IZ-Interview. mehr…
Das Fazit der "Frankfurter Rundschau" war am Ende eindeutig: Was da am Wochenende in Frankfurt zu erleben war, war ein Sieg für die Blockupy-Bewegung. Die Stadt Frankfurt selbst blamierte sich mit ihrem martialischen Großaufgebot an Polizei gründlich, mit ihrer Argumentation gegen vermeintliche "Linksextremisten" sowieso. Ein weiterer Versuch, die berechtigte Kritik der Demonstranten an der Erpressungspolitik gegenüber Griechenland zu diskreditieren. mehr…
Der Schatten über Leipzigs Verwaltung wird größer: Der Sonderprüfbericht über die sogenannten herrenlosen Häuser zeigt deutlich, welches Fehlverhalten im Rechtsamt seit über 15 Jahren alltägliche Praxis war. Getreu nach dem Motto „Mein Name ist Hase und ich weiß von nichts“ weist die Verwaltungsspitze aber die Vorwürfe von sich, bereits durch frühere Berichte den Missstand erkannt haben zu können. Aber das ist ja auch logisch, wenn die Berichte ungelesen beiseite gelegt werden. mehr…
Es passte natürlich. Am einen Ende der Straße erklärte Baubürgermeister Martin zur Nedden den wissbegierigen Journalisten, warum die Stadt jetzt auffällige Piktogramme neben die Blindenleitstreifen in der Grimmaischen Straße malen lässt - und 100 Meter weiter stand ein Blumentransporter drauf und ein DHL-Auto parkte mal kurz. Es geht wohl nicht wirklich um die Leitstreifen im Pflaster. Es geht wohl mehr um die tägliche Gedankenlosigkeit der Eiligen. mehr…
Am Samstag, den 26. Mai 2011 findet auf dem Sportcampus Jahnallee das alljährliche Internationale Kinderfest der Studentischen Eltern Leipzig e.V. statt. Das Fest für Leipziger Familien wird von Engagierten vieler internationaler Vereinigungen wie dem Zentrum für europäische und orientalische Kultur (ZEOK) und der Capoeira-Gruppe mit verschiedensten Aktionen getragen. mehr…
Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils. mehr…
Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben. mehr…
Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird. mehr…
Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat. mehr…
"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden. mehr…
Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491. mehr…
Der Schatten über Leipzigs Verwaltung wird größer: Der Sonderprüfbericht über die sogenannten herrenlosen Häuser zeigt deutlich, welches Fehlverhalten im Rechtsamt seit über 15 Jahren alltägliche Praxis war. Getreu nach dem Motto „Mein Name ist Hase und ich weiß von nichts“ weist die Verwaltungsspitze aber die Vorwürfe von sich, bereits durch frühere Berichte den Missstand erkannt haben zu können. Aber das ist ja auch logisch, wenn die Berichte ungelesen beiseite gelegt werden. mehr…