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Parcours in eine Erinnerungswelt: Lee D. Böhm umgarnt Sju-Galerie

Daniel Thalheim
Lee D. Böhm mit fantastischen Einblicken in eine Erinnerungswelt in der Sju-Galerie.
Lee D. Böhm mit fantastischen Einblicken in eine Erinnerungswelt in der Sju-Galerie.
Foto: Daniel Thalheim
Heute lebt und arbeitet sie in Leipzig. Die gebürtige Mecklenburgerin aus Ludwigslust schrieb sich in den Neunziger Jahren in die Hochschule für Grafik und Buchkunst ein. Beim Grafiker und Maler Ulrich Hachulla war sie Meisterschülerin. Jetzt frönt sie ihrer Leidenschaft, die Malerei. Lee D. Böhm lockte jede Menge Menschen in die Könneritzstraße.

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Wer am Abend des 2. März die Könneritzstraße da entlang lief, wo der Trubel rund um den Konsummarkt abnimmt und der baumbestandene Straßenzug bis hinunter zum Schleußiger Weg beginnt, wurde hellhörig. Kurz nach einem "Späti" standen vor einem anderen Geschäft weitere Menschen. Hier ist die Sju-Galerie, die sich seit vier Jahren im Kaminstudio Ehrlicher einrichtet und regelmäßig Ausstellungen von unbekannten Künstlern und Newcomern anbietet. Der Grund für die Ansammlung von Leuten: Ausstellungseröffnung von "Parcours" der Frontsängerin und Komponistin der Leipziger Band "Westwerk" Lee D. Böhm.

Selbstporträts und Märchenwelten aus Brandenburg - "Parcours" noch bis zum 1. April in Leipzig.
Selbstporträts und Märchenwelten aus Brandenburg - "Parcours" noch bis zum 1. April in Leipzig.
Foto: Daniel Thalheim

Bis zum 1. April hängen ihre Arbeiten. Wie die Galeristin Juliane Ehrlicher zur Künstlerin stieß, konnte man sie am Ausstellungsabend fragen. "Fotograf Kai Bergmann empfahl uns Lee. Wir nahmen sofort mit ihr Kontakt auf, ... und nein, nicht über Facebook, sondern ganz klassisch per E-Mail. Es dauerte keine zwei Tage, dass wir uns in ihrem Atelier in der Alten Handelsschule in der Gießerstraße wiederfanden und von ihrer Malerei hin und weg waren", erzählte die Galeristin über die erste Kontaktaufnahme mit der Künstlerin, die von 1991 bis 1997 Grafikdesign an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studierte, sich dann bei Rolf Felix Müller der Illustration widmete und von 1997 bis 2000 bei Ulrich Hachulla landete. Klar, dass sich Böhm einer Spielart der "Neuen Leipziger Schule" zuwendete, die Gäste irgendwo zwischen Heinz Zander, Ulrich Hachulla und Neo Rauch zuordneten.

Die Künstlerin selbst nannte Neo Rauch als großen Einfluss. "Der Einfluss ihres Meisters Hachulla ist aber auch unübersehbar", sagte ein Gast zu den Gemälden. Lee D. Böhm beschrieb bei der Vernissage, dass ihre groß- und kleinformatigen Bilder autobiografisch gefärbt sind. Galeristin Ehrlicher holte aus, dass auf den Bildern immer ein und derselbe Garten dargestellt ist, gefüllt von Kindheitserinnerungen und Selbstporträts. Ehrlicher: "Es ist der Garten ihrer Großeltern, wo sie als Kind oft war. Ihre Erinnerungen an die Zeit füllt sie mit vielen Märchengestalten an, wie der Pinocchio oder die Zentauren bei 'Nicht genug', 'Freier Fall' und 'Maß'."

"Parcour" heißt die Ausstellung von Lee D. Böhm.
"Parcour" heißt die Ausstellung von Lee D. Böhm.
Foto: Daniel Thalheim

Böhm sagte selbst zu ihrer Arbeit: "Der Garten ist für mich ein Symbol der Schönheit und Wehmut, stellvertretend für alle Orte dieser Welt, an denen sich Menschen in ihrer Kindheit wohlgefühlt haben.“ Ihre Arbeitsweise ähnele zudem der von Neo Rauch, fügte sie hinzu. Ähnlich spontan und erzählerisch, wie ein weiterer Gast bemerkte. Auf die Frage, warum sie erst zehn Jahre nach ihrem Meisterschülerabschluss eine Ausstellung veranstaltet, meinte sie, dass Musik mit der Band "Westwerk" ihr eine Zeit lang näher war.

Ihre malerischen Werke reichen erst bis ins Jahr 2005 zurück. Böhm sagte, dass erst vor wenigen Jahren ihre Passion für die Malerei wieder aufflammte. Jetzt bekam sie ihre erste Einzelausstellung überhaupt. Über den Zulauf am Abend der Ausstellungseröffnung freute sie sich. Die zahlreichen Gäste brachten ihre Kinder mit, die am Tisch der Galerie zeichneten, während die Erwachsenen über die Bilder und mit der Künstlerin redeten.

Bis zum 1. April können Kunstfreunde mitten in Schleußig 21 farbenprächtige und erzählerische Gemälde bestaunen. "Irgendwo zwischen Surrealismus und Leipziger Schule", meinte Galeristin Ehrlicher. "Und ein Querschnitt ihres bisherigen Schaffens!"

"Parcours“ von Lee D. Böhm vom 3. März bis 1. April in der Sju-Galerie Leipzig, Könneritzstrasse 76, 04229 Leipzig. Öffnungszeiten nach Absprache.


Die Galerie im Internet:

www.sju-galerie.de

Die Homepage von Lee D. Böhm:

www.lee-d-boehm.de

Westwerk bei Myspace:

www.myspace.com/westwerk


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