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Leipziger Programmkino: Cineding feiert beim Westpaket große Wiedereröffnung

Sebastian Beyer
Ab Donnerstag wieder geöffnet - Cinediing in der Karl-Heine-Straße.
Ab Donnerstag wieder geöffnet - Cinediing in der Karl-Heine-Straße.
Bild: Cineding Leipzig
Seit dem Sommer 2010 fanden im Kino Cineding an der Karl-Heine-Straße nur noch Vorführungen des Landesfilmdienstes Sachsen statt. Ein Kino auf Sparflamme. Grund: Der Vorbetreiber hatte nach einem Umbau schnell aufgegeben. Nun ist Nora Freytag Pächterin der Spielstätte im Leipziger Westen und eröffnet am Donnerstagabend, 1. Dezember, mit dem Film „Meek´s Cutoff“.

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Hier geht es nicht um große Hollywood-Blockbuster. Ab Donnerstag werden Streifen in der Originalsprache mit deutschen Untertiteln gezeigt. Ein Weg, den Nora Freytag künftig einschlagen will. „Leider war 'Attack the Block' nur in einer komplett deutschen oder einer komplett englischen Fassung zu bekommen, da habe ich mich für die deutsche entschieden.“ Eine Wahl, die den Leipziger den Londoner Straßendialekt in der englischen Fassung verständlich macht. Auf knapp 100 Plätzen in zwei Sälen können es sich ab dem 1. Dezember die Kinobesucher in rot bespannten Klappsesseln bequem machen. Programmkino gibt es hier. Wie das genau aussieht, verrät Nora Freytag auch.

Nora Freytag erwartet am Donnerstag gespannt die ersten Zuschauer.
Nora Freytag erwartet am Donnerstag gespannt die ersten Zuschauer.
Bild: Cineding Leipzig
„Ab und an werden wir auch versuchen, größere Arthaus-Produktionen zu zeigen“, erklärt sie zu ihrem Vorhaben, die anspruchsvollen Produktionen aus dem deutschen Filmvertrieb "Arthaus" nach Leipzig zu holen. Doch es gibt auch kleinere Nischen auszukundschaften.

Als anspruchsvoll kann man auch das französische Drama „Die Liebesfälscher“ bezeichnen. Hier klappte es wieder mit der gewünschten Original-Fassung mit Untertiteln. „Zusätzlich zu den untertitelten Originalversionen möchte ich gerne monatlich einen Dokumentarfilm zeigen“, erzählt die Neu-Betreiberin des in einem Hinterhof versteckten Mini-Kinos.

Den Anfang des neu anlaufenden Programms macht „Kümmel baut“, bei dem der MDR als Co-Produzent mit im Boot ist und den Film auch beim DOK-Festival präsentierte. Auch Gäste werden hier begrüßt. Regisseur Paul Hadwiger besucht das Programmkino am Freitag, 9. Dezember, um Fragen zu seinem Film zu beantworten.

Erfahrung mit der Auswahl von Filmen hat Nora Freytag bereits. Sie war jahrelang in der Filmgruppe des UT Connewitz tätig. Diese gewann bei der 11. Filmkunstmesse im September einen Sonderpreis in Höhe von 5.000 Euro der Mitteldeutschen Filmförderung für eine alternative Spielstätte. Mit dabei war auch die Kinobetreiberin, die den Kontakt zum UT sowie zur Kinobar Prager Frühling gerne halten möchte. „Es ist ja oft so, dass man bestimmte Programmreihen mit Partnern zusammen zeigt.“

Zunächst aber steht schon am kommenden Samstag eine große Neueröffnung im Rahmen des „Westpaket“ an. Ab 12 Uhr drehen die DJs Lord Darlington (Metronomic Underground) und Flying Teapot (Kleingarten Crew) die Plattenteller, dazu gibt es im Foyer heiße Getränke für ausgekühlte Flohmarkt-Stöberer.

Vertreter der Genossenschaft "Neue Eigentlichkeit“ präsentieren ab 16 Uhr britische Kurzfilme, frisch eingetroffen vom Bristol Encounters Festival. Verständnisprobleme werden auf Wunsch mit einer Simultanübersetzung über Kopfhörer ausgeräumt. Auch ihre Vorstellungen zum schon laufenden Bau eines Kinos mit Galerie und Bar in der Kleinen Fleischergasse präsentiert die „Neue Eigentlichkeit“ an einem Infostand vor dem Cineding.

Wer dann noch nicht genug hat, kann laut Nora Freytag gerne noch den Eröffnungsabend mit Live-Musik ausklingen lassen. Als „Herr Lilienstein“ treten Tony Kreyß und Johannes Beulig auf. Sie werden freie Improvisationen mit Saxophon und Schlagzeug zum Besten geben.


Die Seite des „Cineding“
www.cineding-leipzig.de

Rezension von „Attack the Block“ in der Leipziger Internetzeitung:
www.l-iz.de/Kultur/Film-Attack-the-Block


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