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Rechts rockt Sachsen: Ausstellung und Begleitprogramm in der Friedenskirche Gohlis

Ralf Julke
Friedenskirche Gohlis.
Friedenskirche Gohlis.
Foto: Ralf Julke
Es ist nicht nur Thüringen, das ein Problem mit fest verankerten rechtsradikalen Strukturen hat. Auch Sachsen hat das Problem. Und dass die Terrorzelle "NSU" ausgerechnet in Sachsen untertauchen konnte, hat auch damit zu tun, dass die drei Thüringer hier gut etablierte Unterstützerstrukturen vorfanden. Eine Ausstellung in der Friedenskirche in Gohlis widmet sich ab heute den Strukturen der neonazistischen Jugendkultur in Sachsen.


Die Ausstellung ist vom 3. bis 30. September in der Friedenskirche Gohlis zu sehen. Auf 24 Tafeln werden Zusammenhänge, Strukturen und regionale Gegebenheiten neonazistischer Jugendkultur gezeigt, die in Sachsen fast flächendeckend zu beobachten sind.

Eröffnet wird sie am Montag, 3. September, um 18 Uhr mit einem Grußwort von Oberbürgermeister Burkhard Jung. Den Eröffnungsvortrag hält Stephan Kees. Er ist Mitarbeiter von „Chronik.LE“, einer Dokumentationsstelle für faschistische, rassistische und diskriminierende Vorkommnisse in und um Leipzig.

Die Ausstellung ist täglich von 15 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Darüber hinaus laden die Veranstalter, der Friedenskirche Leipzig-Gohlis e.V. und die Michaelis-Friedens-Kirchgemeinde, zu einem Begleitprogramm mit Diskussion, Konzert und Gemeindeabend ein.

„Sachsen ist eines der Bundesländer, in welchem neonazistische Strukturen und Organisationen besonders ausgeprägt verankert sind. Damit einher geht eine fast flächendeckend vorhandene neonazistische Jugendkultur, die sich aus verschiedenen Momenten speist. Hierzu sind die vielen Anbieter von entsprechender Musik und Bekleidung genauso zu zählen wie eine Vielzahl von Bands und stattfindenden Konzerten, aber auch Kameradschaften und Zusammenschlüsse von Jugendlichen und Erwachsenen, die gekennzeichnet sind von einer starken Dynamik und Ausdifferenziertheit. Hierüber herrscht nach wie vor vielerorts ein hohes Maß an Unwissen über konkrete Zusammenhänge, Strukturen und regionale Gegebenheiten. Gerade Jugendliche, aber auch die mit ihnen zusammenarbeiten, als LehrerInnen, SozialarbeiterInnen usw. benötigen derartige Informationen, um sich selbst stark gegen rechtsextremistische Beeinflussungen zu machen", heißt es im Begleitheft zur Ausstellung von „akubiz e.V.“ aus Pirna.

Friedenskirche Gohlis.
Friedenskirche Gohlis.
Foto: Ralf Julke

Das Begleitprogramm zur Ausstellung:

Am Dienstag, 11. September, geht es in einer Podiumsdiskussion um „Rechtes Denken in der Mitte der Gesellschaft“. Vertreter aus Wissenschaft, Kirche, Kunst und Politik stellen ihre Sichtweisen dar und diskutieren Handlungsmöglichkeiten. Teilnehmer sind u.a. Landtagsmitglied Holger Mann, Polizeiseelsorger Pfarrer Stephan Bickhardt, Ausländerbeauftragter der sächsischen Landeskirche Albrecht Engelmann und Frank Schubert vom Verein „Engagierte Wissenschaft“. Es moderiert Prof. Matthias Pfüller. Die Veranstaltung im Gemeindehaus, Kirchplatz 9, beginnt um 19.30 Uhr.

Eine Führung durch die Ausstellung wird am Sonnabend, 15. September, um 19.15 Uhr angeboten. „Freie Klänge für freie Bürger“ lautet anschließend, um 20 Uhr, der Titel eines Konzerts der Gruppe Klangprojekt. Es musizieren Thomas Kempe (Saxophon, Didgeridoo, Trompete, Flöte, Percussion), Andreas Schemmel (Drums, Didgeridoo, Percussion) und Thomas Feist (Keyboard).

Über „Merkmale und Formen des Rechtsextremismus“ informiert Sozialwissenschaftlerin Solvejg Höppner beim Gemeindeabend am Mittwoch, 19. September, um 19.30 Uhr. Gemeindemitarbeiter und –mitglieder und andere Interessierte sind an diesem Abend zum Austausch über Erfahrungen, Ansichten und mögliches Verhalten ins Gemeindehaus, Kirchplatz 9, eingeladen. Solvejg Höppner gehört zum mobilen Beratungsteam für Demokratieentwicklung gegen Rechtsextremismus des Kulturbüro Sachsen e.V.

www.michaelis-friedens.de


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