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Gangster, Gauner und Ganoven: Stadtgeschichtliches Museum bereitet eine Ausstellung über das kriminelle Leipzig vor

Redaktion
Tatort Leipzig, Liviastraße, August 1946.
Tatort Leipzig, Liviastraße, August 1946.
Quelle: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, private Leihgabe
Ging es mit dem Thomanern bislang brav und musisch zu im Ausstellungs-Kubus des Stadtgeschichtlichen Museums im Böttchergässchen 3, eröffnet im Oktober eine Schau, die die Großstadt von ihrer finsteren Seite zeigt. Dann wird die Sonderschau "Gangster, Gauner und Ganoven. Große Leipziger Kriminalfälle" eröffnet.


Bereits seit der Stadtgründung gilt Leipzig als ein Zentrum der Rechtsprechung in Sachsen, was sich bis in die Gegenwart in der Institution des Bundesverwaltungsgerichts fortsetzt. Recht und Unrecht, Verbrechen und Strafe sind bis heute Teil der Gesellschaft, ängstigen sie und faszinieren zugleich. Jede Gesellschaft entwickelte im Laufe der Geschichte eigene Strategien im Umgang mit Straftätern. Dabei spielten die jeweiligen sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle.

Anhand von Leipziger Kriminalfällen vom 18. Jahrhundert bis heute spürt die Ausstellung dem Wandel und dem Umgang der Gesellschaft mit Verbrechen und Verbrechern nach. Auf der Grundlage von Gerichtsakten, Dokumenten, Leihgaben und eigenen Sammlungsobjekten werden mehr als zwanzig repräsentative, zum Teil spektakuläre Fälle dargestellt. Besonderes Besucherinteresse werden zweifellos die großen dreidimensionalen Ausstellungsobjekte finden. Zu sehen sind unter anderem ein Richtschwert von 1721, eine Guillotine, die die Hinrichtungsmethode in Leipzig von 1854 bis immerhin 1968 veranschaulicht, eine erkennungsdienstliche Fotoanlage von um 1900 oder ein Opel-Coupé "Laubfrosch" von 1924.

Auf der Grundlage von Gerichtsakten und Dokumenten werden 25 repräsentative, zum Teil spektakuläre Fälle dargestellt. Einige von ihnen dienten als Inspiration für literarische Werke wie das Drama „Woyzeck“ von Georg Büchner.

Tatort Leipzig, Liviastraße, August 1946.
Tatort Leipzig, Liviastraße, August 1946.
Quelle: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, private Leihgabe

Sehen wird man auch: Die Richter unterlagen den Gerechtigkeitsvorstellungen ihrer Zeit. So erscheinen in der Vergangenheit verhängte Strafen heute hart und brutal, fanden damals jedoch breite Zustimmung. Wertvolle Leihgaben veranschaulichen den Vollzug von Strafen an Leib und Leben im Kontext der Zeit. Während in der Vergangenheit nur sehr begrenzte Möglichkeiten der Aufklärung von Straftaten bestanden, nahm die Kriminaltechnik vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart eine rasante Entwicklung, wie die Ausstellung zeigt.

Eine ergänzende Studioausstellung mit Tatortfotos aus zwei Jahrhunderten belegt den hohen Stellenwert der Fotografie bei der Dokumentation von Straftaten. Zur Ausstellung erscheint auch ein Begleitbuch.

Vormerken kann man sich den 16. Oktober, 18 Uhr, dann wird die Ausstellung "Gangster, Gauner und Ganoven. Große Leipziger Kriminalfälle" im Böttchergässchen 3 eröffnet, wo sie bis zum 27. Januar 2013 zu sehen sein wird.

Und wer jetzt spitz bekommen hat, dass auch das große Jahr der "Thomana" so langsam zu Ende geht, der sollte sich baldigst noch die Thomaner-Ausstellung "Cantate!" anschauen. Sie ist noch bis zum 16. September im Böttchergässchen zu sehen.

www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de


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